Infektionsgeschehen
Corona-Fälle an 28 Schulen in den Landkreisen Harburg und Stade

In den Schulen in den Landkreisen Stade und Harburg herrscht wegen des hohen Infektionsgeschehens aktuell Maskenpflicht
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(bim/ts). 22 Schulen und zwei Kindertagesstätten (Kitas) im Landkreis Harburg sowie sechs Schulen und zwei Kindertagesstätten im Landkreis Stade waren am Donnerstag, 12. November, von Infektionsgeschehen mit dem Erreger der Lungenkrankheit COVID-19 betroffen. Das teilten die Kreisverwaltungen Harburg und Stade auf Nachfrage dem WOCHENBLATT mit.
Wie viele Schüler und Lehrer genau sich in Quarantäne befinden, geht aus den Mitteilungen der Kreisverwaltungen nicht hervor. Die Behörden erfassen lediglich die betroffenen Klassen und Jahrgänge.
Seit Beginn der Pandemie habe es immer wieder auch unter Kindern und Jugendlichen, die die Schulen besuchen, Corona-Infektionen gegeben. Dabei habe es sich immer um vereinzelte Fälle gehandelt, heißt es aus dem Kreishaus in Winsen dazu. "Die Schulen gelten nicht als 'Hotspots'. Lokale Schwerpunkte sind nicht festzustellen, betroffen sind gleichmäßig der gesamte Landkreis und alle Schulformen", sagte Kreissprecher Andres Wulfes.
Mittlerweile hat sich die Strategie bei den Infektionsschutzmaßnahmen geändert: "Bei Corona-Fällen wird nicht mehr unbedingt für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet, sondern nur für die direkten Kontaktpersonen und Sitznachbarn", erklärte Wulfes. Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) kritisiert das.
Laut Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, der Bund und Länder bei ihren Verordnungen häufig folgen, soll der Betrieb in den Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen mit möglichst wenigen Einschränkungen offengehalten werden. Der Grund: "Schulen und Kitas sind entscheidend für die Entwicklung, Bildung und Sozialisierung von Kindern und Jugendlichen sowie dafür, dass Eltern ihren beruflichen Tätigkeiten nachgehen können", heißt es.
Laut Deutschem Lehrerverband befinden sich derzeit bundesweit mehr als 300.000 der elf Millionen Schüler und bis zu 30.000 der rund 800.000 Lehrer in Quarantäne. Die Organisation bezeichnet das als "Salami-Lockdown".
Ein Versagen beim Corona-Schutz in den Schulen wurde diese Woche Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (44, SPD) von den Oppositionsparteien Grüne und FDP sowie der mitregierenden CDU vorgeworfen.
Tonne stellte dazu am Mittwoch in einer Rede im Landtag fest: "Unsere Schulen in Niedersachsen sind Pandemie-fest!" Neben der Erfüllung des Bildungsauftrages als zentraler Aufgabe von Schule sei die Qualität und die Verlässlichkeit der Betreuung für die Familien von großer Bedeutung. Zudem habe Schule ihre wichtige soziale Funktion für die Kinder und Jugendlichen gezeigt. Es habe sich gezeigt, dass Schulen keine Treiber der Corona-Pandemie seien. "Im Rahmen regelmäßiger Abstimmungen meines Hauses mit dem Landesgesundheitsamt und dem Gesundheitsministerium wird diese Aussage immer wieder überprüft."
Aber natürlich seien die Schulen nicht immun gegen das Virus, sagte Tonne. Auch wenn die Kinder und Jugendlichen weiterhin die Schulen besuchen, appellierte Tonne Ende Oktober, dass sich am Nachmittag nicht derselbe Personenkreis zu Freizeitaktivitäten und Vereinssport treffen dürfe - eine etwas weltfremde Vorstellung. Damit solle u.a. das Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch durch Überlastung geschützt werden.
Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) hingegen kritisiert: „Die Infektionszahlen steigen exponentiell an, unsere Schulen sind keine Oasen der Sicherheit, auch wenn unser Kultusminister versucht, diesen Eindruck zu erwecken. Das zeigen die täglichen Meldungen über Corona-Fälle aus den Schulen“, so VNL-Landesvorsitzender Torsten Neumann in einer Stellungnahme zur aktuellen Schulsituation. Wenn in einer Klasse ein Corona-Fall aufgetreten sei, so müssten mindestens die gesamte Klasse sowie die dort unterrichtenden Lehrkräfte in Quarantäne geschickt werden und nicht nur unmittelbare Sitznachbarn. Das konsequente Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung müsse in allen Klassen erfolgen, sowohl im eingeschränkten Regelbetrieb als auch im Wechselbetrieb.
• Den "Rahmen-Hygieneplan Corona Schule" gibt es unter www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/schule-neues-schuljahr-190409.html.

Übersicht: Corona-Fälle in den Schulen
Folgende Schulen und Kitas waren am Donnerstag, 12. November, von Corona-Infektionen betroffen:
Landkreis Harburg:
Stadt Buchholz: Gymnasium Am Kattenberge (zwei Jahrgänge), Heideschule (zwei Klassen), IGS Buchholz, BBS (drei Klassen), Mühlenschule Holm-Seppensen (eine Klasse), Groneschule (ein Kursus)
Winsen: Grundschule Borsteler Grund (eine Klasse), BBS (eine Klasse), Johann-Peter-Eckermann-Realschule (eine Klasse/ein Kursus), Gymnasium Winsen (eine Klasse), Luhe-Gymnasium (zwei Jahrgänge)
SG Elbmarsch: Grundschule Tespe (zwei Klassen)
SG Hanstedt: Grundschule Brackel (zwei Jahrgänge), Grundschule Hanstedt (eine Klasse)
Neu Wulmstorf: Gymnasium (zwei Klassen), Oberschule (eine Klasse)
Seevetal: Grundschule Horst (zwei Klassen), IGS (eine Klasse), Grundschule Hittfeld (ein Jahrgang), Gymnasium Meckelfeld (eine Klasse)
SG Salzhausen: Oberschule (eine Klasse)
SG Tostedt: Grundschule Tostedt (ein Jahrgang)

Kindertagesstätten:
Seevetal: AWO-Kita Glüsingen,
Samtgemeinde Tostedt: Kita Wistedt

Landkreis Stade:
Buxtehude: Schulzentrum Süd, Halepaghen-Schule, IGS Buxtehude
Stade: Athenaeum und BBS II, Grundschule Bockhorster Weg

Kindertagesstätten: 
Hollern-Twielenfleth und Stade-Hahle: städtische Kita

In den Schulen in den Landkreisen Stade und Harburg herrscht wegen des hohen Infektionsgeschehens aktuell Maskenpflicht
Alle 20 Minuten für fünf Minuten die Fenster öffnen und lüften - diese Regel ist derzeit für alle Schulen, hier das Albert-Einstein-Gymnasium in Buchholz, Pflicht
Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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