Vier Flächen sind laut RROP vorgesehen
Hier sollen im Stader Stadtgebiet künftig Windräder stehen
- Die Karte zeigt die Windkraft-Vorranggebiete (grün), die laut RROP-Entwurf auf dem Gebiet des Hansestadt Stade ausgewiesen werden. Die in Gelb dargestellten Potenzialflächen entfallen
- Foto: OpenTopoMap/jd
- hochgeladen von Jörg Dammann
Auch auf dem Stader Stadtgebiet sollen sich in Zukunft mehr Windräder als bisher drehen. In dem neuen Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises, das jetzt der Politik im Entwurf vorliegt, sind innerhalb der Stadtgrenzen neue Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen. Einige dieser künftigen Windparks teilt sich Stade mit einer Nachbarkommune - wie beispielsweise der Gemeinde Hammah. Von den sieben Potenzialflächen, die die Planer im Kreishaus rund um Stade ins Auge gefasst haben, bleiben nach eingehender Prüfung - u.a. in Hinblick auf Umweltaspekte - vier übrig. Dabei handelt es sich um die folgenden Flächen:
Vorranggebiete Stade und Drochtersen (319 Hektar)
Ein großer Potenzialflächenkomplex mit insgesamt 24 Teilflächen erstreckt sich beiderseits der künftigen Trasse der A26 zwischen Bützflethermoor und Drochtersen. Die Fläche sei grundsätzlich geeignet, heißt es in der raumordnerischen Bewertung. Dort stehen bereits einige Windräder. Zudem liegt sie in räumlicher Nähe zur geplanten Autobahn, mehreren Hochspannungsfreileitungen und Industriegebieten, was eine Bündelung technischer Infrastrukturen bedeutet. Ein Großteil der Flächen wurde allerdings von der weiteren Planungen ausgeschlossen. Begründung: Die Windräder würden durch ihre Lage riegelartig auf die Landschaft wirken, zudem gibt es hohe Konfliktpotenziale mit Natura 2000-Gebieten und dem Vogelschutz. Am Ende bleiben von zunächst 391 Hektar rund 319 Hektar übrig, wovon 285 Hektar auf die Samtgemeinde Drochtersen und 33 Hektar auf die Hansestadt Stade entfallen.
Vorranggebiet Hammah (140,7 Hektar)
Der zweite große Komplex an Potenzialflächen liegt nördlich der Stader Ortschaft Haddorf und reicht weit bis in die Gemeinde Hammah hinein. Obwohl in diesem Bereich noch keine Windkraftanlagen vorhanden sind, wird die Fläche als geeignet eingestuft, da ein großräumiges, zusammenhängendes Areal umfasst, keine schweren Nutzungskonflikte aufweist und gut mit der vorhandenen technischen Infrastruktur (z. B. Stromleitungen) gebündelt werden kann. Auch die Umweltprüfung hat eine Eignung dieser kompakten Fläche ergeben. Zwar bestehen artenschutzrechtliche Konflikte, etwa in Hinblick auf den Weißstorch und auf Fledermauspopulationen, doch diese lassen sich durch naturschutzfachliche Maßnahmen mildern. Die Fläche wird mit den ursprünglich vorgesehenen 140,7 Hektar als Windkraft-Vorranggebiet Hammah ausgewiesen.
Vorranggebiet Wiepenkathen (54,6 Hektar)
Südlich der Stader Ortschaft Wiepenkathen befindet sich der dritte Potenzialflächenkomplex. Die Fläche grenzt zum einen an Vorranggebiete Natur und Landschaft – darunter das Schwingetal – und überschneidet sich zum anderen teilweise mit Vorranggebieten für die Rohstoffgewinnung (Sand), in denen aktuell auch Abbau stattfindet. Die Bündelung mit bestehender Infrastruktur wie B74, Fernleitungen, einen Mobilfunkmast und eine Biogasanlage wird positiv bewertet. Zwar sind Beeinträchtigungen durch Lärm und Schattenwurf in der Nähe bestehender Wohnnutzungen möglich, diese können aber durch technische Maßnahmen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens so gesteuert werden, dass Grenzwerte eingehalten werden. Da vier der acht Teilflächen entfallen (u.a. wegen des Sandabbaus), wird dieses Vorranggebiet Stade-Wiepenkathen von 81,1 auf 54,6 Hektar reduziert.
Vorranggebiet Agathenburg (170,5 Hektar)
Der vierte Potenzialflächenkomplex berührt Stade nur am Rande. Das 254,6 Hektar große Areal mit seinen 13 Teilflächen liegt hauptsächlich in der Samtgemeinde Horneburg beiderseits der A26. Raumordnerisch betrachtet liegt die Fläche günstig nahe Industrie- und Gewerbestandorten wie dem Airbus-Werk. Die Nähe zum Baudenkmal Schloss Agathenburg sowie zu historischen Hofanlagen machen fachliche Prüfungen durch den Denkmalschutz erforderlich. Auch in anderer Hinsicht ist der Bereich sensibel: Er befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Alten Land, das als Vorranggebiet "kulturelles Sachgut" eingestuft ist und eine wichtige touristische Bedeutung hat. Wegen der bestehenden Konflikte (u.a. Siedlungsnähe, Natur- und Denkmalschutz) werden nur 170,5 von ursprünglich 254,6 Hektar als Vorranggebiet Agathenburg ausgewiesen.
Diese drei Potenzialflächen werden nicht als Windkraft-Vorranggebiete auf Stader Stadtgebiet festgelegt:
- Vorranggebiet Groß Sterneberg: Die Stader Teilflächen an der Rotschlammdeponie entfallen. Es verbleiben 177 Hektar.
- Potenzialfläche westlich von Wiepenkathen (3,5 Hektar): Die Fläche liegt vollständig in einem Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung (Klei). Da Klei für den Deichbau besonders geeignet ist, wird diesem Rohstoff Priorität eingeräumt.
- Potenzialfläche an der Schwinge nordwestlich von Hagen (4,8 Hektar): Die Fläche ist aufgrund ihrer geringen Größe und der Einzellage nicht geeignet.
KREISZEITUNG WOCHENBLATT +++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
|
| Webseite von Jörg Dammann | |
| Jörg Dammann auf Facebook | |
| Jörg Dammann auf Instagram | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.