Zweifel am Millionen-Kreisel an der B73 in Himmelpforten

Drohnen-Foto: Die viel befahrene Kreuzung an der B73 in Himmelforten mit dem Abzweig in Bahnhofstraße (oben Mitte) soll einem vierarmigen Verkehrskreisel weichen. Auch das evangelische Gemeindehaus und das Pastorenhaus (unten Mitte) sollen abgerissen werden   Fotos: Martin Woitschek/Schwinge Immoblien/sb/Archiv
2Bilder
  • Drohnen-Foto: Die viel befahrene Kreuzung an der B73 in Himmelforten mit dem Abzweig in Bahnhofstraße (oben Mitte) soll einem vierarmigen Verkehrskreisel weichen. Auch das evangelische Gemeindehaus und das Pastorenhaus (unten Mitte) sollen abgerissen werden Fotos: Martin Woitschek/Schwinge Immoblien/sb/Archiv
  • hochgeladen von Thorsten Penz

Geplanter Umbau der Kreuzung: Fundierte Leser-Argumente nach WOCHENBLATT-Aufruf / Alternativ-Vorschlag: Fußgänger-Überführung

tp. Himmelpforten. Am geplanten Mega-Verkehrskreisel für rund eine Million Euro an der Bundesstraße B73 im Zentrum von Himmelpforten scheiden sich die Geister: Kritiker wie der Anwohner Martin Woitscheck fordern zur Sicherheit schwächerer Verkehrsteilnehmer wie Schulkinder und Senioren das Nachrüsten der bestehenden Kreuzung mit einer Ampelanlage und setzte damit eine breite Diskussion in Gang. Daran beteiligte sich bereits der ehemalige Stader Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms, Beiname "Kreisel-Kersten": Er favorisiert klar ein Verkehrsrund, das er für sicher hält, weil es Autofahrer zur Aufmerksamkeit und zum Abbremsen zwingt. Das WOCHENBLATT fragte daraufhin seine Leser. Kreisel oder Ampelkreuzung? Zahlreiche Bürger beteiligten sich. Einige interessante

Alternativ-Vorschläge veröffentlichen wir hier:
Henner Gast (44) aus Oldendorf: "Ich fahre beruflich seit 25 Jahren durch Himmelpforten. Der Verkehr ist seit genauso vielen Jahren Thema in der Fahrgemeinschaft. Ich bin weder für noch gegen einen Kreisel oder eine Ampelanlage. Die beiden bestehenden Fußgängerampeln - beim griechischen Restaurant und an der Kirche - sorgen dafür, dass zu Stoßzeiten überhaupt noch ein Autofahrer von Nebenstraßen auf die B73 einbiegen kann. Ich bin der Meinung, dass die Kreuzung an der Bahnhofsstraße/B73 nicht allein an dem schlechten Verkehrsfluss schuld ist. Man muss auch die Kreuzung B73/Marktstraße betrachten. Denn dort stauen sich im Feierabendverkehr ebenfalls die Autos mehrere hunderte Meter, da hier eine Abbiegespur in die Straße Brink fehlt. So verhält es sich auch an der Einmündung B73/Stubbenkamp. Eine weitere Stau-Ursache ist die häufige Benutzung der Fußgängerampeln: Zwei mal schnell hintereinander auf den Ampelknopf gedrückt, dazu noch ein bis zwei Abbieger - und es geht nichts mehr!
Also: Es fehlen Abbiegespuren an beiden Kreuzungen. Man sollte über Fußgänger-Unterführungen nachdenken. So wird der Verkehr am wenigsten beeinflusst und die Fußgänger kommen sicher auf die andere Straßenseite. Zebrastreifen an dem geplanten Kreisel halte ich für kontraproduktiv."

Sabine Helfensteller aus Himmelpforten: "Ich bin eigentlich ein Fan von Kreiseln, bei dem in Himmelpforten bin ich aber nicht sicher, ob er überhaupt die erhoffte Wirkung haben wird. Aus Stade kommend, staut sich der Verkehr mehrere Male am Tag bis zur Fußgängerampel bei 'Schauen & Kaufen'. Da wäre viel eher ein Kreisel angebracht für Linksabbieger zum Brink oder von der anderen Seite zum Marktplatz. Dort müssten dann aber auch ein paar Häuser weg - und schon wird es schwierig. Ich vermute, dass der geplante Kreisel zu Stoßzeiten verstopfen wird, da die Entfernung zum eben genannten Knotenpunkt nicht weit ist. Oder: Zu ruhigen Zeiten wird durch den Kreisel gerast (Fußgänger aufgepasst!) und dann schnell gebremst bei der nächsten Ampel. Grundsätzlich denke ich, dass der Autofahrer sich einfach damit abfinden muss, dass es langsam durch Himmelpforten geht. Über eine Tempo-40-Begrenzung könnte ja auch nachgedacht werden.Eine Ampelkreuzung, wie von Herrn Woitscheck vorgeschlagen, ist meiner Meinung nach aus vielen Gründen zu bevorzugen."

Ein WOCHENBLATT-Leser*, der anonym bleiben will, fragt: "Hat Herr Schröder-Doms auch jemals einen Kreisel auf der B73 realisiert? Wenn ja, hätte er ja in Stade einen auf der Kreuzung B73/B74 oder an der Thuner Straße bauen können. Hat er aber nicht. Auf normal befahrenen Straßen mag das funktionieren, aber nicht mitten in einer Ortschaft auf der B73. Diverse Verkehrsexperten und sogar der ADAC raten davon ab, auf einer so dominanten Straße wie der B73 einen Kreisel zu bauen. Es hat noch keine Gemeinde gewagt, mitten im Ort an der B73 einen Kreisel zu bauen. Und dass ein Zebrastreifen sicherer ist als ein Ampel, wage ich zu bezweifeln. Denn bei einer Einfahrt in den Kreisel schauen die meisten Autofahrer nur nach links.

Eine vernünftige Ampelschaltung - rot ist rot, und grün ist grün - wäre wesentlich sinnvoller, denn dann hat jeder seine geregelte Zeit zum Ein- und Abbiegen oder Überqueren. Und wenn die Behörde noch einen Blitzer aufstellt, kann sie sogar etwas verdienen und muss nicht - wie in Himmelpforten vorgesehen - diverse Grundstücke und marode Häuser für sehr hohe Summen kaufen und einen ganzen Straßenverlauf ändern. Vermutlich ist der Kreisel aber ein Zugeständnis an den Investor des neuen Einkaufzentrums in der Ortsmitte. Da der Gemeinderat aber geschlossen hinter dem Kreisel-Projekt steht, können wir kleinen Bürger uns wohl das Ganze auf den öffentlichen Sitzungen nur anhören."

Rüdiger Zielinski aus Burweg: "Man muss sich als erstes fragen, warum es sich staut: ganz klar, durch die Fußgängerampeln! Wenn man das Glück haben sollte, und die Ampeln an der Marktstraße und an der Kirche beide lange auf Grün stehen, rollt der Verkehr. Sobald nur eine Ampel auf Rot ist, geht das Problem los, und wenn beide Rot haben - Stau! Ich habe selbst Jahrelang in der Bahnhofstraße gewohnt. Auf die Bundesstraße zu kommen, ist kein großes Problem, Lücken sind immer da. Jetzt wohnen wir schon ein paar Jahre in Burweg. Berufsbedingt fahre ich zu den unterschiedlichsten Zeiten durch Himmelpforten und kann besonders zwischen 15.30 und 18 Uhr kaum staufrei durch den Ort kommen - wegen der Ampeln. Nach meiner Meinung, die viele Bewohner aus Burweg und Himmelpforten teilen, wird weder das eine noch das andere etwas ändern. Was wirklich für alle Verkehrsteilnehmer etwas bringt, ist eine Überführung des Fußgängerüberweges. Dadurch wird es für alle sicherer und wird lange nicht so teuer.

Bürgermeister Bernd Reimers möchte meinen Vorschlag den Planern vorstellen.
Weitere Alternative: Umgehungsstraße, aber das wird wohl so schnell nichts!"

Liebe Leser, Ihre Meinung ist weiter gefragt: Schicken Sie eine E-Mail an thorsten.penz@kreiszeitung.net.
*Name der Red. bekannt

Drohnen-Foto: Die viel befahrene Kreuzung an der B73 in Himmelforten mit dem Abzweig in Bahnhofstraße (oben Mitte) soll einem vierarmigen Verkehrskreisel weichen. Auch das evangelische Gemeindehaus und das Pastorenhaus (unten Mitte) sollen abgerissen werden   Fotos: Martin Woitschek/Schwinge Immoblien/sb/Archiv
Martin Woitschek brachte die 
Diskussion ins Rollen
Autor:

Thorsten Penz aus Stade

Politik
Nach dem Verzicht von Thomas Grambow (kl. Foto) soll nun Björn Protze antreten

Politiker aus Neu Wulmstorf führt persönliche Gründe für Verzicht an
SPD-Schock: Thomas Grambow zieht Landrats-Kandidatur im Landkreis Stade zurück

jd. Stade. Schock für die SPD: Ihr Kandidat für die Landratswahl im Landkreis Stade wirft das Handtuch. Der Neu Wulmstorfer Kommunalpolitiker Thomas Grambow (57) will nun doch nicht für das Amt kandidieren. Für seinen Verzicht führt er persönliche Gründe an.    Der CDU-Politiker Kai Seefried muss sich nun auf einen neuen Gegenkandidaten einstellen. Nach WOCHENBLATT-Informationen will jetzt der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Björn Protze, gegen Seefried antreten. Die Kandidatur des...

Politik
Die benachbarten Landkreise informieren wesentlich ausführlicher über die Corona-Situation

Lachhaft: "Bleiben Sie gut informiert", steht auf der Internetseite
Landkreis Stade hält Corona-Zahlen unter Verschluss

MEINUNGSARTIKEL:  Wer sich auf der Homepage des Landkreises Stade zum Thema Coronavirus informieren will, fand dort bislang die tagesaktuellen Zahlen zum Infektionsgeschehen. Seit Anfang dieser Woche ist das anders: Unter der Überschrift "Aktuelle Lage im Landkreis Stade" steht dort - abgesehen vom Inzidenzwert - das pure Nichts. Doch warum stellt der Landkreis keine eigenen Corona-Daten mehr online und auch nicht der Presse zur Verfügung? Grund soll das Wirrwarr um die Statistik sein:...

Blaulicht
Marie Bremer mit dem angeschossenen "Addi", der 
wahrscheinlich sein linkes Auge verlieren wird

Vorfall in Regesbostel
Wer schoss auf Jack-Russell-Terrier "Addi"?

bim. Regesbostel. Wie gestört muss jemand sein, der so etwas macht? Jack-Russell-Terrier "Addi" wurde am Freitag der Vorwoche (20. November) auf dem umzäunten Grundstück seiner Halter Marie und Norman Bremer in Regesbostel (Samtgemeinde Hollenstedt) ins Auge geschossen. Der zweijährige Rüde spielte gerade mit seiner Jack-Russell-Freundin "Motte" (4) fröhlich im Garten. Die junge Familie ist total geschockt und bangt jetzt um das Augenlicht ihres Lieblings. Für Hinweise, die zur Ergreifung des...

Wirtschaft
Arbeitsüberlastung könnte einer der Gründe sein, dass Bauanträge nicht zügig bearbeitet werden
2 Bilder

Baufirmen und Politiker kritisieren schleppende Bearbeitung von Bauanträgen im Landkreis Stade
Das lange Warten auf die Baugenehmigung

(jd). Dieses Thema ist ein Dauerärgernis für alle Beteiligten: Seit Jahren wird landauf, landab kritisiert, dass sich Bauämter zu viel Zeit lassen bei der Bearbeitung von Bauanträgen. In Einzelfällen verstreicht selbst bei kleineren Bauvorhaben wie etwa der Errichtung eines Einfamilienhauses ein Jahr, bis endlich eine Baugenehmigung vorliegt. Auch Architekten und Bauunternehmen aus dem Landkreis Stade klagen immer wieder über verschleppte Verfahren beim Bauamt des Landkreises. Jetzt hat die...

Politik
Sollte die Wertstofftonne kommen, dürften dort neben
Verpackungen auch Kunststoffgegenstände wie Gießkannen und Metallobjekte wie Bratpfannen entsorgt werden

Gruppe Grüne/Linke will die Abfallentsorgung im Landkreis Harburg weiter optimieren
Wertstofftonne statt Gelber Sack

as. Landkreis Harburg. "Immer wieder gibt es Ärger mit den Gelben Säcken!" Volkmar Block, stv. Vorsitzender der Gruppe Grüne/Linke im Kreistag, hat die Nase voll. "Die gelben Säcke reißen beim Heraustragen, werden weggeweht, von Tieren zerbissen oder sind nicht verfügbar", ärgert er sich. Ein weiterer Kritikpunkt: Auch die Säcke selbst erzeugen eine große Menge vermeidbaren Plastikmülls. "Das muss ein Ende haben", meint er. Volkmar Block und die Kreistagsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen/Die...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen