Kundgebung für Liebe und Toleranz
900 Menschen demonstrierten in Stade gegen Hass und Hetze
- Der Platz Am Sande in Stade war gut gefüllt
- Foto: Kai Holm
- hochgeladen von Jörg Dammann
Es war eine bunte Menschenmenge, die am Sonntagvormittag (16. Februar) den Platz Am Sande füllte: Rund 900 Personen aus allen Altersgruppen - von Schülern bis zu den "Omas gegen Rechts" - beteiligten sich an der Kundgebung in der Stader Innenstadt, zu der ein überparteiliches Organisationsteam unter dem Motto "Liebe ist stärker als Hass" aufgerufen hatte.
Die Veranstalter hatten im Vorfeld betont, dass es bei der Demo nicht um parteipolitische Inhalte, sondern grundsätzlich um das Eintreten für "eine offene und bunte Gesellschaft" gehe. Mit der Kundgebung sollte ein Zeichen gesetzt werden: Das Schüren von Hass gegen politisch Andersdenkende und das Verbreiten rechtsextremer Parolen darf niemals akzeptiert werden. Entsprechende Aussagen fanden sich auf den Transparenten der Kundgebungsteilnehmer wieder. Es waren Sprüche wie "Menschenrechte statt rechte Menschen", "Kein Platz für Hass" oder "Wir können was dafür, wenn nichts dagegen tun" zu lesen.
- Viele Teilnehmer hatten selbst gebastelte Transparente dabei
- Foto: Kai Holm
- hochgeladen von Jörg Dammann
Plakate gegen die AfD
Unter der großen Zahl an Transparenten waren aber einige dabei, die sich dann doch gezielt gegen eine Partei richteten: "1933? Nicht nochmal - stopp AfD" stand auf einem Plakat, eine andere Teilnehmerin hatte ein Herz gebastelt und es mit der Aufforderung versehen: "Lebe so, dass die AfD was dagegen hat." Auf einem weiteren Transparent stand das Kürzel AfD als Akronym für "Auf keinen Fall, Digga".
Trotz des überparteilichen Konzepts blieb der Wahlkampf auf dem Platz Am Sande nicht außen vor. Die Parteien SPD, Grüne, Volt und Linke hatten am Rand der Kundgebung Infostände aufgebaut. Im Vorfeld stand bereits fest, dass sich CDU und FDP nicht beteiligen werden. Es hieß unter der Hand, dass es auf der Veranstaltung Kritik am migrationspolitischen Kurs beider Parteien geben sollte. Tatsächlich gab es vereinzelt Plakate, die sich gegen den CDU-Parteichef Friedrich Merz wandten.
Bunte Mischung aus Rede- und Musikbeiträgen
Die Kundgebung bot nicht nur eine bunte Mischung an Teilnehmern, sondern auch an Rede- und Musikbeiträgen. Melina Pampoukidou von der Stader Theatergruppe "Improvokanz" trug einen Rap des Musikers Enno Berger vor und stellte die Frage: "Warum tun wir so, als wären wir blind?" Es dürfe "nur einen Weg" geben, um Hass in der Gesellschaft zu verhindern: Man müsse "widerlegen, widersetzen, widerstehen". Die "Omas gegen Rechts" wiederum zeigten sich besorgt um künftige Generationen, wenn sich Hass und Hetze in unserer Gesellschaft weiter ausbreite. Auch Vertreter der queeren Community kamen zu Wort. Sie sprachen sich gegen Intoleranz und für Freiheit aus. Ein Sänger trug den alten Schlagertitel "Die weißen Tauben sind müde" vor. Das Lied avancierte in den 1980ern zu einer Hymne der deutschen Friedensbewegung.
Anmerkung: In der ersten Version dieses Artikels war von rund 600 Teilnehmern die Rede. Wir haben jetzt die Teilnehmerzahl auf 900 korrigiert. Die Schätzungen der Polizei gehen von 800 bis 1.000 Personen aus.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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