Naturschützer auf Küken-Fang in Stade

Mit dem Kescher im Innenhof: Bernd Unglaub
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  • Mit dem Kescher im Innenhof: Bernd Unglaub
  • Foto: NABU Kreisverband Stade
  • hochgeladen von Thorsten Penz

Umzug in Entenhausen: Ein Kuss auf den Schnabel rührt zu Tränen

tp. Stade. Tierfreund Bernd Unglaub (60) aus Stade hat in seiner Laufbahn als Freiwilliger beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) schon an außergewöhnlichen Aktionen teilgenommen, z.B. an der Umsiedlung einer Wespenkönigin aus einer Segelmacherei in die freie Wildbahn. Und er rettete kleine Igel über den Winter. Jetzt engagierte er sich erstmals als Umzugshelfer für eine elfköpfige Entenfamilie.

Im Altenheim St. Josef nahe des Burggrabens hatte ein Entenweibachen das Lager aufgeschlagen und im Frühjahr ein Nest im Innenhof gebaut. Doch die Brutstätte eignete sich aus hygienischen Gründen nicht als Neu-Entenhausen: An den Hof grenzt die Heimküche.

„Schließlich rief mich eine Mitarbeiterin des Altenheims um Hilfe“, sagt Bernd Unglaub. Der passionierte Sportfischer nahm einen Angelkescher und einen Umzugskarton mit zum Einsatzort. Rund anderthalb Stunden dauerte den Entenfang, der ihn über Stock und Stein, Beete und durch Dornenbüsche führte, wo er sich blutige Schrammen am Arm zuzog.

„Einige der Entenbabys lockte ich mit gutem Zureden“, sagt Bernd Unglaub, dessen Freunde vom NABU-Kreisverband Stade ihn inzwischen den „Entenflüsterer“ nennen. Während es ihm am Ende gelang, alle zehn Küken einzufangen, war Entenmutter im Flug entwischt über das Dach des Seniorenheimes entwischt. Die Alte ließ sich schließlich durch das Piepsen der Küken locken. Nach dem strapaziösen Umzug entließ Bernd Unglaub die Küken, die er Tick, Trick, Track sowie Nummer Vier bis Nummer Zehn taufte, mit der Entenmutter Daisy in den Burggraben.

Beim Abschied von Küken Nummer Zehn mit einem Kuss auf den winzigen Entenschnabel flossen bei Bernd Unglaub fast die Tränen. Das Entenjunge habe ihm mit treuem Blick fast dankbar angeschaut, berichtet der Mann mit dem großen Herz für Tiere. „Wann wird man denn schon zu so einem rührenden Einsatz gerufen?“
Die Heimbewohner, die das Spektakel durchs Fenster des Speisesaals beobachtet hatten, bedachten die Aktion mit tosendem Beifall.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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