Kundgebung in Stade
Umweltgruppen fordern Umdenken beim geplanten Holzheizkraftwerk in Bützfleth
- Demo gegen HKW Stade Pferdemarkt
- Foto: Jan Witt
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Anlässlich des Internationalen Aktionstags gegen das Verbrennen von Holz fand am Dienstagnachmittag, 21. Oktober, auf dem Pferdemarkt in Stade eine Protestkundgebung gegen das geplante Holzheizkraftwerk der Firma Hansekraft in Stade-Bützfleth statt. Die Protestierenden entrollten ein Banner mit der Aufschrift „Kein Holzkraftwerk in Stade!”.
Hansekraft plant, das bislang größte Holzheizkraftwerk Deutschlands in Bützfleth zu bauen und dort jährlich eine halbe Millionen Tonnen Altholz zu verbrennen. Laut der Bürgerinitiative Bützfleth, die sich gegen das Projekt wehrt, ist das ein Widerspruch in sich. Nach ihrer Aussage werden in Deutschland bereits 80 Prozent an Altholz verbrannt, obwohl der größte Anteil stofflich, vor allem für Spanplatten oder Holzfaserdämmplatten zur energetischen Sanierung genutzt werden könnte. Jan Witt von der Bürgerinitiative Bützfleth sagt: „Ein Großkraftwerk in Bützfleth, das Altholz verfeuert, wäre eine Fehlinvestition mit schweren Folgen für den Klimaschutz, für den Schutz von Wäldern, für die Lebensqualität der Anwohner und Anwohnerinnen und womöglich auch für die Kosten der Fernwärme in Stade. Wir brauchen saubere und klimafreundliche Alternativen wie den weiteren Ausbau von Solar- und Windenergie in Kombination mit Großwärmepumpen und Wärmespeichern.”
Die Umweltgruppen sammeln derzeit Unterschriften für eine Petition an AOS, Dow und Airbus1, mit der sie die drei Unternehmen auffordern, keinen Vertrag zur Abnahme von Wärme aus der Holzverbrennung einzugehen, sondern auf saubere, klimafreundliche Wärmequellen zu setzen. Jana Ballenthien von Robin Wood sagt: „Beim Verbrennen von Holz wird nicht weniger CO2 emittiert als beim Verbrennen von Kohle. Da Deutschland bereits viel zu viel Altholz verbrennt, würde ein neues Altholzheizkraftwerk unweigerlich dazu führen, dass noch mehr Waldholz für die Spanplattenproduktion genutzt wird. Dabei ist der Wald in Deutschland bereits zur Netto-Quelle von CO2 geworden.”
Eric Häublein vom NABU fügt hinzu: „In direkter Nähe zum geplanten Holzheizkraftwerk befinden sich Chemietanks, die unter die höchste Risikokategorie der Störfallverordnung fallen. Die Holzlagerung und -verbrennung in direkter Nähe sind in Anbetracht der regelmäßig stattfindenden Brände in Holzheizkraftwerken besorgniserregend.”
Der „Internationale Aktionstag gegen das Verfeuern von Holz“ findet seit einigen Jahren am 21. Oktober statt. Weltweit machen Umweltgruppen an diesem Tag auf die zerstörerischen Folgen der industriellen Holzverbrennung aufmerksam – für Wälder, Artenvielfalt und das Klima. Sie fordern eine Begrenzung der Nutzung von Holz zur Energiegewinnung und stattdessen echte Klimaschutzmaßnahmen.
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