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FDP-Politiker fordert Rücknahme der Preiserhöhung
Auch eine Idee: Stader Freibäder nicht mehr beheizen

Wolfgang Ehlers vor dem Bützflether Freibad. Er schlägt vor, das Wasser nicht mehr zu beheizen | Foto: jd
  • Wolfgang Ehlers vor dem Bützflether Freibad. Er schlägt vor, das Wasser nicht mehr zu beheizen
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Erwachsene zahlen jetzt 5,50 Euro statt 3,50 Euro Eintritt: Mit einer deftigen Preiserhöhung für die Freibäder in Stade und Bützfleth hat die Stader Bädergesellschaft für Schlagzeilen gesorgt. Auch für Kinder und Jugendliche ist der Eintrittspreis angehoben worden - von 2 auf 3 Euro. Die Stadtwerke-Tochter begründet den hohen Eintritt mit den gestiegenen Energiekosten (das WOCHENBLATT berichtete). Abgesegnet wurde die Preiserhöhung von den Vertretern der politischen Parteien im Aufsichtsrat. Doch gerade in der Politik regt sich Unmut über diese Entscheidung. Jetzt macht ein engagierter Kommunalpolitiker seinem Ärger Luft: Der langjährige FDP-Ratsherr Wolfgang Ehlers fordert die Rücknahme der hohen Eintrittspreise.

Schwimmen in Stade: Ganz schön teuer

"Zunächst bin ich einmal enttäuscht darüber, dass die meisten Aufsichtsratsmitglieder trotz Nachfrage der Presse nicht Stellung zur ihrem folgenschweren Beschluss bezogen haben", erklärt Ehlers. "Sie müssen doch eine eigene Meinung zu diesem Thema haben und können sich doch nicht - wie der Grünen-Vertreter - hinter dem Geschäftsführer verstecken." Dieses Verhalten sei für gewählte Ratsmitglieder, die den Bürgern gegenüber Rechenschaft abzulegen haben, unangemessen.

Ehlers hält mit seiner Meinung jedenfalls nicht hinter den Berg: Die Preiserhöhung sei völlig unangebracht in Zeiten, in denen viele Familien mit den Folgen der Inflation zu kämpfen haben und nicht wissen, wie sie finanziell über die Runden kommen sollen. Der FDP-Politiker macht eine Rechnung auf: "17 Euro müssen Eltern mit zwei Kindern für einen Nachmittag im Freibad berappen. Das ist eindeutig zu viel." Ehlers fürchtet, dass das Kalkül der Bädergesellschaft, mit dem höheren Eintritt einen Teil der Mehrkosten aufzufangen, nicht aufgeht. "Das Defizit könnte sogar steigen, weil jetzt weniger Leute ins Freibad gehen."

Teurer Freibad-Eintritt in Stade: Muss das sein?

Der liberale Politiker macht einen Gegenvorschlag: "Angesichts der Gas-Krise muss es doch vorrangiges Ziel sein, Energie zu sparen." Daher sollten die beiden Stader Freibäder ab sofort nicht mehr beheizt werden. "Ich denke, die Sonne wird die Becken schon auf 18 bis 19 Grad erwärmen." Das sei auch die aktuelle Temperatur bei den Nord- und Ostseebädern. Im Gegenzug sollten die Eintrittspreise deutlich abgesenkt werden, um den Familien einen preiswerten Badespaß zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang bezeichnet Ehlers es als ohnehin unverständlich, dass die zwei Freibäder noch immer mit Gas beheizt werden. "Da gibt es doch schon seit Jahren umweltfreundlichere Lösungen wie etwa in Harsefeld, wo eine Solaranlage zum Einsatz kommt."

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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