Wahlsieg für einen bedrohten Flugkünstler
Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027
- Kleine Sommerboten, talentierte Flugkünstler, fleißige Nestarchitekten – die Mehlschwalbe ist ein Allroundtalent, das auf der Vorwarnliste der bedrohten Tierarten steht
- Foto: NABU/Jan Piecha
- hochgeladen von Pauline Bellmann
Sie gilt als Vorbotin des Sommers, baut ihre Nester aus Hunderten Lehmkügelchen und ist ein geschickter Flugkünstler: Die Mehlschwalbe ist zum „Vogel des Jahres 2027“ gewählt worden. Bei der öffentlichen Abstimmung von NABU und LBV setzte sie sich mit 67.050 Stimmen und 45,2 Prozent deutlich gegen vier weitere Kandidaten durch. Insgesamt beteiligten sich mehr als 148.500 Menschen.
Während die Mehlschwalbe ihren Wahlsieg feiert, ist sie selbst noch weit entfernt: Den Winter verbringt der rund 14 Zentimeter kleine Zugvogel südlich der Sahara. Erst Anfang April kehrt er nach Deutschland zurück. Zu erkennen ist die Mehlschwalbe an ihrem metallisch blau schimmernden Rücken, der weißen Unterseite und dem auffällig weißen Bürzel.
Immer weniger Platz für die Sommerboten
Doch der neue Jahresvogel hat es zunehmend schwer. Nach Angaben des NABU gibt es in Deutschland noch bis zu 770.000 Brutpaare, ihre Zahl nimmt jedoch stetig ab. Ein Grund sind zerstörte Nester und fehlende Nistmöglichkeiten an modernen oder sanierten Gebäuden. Auch der Rückgang der Insekten setzt den Vögeln zu.
Mehlschwalben leben gerne in Gesellschaft und bauen ihre fast geschlossenen Lehmnester unter Dachvorsprüngen und an Hausfassaden. Für ein einziges Nest sammeln sie bis zu 1.500 kleine Lehmkügelchen.
Wer den Sommerboten helfen möchte, kann vorhandene Nester am Haus erhalten, künstliche Nisthilfen anbringen oder Lehmpfützen als Baumaterial anbieten. Auch ein insektenfreundlicher Garten hilft den kleinen Flugkünstlern.
Die Mehlschwalbe folgt auf das Rebhuhn, den Vogel des Jahres 2026.
Redakteur:Pauline Bellmann aus Buxtehude |
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