Fläche als Fußgängerzone ausweisen
SPD und Grüne: Stader Fischmarkt soll autofrei werden

Autos auf dem Stader Fischmarkt: Das soll es nach dem Willen von SPD und Grünen künftig nicht mehr geben | Foto: jd
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Der Stader Fischmarkt ist sozusagen das „Esszimmer“ der Hansestadt. Im Bereich rund um den historischen Hansehafen stehen dicht an dicht die Außentische und Stühle der umliegenden Restaurants, Cafés und Bars. Noch halten die für Mai ungewöhnlich kühlen Temperaturen viele Gäste davon ab, draußen Platz zu nehmen. Bei einstelligen Temperaturen Schnitzel, Scampi oder Sushi zu essen, ist nicht jedermanns Sache. Doch der Sommer steht noch bevor, und  dann dürften sich die Plätze in Stades guter Stube wieder füllen. Jetzt stellt die Politik aber erneut die Frage, wie attraktiv der Fischmarkt als Aufenthaltsort ist, wenn inmitten Außengastronomie weiterhin Autos unterwegs sind und das Ambiente durch parkende Fahrzeuge beeinträchtigt wird.

Fischmarkt als Fußgängerzone ausweisen
Die Ratsfraktionen von SPD und Grünen sind dafür, die Autos künftig Fischmarkt vollständig zu verbannen. In einem gemeinsamen Antrag schlagen die Ratsfrauen Elena Brückner (SPD) und Karin Aval (Grüne) vor, den Bereich offiziell als Fußgängerzone auszuweisen. Lieferverkehr soll zu festgelegten Zeiten erlaubt bleiben. Auch für Anwohner soll es Ausnahmen geben. Brückner und Aval verweisen auf das städtische "Sicherheits- und Verkehrsberuhigungskonzep für die Altstadt, bei dem versenkbare Poller eine zentrale Rolle spielen". Solche Poller seien in der Salzstraße und der Burgstraße ja bereits vorhanden.

Aufenthaltsqualität erhöhen
Der Fischmarkt sei ein „touristisches Juwel“ und identitätsstiftender für die Stader Bürgerinnen und Bürger, so die beiden Politikerinnen. Der motorisierte Verkehr beeinträchtige sowohl die Atmosphäre als auch die Sicherheit in diesem sensiblen Bereich. Ziel sei es deshalb, die Aufenthaltsqualität deutlich zu erhöhen. Gleichzeitig erhöhe sich das Sicherheitsgefühl der Besucher. Rettungsdienste und Einsatzfahrzeuge könnten im Bedarfsfall die absenkbaren Poller jederzeit passieren.

Zudem verweisen die Antragstellerinnen auf die Tourismusstrategie „Stade 2030“, die eine qualitative Aufwertung öffentlicher Räume vorsieht. Ein autofreier Fischmarkt passe deshalb sowohl zu den touristischen als auch zu den städtebaulichen Zielen der Stadt. Schließlich sehe das Konzept auch eine "Aufwertung öffentlicher Räume" vor. 

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Ärger wegen des Pollers
Die Diskussion um einen autofreien Fischmarkt hat in Stade schon eine gewisse Traditon. Seit Jahren wird darüber gesprochen - und immer wieder auch mal gestritten. Seitens der Stadt wurde der Autoverkehr rund um den Fischmarkt bereits vor zwei Jahren eingeschränkt. Zumindest abends und an den Wochenenden ist der Bereich für Autos tabu. Ziel war es, Falsch- und Dauerparker vom Fischmarkt fernzuhalten. Diese Maßnahme verärgerte allerdings die Geschäftsleute vor Ort. Mehrere Ladeninhaber kritisierten, dass sie im Vorfeld nicht ausreichend informiert worden seien und Anlieferungen am Abend kaum noch möglich seien. Besonders absurd wirkte dabei eine Beschilderung am Fischmarkt, wonach Lieferverkehr ausgerechnet ab 18.30 Uhr erlaubt war – also genau zu dem Zeitpunkt, an dem der Poller die Zufahrt blockierte.

 

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Poller unbürokratisch steuern?
Jetzt soll es nach dem Willen von SPD und Grünen  "klar definierte Zeitfenster" für den Lieferverkehr geben - in Absprache mit den Geschäftsleuten. "Die konkrete Ausgestaltung erfolgt in enger Abstimmung mit den ansässigen Betrieben, um praktikable und verlässliche Lieferzeiten sicherzustellen", heißt es im Antrag. 
Für Anwohnende soll es "praktikable Ausnahmeregelungen" geben, insbesondere für Umzüge, Möbellieferungen oder Handwerksleistungen. Die Antragstellerinnen gehen davon aus, dass eine Regelung der Zufahrtsrechte technisch problemlos umzusetzen ist: "Hierfür sollen zeitlich befristete Zufahrtsberechtigungen eingerichtet werden, die über die vorhandene Pollertechnik unbürokratisch gesteuert werden können." Gemeint ist damit wahrscheinlich die Verwendung von Transpondern. Ob solche Funkchips tatsächlich genutzt werden können, ist gerade Gegenstand einer WOCHENBLATT-Anfrage bei der Stadt. Vor zwei Jahren jedenfalls musste immer ein Mitarbeiter eines Schließdienstes anrücken, um die Poller per Schlüssel hoch- bzw. runterzufahren.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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