Stockender Breitbandausbau auf dem Land zwingt Unternehmer zum Handeln

Unternehmer Jochen Alpers aus Fredenbeck wünscht sich schon lange den Ausbau des Breitbandnetzes
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lt. Fredenbeck. Brieftauben verschicken und mit Rauchzeichen kommunizieren? Manchmal fühlt sich Unternehmer Jochen Alpers, als sei man in der Gemeinde Fredenbeck noch Lichtjahre entfernt vom digitalisierten Zeitalter, in dem jeder mit Highspeed im Internet surfen kann. Am Beispiel des Unternehmers, der seinen Firmensitz am Rande einer Ortschaft auf dem Land hat, wird deutlich, wie eine extrem kompliziert aufgestellte Förderkulisse zwischen Bund, Land und Kommune den Breitbandausbau auf dem Land bremst - und Betriebe zum Handeln zwingt.
"Innerhalb der vergangenen Jahre hat sich unsere Datenübertragungsrate von 30 auf nur noch drei MBits in der Sekunde verschlechtert", sagt Jochen Alpers. Wirtschaftliches Arbeiten am Markt sei so fast unmöglich. Zudem sei ihm von unterschiedlichen Netzanbietern mitgeteilt worden, dass die Internetverbindung womöglich bald ganz zusammenbrechen könnte.
Leicht auszurechnen, was das in der heutigen Zeit für ein Dienstleistungs-Unternehmen bedeuten würde, das mit seinen Kunden und auch innerhalb der Firma täglich große Datenmengen austauschen muss. "Wir sind darauf angewiesen, unsere Systeme nutzen zu können, u.a. auch zur Ortung von Firmenfahrzeugen und um Fahraufträge direkt in die Fahrzeuge zu senden", sagt Jochen Alpers. Dass es derzeit nicht einmal möglich sei, die Telefonanlage von vier auf sechs Festanschlüsse zu erweitern, da die nötige Datenkapazität nicht vorhanden sei, ärgert ihn.
Dabei habe er schon vor gut zwei Jahren bei der Gemeinde auf die Probleme hingewiesen und sich Unterstützung erhofft. Leider sei bis heute nichts passiert.
Nach etlichen geführten Gesprächen sei er nun dabei, u.a. gemeinsam mit der ebenfalls betroffenen Dankers Bohrtechnik GmbH aus Fredenbeck und mit der EWE als möglichem Netzbetreiber eine Lösung zu finden, bei der der Ausbau in Eigenregie erfolgen kann. "Uns auf Land oder Kommune zu verlassen, dauert einfach zu lange", sagt Jochen Alpers.
Hintergrund: Bereits im April 2017 lag der Samtgemeinde Fredenbeck ein Antrag der Interessengemeinschaft Joachim Alpers GmbH & Alpers Agrarenergie GbR auf den Breitbandausbau in Fredenbeck-Dinghorn vor. Daraufhin war der Bereich "Dinghorn" in ein Förderverfahren aufgenommen worden, das derzeit auch läuft. Das Verfahren stockt derzeit, da das Land noch eine Förderrichtlinie erarbeiten muss.
"Der Antrag läuft seit 14 Monaten, aber Bund und Land können sich nicht einigen", fasste Samtgemeinde-Bürgermeister Ralf Handelsmann das Problem bei der jüngsten Ratssitzung des Gemeinderates Fredenbeck zusammen. Man wisse zwar, dass es bei den Betrieben dringlich sei, könne aber als Kommune nur schwer tätig werden.
Man dürfe rechtlich gesehen nicht in den Netzausbau eingreifen, suche nun aber nach Wegen, um mit Anbietern, Firmen und der Verwaltung eine Lösung zu finden, damit es nicht zur Abwanderung von Unternehmen komme, so Handelsmann. Mit im Boot seien auch Juristen und das Breitband-Kompetenzentrum Niedersachsen.
Konkret geht es dabei darum, zu klären, ob die Gemeinde womöglich einen Zuschuss zu einem eigenwirtschaftlichen Ausbau des Breitbandnetzes geben kann. Nach einer groben Schätzung könnten dafür Kosten in Höhe von 120.000 Euro entstehen.
• Ein Blick auf den Breitbandatlas zeigt, wie es um die Versorgung mit schnellem Internet in der Region bestellt ist: www.breitband-niedersachsen.de 

Unternehmer Jochen Alpers aus Fredenbeck wünscht sich schon lange den Ausbau des Breitbandnetzes
Weil Jochen Alpers nicht auf die Kommune und das Land warten will, möchte er den Ausbau gern in Eigenregie realisieren
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