Warnung vor Afrikanischer Schweinepest
Stader Kreis-Veterinärin: Seuche könnte jeden Tag hier ausbrechen
- Die afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende und tödlich verlaufende Tierseuche
- Foto: Adobe Stock/Miller_Eszter / BMEL
- hochgeladen von Jörg Dammann
Ein gemütlicher Sonntagsspaziergang durch Wald und Flur – und plötzlich steht da ein Wildschwein, das nicht wegläuft, sondern sich apathisch verhält. Zeigen die Borstenviecher entsprechende Verhaltensauffälligkeiten, dann könnten sie mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert sein. "Es kann jeden Tag auch zu einem Ausbruch in unserer Region kommen", warnt die Leiterin des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landkreis Stade, Dr. Sibylle Witthöft. Sie bittet die Bürgerinnen und Bürger, solche auffälligen Tiere zu melden. Das Gleiche gilt für verendete Wildschweine (Kontaktdaten siehe unten).
Keine Speisereste in die Natur werfen
Die hochansteckende Tierseuche ist für Wild- und Hausschweine fast immer tödlich und bedeutet nicht nur großes Tierleid, sondern kann auch dramatische wirtschaftliche Folgen haben. Für den Menschen und andere Tierarten ist ASP zwar ungefährlich – aber der Mensch spielt oft eine entscheidende Rolle bei ihrer Weiterverbreitung. Das Problem: Das tödliche Virus kann über im Freien achtlos entsorgte Wurst- oder Fleischreste verbreitet werden. Wildschweine fressen diese Abfälle, infizieren sich – und schon beginnt die Katastrophe. Deshalb der eindringliche Appell: Speisereste gehören in geschlossene Mülleimer – nicht in den Wald oder in die freie Landschaft.
Virus greift auf Nutztierbestände über
Denn Experten vermuten, dass für die jüngsten ASP-Ausbrüche menschliches Fehlverhalten die Ursache sein könnte. Die Seuche brach in vielen Fällen gewissermaßen aus heiterem Himmel aus. Der Grund dafür könnte sein, dass mit dem Virus belastete fleischhaltige Lebensmittel in die Natur geworfen und von Wildschweinen gefressen wurden. Grassiert die ASP dann in einer Region, kann das Virus schnell auf die Nutztierbestände übergreifen. "Es muss alles darangesetzt werden, um einen ASP-Eintrag in Hausschweinebestände zu verhindern", sagt Witthöft.
Sicherheitsmaßnahmen beachten
Die Kreis-Veterinärin fordert alle Schweinehalter auf – ob mit großem Mastbetrieb oder kleinem „Minipig“ im Garten –, die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten und die Hygienestandards zu beachten. Denn sollte das Virus einmal in einen Tierbestand gelangt sein, ist es oft zu spät. Im September 2020 wurde die Afrikanische Schweinepest erstmals in Deutschland – in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen – bei Wildschweinen nachgewiesen. Seitdem breitet sie sich in der Wildschweinpopulation aus.
Hier können Auffälligkeiten bei Wildschweinen oder tote Tiere gemeldet werden:
- Meldungen im Landkreis Stade an das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz (Telefon: 04141 - 123931; E-Mail: veterinaerwesen@landkreis-stade.de)
- Meldungen im Landkreis Harburg an das Amt für Veterinärwesen und Tierschutz (Telefon: 04171 - 693466; E-Mail: Tierschutz@LKHarburg.de)
Weitere Infos:
- Landkreis Stade: bitte hier klicken
- Landkreis Harburg: bitte hier klicken
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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