Stade gehen die Gewerbeflächen aus

Stades Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs
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bc. Stade. Die Hansestadt Stade ist nicht nur ein Touristenmagnet, sie ist auch ein Industriestandort. Das soll nach Ansicht von Stades städtischem Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs lange so bleiben. Das Problem: Der Platz für neue Firmenansiedlungen ist begrenzt.

Bis auf wenige freie Grundstücke gibt es keine erschlossenen Gewerbeflächen mehr im Stadtgebiet. Die Stadt selbst verfügt über keine eigenen Flächen, auf denen sich Unternehmen ansiedeln könnten.

Eine Situation, auf die Friedrichs im jüngsten Finanzausschuss hinwies und auf die die CDU-Fraktion mit einem Antrag reagierte. 300.000 Euro sollte die Stadt für die Bevorratung von Gewerbeflächen in den Etat 2016 einstellen. Der Antrag wurde abgelehnt. Unter anderem, weil schon jetzt 300.000 Euro im Haushaltsplan für genau diesen Zweck bereit stehen. „Die Zahl ist zweitrangig. Wichtig ist, dass es eine kontinuierliche Bodenvorratspolitik gibt“, so Friedrichs.

Als Beispiel für den knappen Platz dient die Lage im Stader Süden in Ottenbeck. Dort plant Airbus-Zulieferer „Hexcel“ seinen Betrieb zu erweitern. Von zwei Hektar auf insgesamt rund 3,5 Hektar. 100 bis 120 neue Arbeitsplätze schafft das Unternehmen damit in Stade. Zudem braucht ein weiteres Unternehmen neues Land in Ottenbeck.

Unterm Strich sind in dem früheren Bundeswehrgebiet dann nur noch fünf Gewerbe-Grundstücke mit jeweils 3.500 Quadratmeter frei, die alle der Bund vermarktet. Zwar gehören der städtischen Projektentwicklungsgesellschaft im Umfeld des Forschungszentrum „CFK Nord“ in Ottenbeck noch 80.000 Quadratmeter freie Flächen. Die sind aber für Firmen aus der CFK-Branche reserviert. Was Friedrichs zu der Aussage bringt: „Noch einmal könnten wir aktuell eine Firma wie Hexcel nicht in Stade unterbringen.“

Genau aus diesem Grund plädiert er für eine eigene Vorratspolitik der Stadt. Denn offenbar versagen in dem Punkt die Kräfte des freien Marktes. Für Privatinvestoren bzw. für Kreditinstitute lohne sich eine Erschließung wirtschaftlich nicht, so Friedrichs.

So funktioniert der Ankauf durch die Stadt: Sie zahlt einen festgesetzten Höchstbetrag. Beispielsweise in Ottenbeck pro Quadratmeter den Bodenrichtwert für Bauerwartungsland von 16 Euro. Für die Erschließung (Straßen, Kanäle, etc.) kommen noch einmal 24 Euro hinzu. Macht einen Verkaufspreis von 40 Euro.

Bei dieser Diskussion gehe es nicht nur um große Unternehmensansiedlungen, kleinere handwerkliche Betriebe bräuchten ebenfalls Platz für Erweiterungen, so Friedrichs: „Auch in den Ortschaften.“

Er schielt dabei nach Buxtehude. Dort sei es der Stadt mit dem Gewerbegebiet an der B73 in Ovelgönne gut gelungen, neue städtische, verkehrsgünstig gelegene Gewerbeflächen zu schaffen.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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