"A20 versinkt im Moor"

Die Grünen am Stader Bahnhof (v. li.): Peter Wortmann, Eva Viehoff, Detlev Schulz-Hendel und Ralf Poppe fordern den Ausbau des Schienenverkehrs als eine Alternative zur Autobahn   Foto: tp
  • Die Grünen am Stader Bahnhof (v. li.): Peter Wortmann, Eva Viehoff, Detlev Schulz-Hendel und Ralf Poppe fordern den Ausbau des Schienenverkehrs als eine Alternative zur Autobahn Foto: tp
  • hochgeladen von Thorsten Penz

Die Grünen fordern Alternativen / Besichtigung geplanter Streckenführung im Landkreis Stade

tp. Stade. Kühner Vorstoß mit Öko-Handschrift: Die Grünen im niedersächsischen Landtag fordern den sofortigen Planungsstopp der Küstenautobahn A20, deren Trasse weite Teile Kehdingens und der Stader Geest durchschneidet. Einen entsprechenden Antrag kündigte Detlev Schulz-Hendel, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen in Hannover, am Donnerstag bei einem Besuch im Landkreis Stade an. Die Grünen ziehen gegen die von ihnen als zu teuer und umweltschädlich erachtete A20 mit Alternativen wie dem Ausbau des Schienenverkehrs zu Felde.

Anlass für die Grünen-Kritik ist die jüngste Bereisung der Planungsabschnitte vier bis sieben der Küstenautobahn im Elbe-Weser-Raum. „Wir Grünen halten es für unverantwortlich, dass die rot-schwarze Landesregierung nicht nur an dem Bau der A20 festhält, sondern zusätzlich Landesgeld in die beschleunigte Planung dieses zweifelhaften Projektes pumpt“, sagte Schulz-Hendel. In Begleitung von Eva Viehoff, regional zuständlige Grünen-Landtagsabgeordnete, Renate Matthes, Sprecherin der Bürgerinitiative gegen die Küstenautobahn in Oldendorf-Himmelpforten, Peter Wortmann vom den Grünen in Oldendorf-Himmelpforten und Ralf Poppe vom Grünen-Kreisverband Stade bereiste er am Donnerstag "neuralgische Punkte" der Autobahnplanung. Ziele waren u.a. das künftige Kehdinger Kreuz bei Drochtersen mit seinem weichen Torfboden, die Oste-Landschaft auf der Geest und die vorgesehene Autobahnbrücke zwischen Behrste und Gräpel.

Ähnlich wie bei der "Pannenautobahn" in Mecklenburg-Vorpommern bestehe auch in Niedersachsen das Risiko, dass die Küstenautobahn "im Moor versinken" werde. Immerhin würden sieben Abschnitte des Bauprojektes über bis zu 20 Meter tiefes Moor führen - so auch im Elbe-Weser-Dreieck und im Stader Kreisgebiet. „Aus der Antwort der Landesregierung auf unsere Anfrage geht hervor, dass ein Desaster wie im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern nicht ausgeschlossen werden kann", sagte der Grüne weiter. Nicht geklärt sei zudem, wer im Fall eines Absackens des Baugrundes die Kosten tragen werde. Schulz-Hendel: "Das beruhigt uns keinesfalls. Unter diesen Voraussetzungen fordern wir den sofortigen Planungsstopp der A20."

Als Alternativen zu der Küstenautobahn, die nach seinen Angaben auf Niedersächsischer Seite 3,2 Milliarden Euro - ohne den neuen Elbtunnel bei Drochtersen - kostet, nennt Schulz-Hendel die Stärkung des Schienenverkehrs, etwa durch Belebeung des Eisenbahnstrecke Bremervörde-Stade für den Personentransport, eine Stärkung der Elbfähre Wischhafen mit neuen, schnellen Fährschiffen, die Förderung der Bürgerbusse und ergänzend dazu sogenante Rufbusse, die bei Bedarf Fahrgäste an der Haustür abholen. Eine App zur Fahrtenplanung sei in der Entwicklung.

Was die Erfolgsaussicht des Antrages zum Planungsstopp angeht, den die Grünen nach der Sommerpause im Landtag stellen wollen, gibt sich Schulz-Hendel realistisch: "Wir werden wohl keine Mehrheit finden, aber sicherlich noch einmal eine breite Diskussion anstoßen."

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

Panorama
  3 Bilder

Eklat zwischen dem Künstler Erwin Hilbert und dem Vorstand der St.-Petri-Kirche
Kunstausstellung in Buxtehuder Kirche vorzeitig beendet

sla. Buxtehude. Nach etlichen Vorfällen, über die das WOCHENBLATT berichtete, hat der Kirchenvorstand der St.-Petri-Kirchengemeinde die Kunstausstellung "Jesus und andere Gestalten" sowie die weitere Zusammenarbeit mit dem Künstler Erwin Hilbert vorzeitig beendet. Der Entschluss wurde durch Pastor Michael Glawion nach dem Druck der Wochenendausgabe bekanntgegeben. Die genauen Hintergründe, die zu dieser Entscheidung führten, werden in der nächsten WOCHENBLATT-Ausgabe am Mittwoch ausführlich...

Politik
Wenn sich in der Biotonne Maden sammeln, ist das nicht gefährlich, beruhigt der Landkreis

Antwort des Landkreises Harburg auf FDP-Antrag
Maden in Biotonnen sind ungefährlich

(os). Wenn sich in der Biotonne Maden sammeln oder die Tonne einen unangenehmen Geruch verbreitet, ist das für Menschen ungefährlich. Das geht aus der Antwort des Landkreises Harburg auf eine Anfrage der FDP-Kreistagsfraktion hervor. Wie berichtet, wollten die Freidemokraten wissen, ob es möglich ist, die Biotonne in den Monaten zwischen Mai und September jede Woche und nicht wie derzeit alle 14 Tage leeren zu lassen. Die FDP-Fraktion hatte auf viele Klagen von Bürgern verwiesen, denen beim...

Panorama
Die DLRG rät, nur an bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen

Viele Tote an ungesicherten Badestellen
24 Menschen sind bisher in Niedersachsen ertrunken

(bim). Eine Zwischenbilanz der bisherigen Ertrinkungszahlen veröffentlichte jetzt der DLRG-Bundesverband. Demnach sind in Niedersachsen 24 Menschen ertrunken und damit fünf weniger als im Vorjahr. Im Ländervergleich erreicht Niedersachsen dennoch den dritthöchsten Wert (in Nordrhein-Westfalen sind es 26, in Bayern 35). Bundesweit wurden 192 Ertrunkene registriert. Die meisten Unfälle ereignen sich nach wie vor im Binnenland - besondere Gefahr besteht an ungesicherten Badestellen, wie...

Panorama
Bei Drochtersen soll die A 20 die Elbe unterqueren. Der Tunnelbau könnte - wenn alles gut läuft - 2025 beginnen

Fertigstellung der A 20 weiter für 2030 angepeilt
Neuer Elbtunnel: Baubeginn soll 2025 sein

Ab 2030 sollen die ersten Autos durch den neuen Elbtunnel bei Drochtersen rollen.(jd).  Der Termin 2030 wurde in den Vorjahren immer wieder von Planern und Politikern genannt. Jetzt bestätigte der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Bernd Buchholz noch einmal indirekt die Zeitplanung: Er rechne damit, dass die A 20 in seinem Bundesland ab 2030 in ihrer kompletten Länge befahren werden kann, erklärte der Minister. Er dürfte dabei auch an die Elbquerung gedacht haben. Denn ohne den Tunnel...

Politik
Auf dem Gelände der Stadtwerke an der Maurerstraße soll in einer Halle ein Feuerwehrfahrzeug stationiert werden

Sechsmonatige Probephase geplant
Feuerwehrstandort bei den Buchholzer Stadtwerken?

os. Buchholz. Steht bald ein Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Holm in der Waschhalle der Buchholzer Stadtwerke, um von der Maurerstraße zu Einsätzen z. B. ein Steinbeck auszurücken? Das sehen zumindest die Pläne der Stadtverwaltung und der Feuerwehrspitze vor, die Buchholz' Stadtjustiziarin Hilke Henningsmeyer jüngst im Bauausschuss vorstellte. Demnach soll es einen sechsmonatigen Probebetrieb geben und hinterher über weitere Schritte entschieden werden. Hintergrund der Maßnahme ist...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen