Aktion der Gleichstellungsbeauftragten
Gegen häusliche Gewalt: Landkreis Stade bietet Opfern Hilfe per QR-Code
- Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stade, Elena Knoop, bringt einen Aufkleber an
- Foto: Landkreis Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Mit einer neuen Aktion möchte der Landkreis Stade Menschen unterstützen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Unter dem Motto „Hilfe bei Gewalt“ hat die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Elena Knoop, gemeinsam mit dem Netzwerk gegen häusliche Gewalt im Landkreis Stade Visitenkarten und Aufkleber entwickelt. Sie sollen Betroffenen einen einfachen und diskreten Zugang zu Beratungs- und Hilfsangeboten ermöglichen.
Kleine Karten mit wichtigen Botschaften
„Du musst da nicht alleine durch“, „Manchmal reicht ein erster Schritt“ oder „Es gibt Wege. Auch, wenn du sie noch nicht siehst“ – mit diesen Botschaften sollen die Karten und Aufkleber Mut machen und auf bestehende Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam machen.
Das Besondere: Ein aufgedruckter QR-Code führt direkt zu einer Internetseite, auf der die Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt und Gewalt in der Partnerschaft im Landkreis Stade gebündelt sind. Betroffene können sich dort zunächst anonym informieren, ohne unmittelbar Kontakt zu einer Beratungsstelle aufnehmen zu müssen. Auch Angehörige, Freunde und andere Menschen aus dem persönlichen Umfeld finden dort Informationen und Unterstützung.
„Wir wollen Betroffenen zeigen: Du bist nicht allein und es gibt Hilfe“, erklärt Elena Knoop. „Für manche kann es ein erster Schritt sein, sich zunächst anonym über Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.“
Aufkleber an diskreten Orten
Die Karten im Visitenkartenformat können beispielsweise in Arztpraxen, Apotheken, Rathäusern oder Bildungseinrichtungen ausgelegt werden. Durch ihre handliche Größe lassen sie sich unauffällig mitnehmen.
Ergänzt wird die Aktion durch Aufkleber im gleichen Design. Die ersten Exemplare hat Elena Knoop bereits auf den Damentoiletten im Stader Kreishaus sowie in weiteren Gebäuden des Landkreises angebracht. Weitere Einrichtungen sind eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen und die Hinweise an geeigneten Orten sichtbar zu machen.
- So sehen die Aufkleber aus
- Foto: Landkreis Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Netzwerk engagiert sich seit mehr als 20 Jahren
Wie wichtig niedrigschwellige Hilfsangebote sind, verdeutlicht eine erschreckende Zahl: Jede dritte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexualisierte Gewalt. Betroffen sein können Frauen unabhängig von ihrem Alter, ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Status.
Im Landkreis Stade setzt sich seit mehr als 20 Jahren ein Netzwerk verschiedener Einrichtungen und Institutionen gegen häusliche Gewalt ein. Dazu gehören unter anderem das Frauenhaus und die Frauenberatung des Landkreises Stade, die Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS), die Beratungsstelle Lichtblick sowie Polizei, Jugendämter, Justiz und Gleichstellungsbeauftragte.
Gemeinsam engagieren sich die Beteiligten für den Schutz und die Unterstützung Betroffener, leisten Präventions- und Aufklärungsarbeit und sorgen für eine bessere Vernetzung der bestehenden Hilfsangebote.
Weitere Einrichtungen können mitmachen
Mit der neuen QR-Code-Aktion soll dieses Engagement noch mehr Menschen erreichen. Die Karten und Aufkleber werden über die Einrichtungen des Netzwerks und weitere interessierte Stellen im Landkreis Stade verteilt.
Wer die Aktion unterstützen und Karten auslegen oder Aufkleber anbringen möchte, kann sich per E-Mail an gleichstellung@landkreis-stade.de wenden. Finanziert wird die Aktion durch das Gleichstellungsbüro des Landkreises Stade.
Eine Übersicht über die regionalen Beratungs- und Hilfsangebote gibt es im Internet unter www.gleichstellung-landkreis-stade.de/hilfe_bei_gewalt
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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