Mit Martin Elsen auf Fototour durch Stade
Fotograf gibt Tipps: Die schönsten Fotomotive rund um die Stader Altstadt neu entdecken
- Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven sind bei der Fototour mit dem Stader Fotografen Martin Elsen entstanden
- Foto: Martin Elsen/jd
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Die Ferien sind vorbei. Aber ein bisschen Urlaubsgefühl lässt sich auch vor der eigenen Haustür finden. Warum also nicht an einem Sonntag das Smartphone einstecken und durch die Stader Altstadt ziehen? Motive gibt es genug. In den sozialen Medien finden sich unzählige Bilder aus Stade. Umso spannender ist die Frage: Wie gelingt ein Foto, das nicht aussieht wie schon tausendmal gesehen?
Das WOCHENBLATT hat sich dafür mit einem Experten verabredet. Martin Elsen ist gebürtiger Stader und hat sich als Luftbildfotograf weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Diesmal bleibt die Kamera allerdings am Boden. Sogar sehr dicht am Boden. „Um sich von anderen Bildern abzuheben, muss man einfach mal die Perspektive wechseln“, sagt Elsen. Das kann der Blick über die Köpfe hinweg sein. Oder eben genau das Gegenteil: die Froschperspektive. Vertraute Orte wirken plötzlich völlig neu.
- Martin Elsen ist gebürtiger Stader. Er ist immer wieder begeistert von den Motiven, die seine Heimatstadt bietet
- Foto: jd
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- Einmal bitte hinknien - und schon wirkt das Bild ganz anders
- Foto: Martin Elsen/jd
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Der Ewer spiegelt sich im Hafenbecken
Der Rundgang beginnt am Stader Hansehafen. Dort liegt der denkmalgeschützte Ewer „Willi“ vor der historischen Kulisse. Elsen bleibt nicht oben am Geländer stehen. Er geht die Treppe hinunter ans Wasser. Genau dort entsteht ein ganz anderer Blick auf das Schiff. Elsen hält das Smartphone nur knapp über die Wasseroberfläche und dreht es auf den Kopf. Die Kameralinse liegt dann noch ein paar Zentimeter tiefer. Jetzt dominiert das Wasser und geht mit dem Schiff eine perfekte Verbindung ein. Auf dem Weg durch die Altstadt folgt der nächste Stopp am historischen Kran. Auch hier gilt: nicht einfach frontal draufhalten. In die Hocke gehen, viel Kopfsteinpflaster im Vordergrund und der Kran als Blickfang – schon wirkt das bekannte Motiv ungewohnt.
- Ein Tipp für das perfekte Foto vom Hafenbecken: das Smartphone möglichst nah über die Wasseroberfläche halten
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- Ein Fotoklassiker: Der Stader Hansehafen mit dem Ewer "Willi". martin Elsen steigt dafür hinunter bis zum Wasser
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Wasser bringt Ruhe ins Motiv
Danach geht es weiter zum Stadthafen und zur „Greundiek“. Wieder sucht Elsen den Weg ganz nach unten. Wieder führen Stufen bis unmittelbar ans Wasser. Von dort wirkt das große grüne Schiff noch mächtiger. Vor allem aber entsteht durch die Spiegelung auf dem Wasser ein Motiv mit besonderer Tiefe. „Wasser bringt immer etwas Ruhe in ein Motiv“, sagt Elsen. Gleichzeitig sorgt es für zusätzliche Spannung. Spiegelungen, Linien und Licht verändern ein Bild oft stärker als jeder Filter. Elsen empfiehlt, mit dem Bildausschnitt zu spielen. Ein paar Schritte zur Seite. In die Knie gehen. Das Handy drehen. Vielleicht einmal durch eine Lücke fotografieren. Oder einen Vordergrund einbauen.
- Die Spiegelungen im Wasser verleihen dem Foto einen besonderen Ausdruck
- Foto: Martin Elsen
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Behutsam bei der Bildbearbeitung
Genau das macht er beim letzten Halt auf der Insel mit dem historischen Altländer Bauernhaus. Hier nutzt er Pflanzen und Blätter am Ufer, um dem Foto mehr Tiefe zu geben. Das Haus bleibt das Hauptmotiv, bekommt aber einen natürlichen Rahmen. Das Bild wirkt dadurch lebendiger. Natürlich darf das Bild hinterher ein wenig aufgepeppt werden. Moderne Smartphones bringen für die Bildbearbeitung schon fast alles mit. Elsen arbeitet vor allem mit Helligkeit, Lichtern und Schatten, etwas Kontrast und ein wenig Sättigung. Dabei gilt: Weniger ist oft mehr. Zu starke Farben lassen ein Foto schnell künstlich wirken.
- Das Altländer Bauernhaus im Freilichtmuseum auf der Insel ist ein beliebtes Fotomotiv. Das Grün im Vordergrund beschert dem Bild eine ganz andere Wirkung
- Foto: Martin Elsen/jd
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Mit solch einer Fototour ist es fast wie bei einem Kurzurlaub: Man ist gar nicht weit weg gewesen – und hat für sich trotzdem etwas Neues entdeckt. Wer die Stader Altstadt einmal bewusst mit dem Smartphone erkundet, sieht vertraute Orte mit anderen Augen. Und vielleicht entsteht dabei genau das Foto, das so noch niemand gepostet hat.
- Foto-Schabernack an der Stader Insel: Im Bild oben der Profi-Fotograf Martin Elsen, unten als Bestandteil des "Pano"-Fotos ein eifriger Schüler, der WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Jörg Dammann
- Foto: Martin Elsen/jd
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Zur Person: Martin Elsen
Martin Elsen ist Autodidakt. Das Fotografieren hat er sich selbst beigebracht. Bekannt geworden ist der gebürtige Stader vor allem mit seinen Luftbildern, die weit über die Region hinaus Beachtung finden. Doch auch am Boden arbeitet Elsen regelmäßig für Unternehmen und den Tourismus.
Seine ersten verkauften Fotos waren übrigens keine Luftbilder. Es waren stimmungsvolle Aufnahmen von der Nordseeküste bei Cuxhaven, wo er regelmäßig mit seiner Familie Urlaub machte. Die örtlichen Touristiker waren von seinen Bildern so angetan, dass sie ihm schließlich eine ganze Serie abkauften.
Damit begann eine außergewöhnliche fotografische Laufbahn. Mit Elsens Luftbildern und der Frage, wie seine spektakulären Aufnahmen aus der Höhe entstehen, beschäftigt sich das WOCHENBLATT in einer der kommenden Ausgaben.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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