Mit Wasserstoff in die Zukunft
Zweiter Wasserstofftag in Stade zeigt Niedersachsens Potenziale, um Vorreiter und "Power-Region" zu werden

Die Podiumsdiskussion mit Oliver Grundmann (Bundestagsabgeordneter, v.li.), Benjamin Ney (Raisa), Dr. Jens Schmidt (Dow), Lutz Tesmer (Faun Umwelttechnik) und Dr. Marcel Frank (Geschäftsführer EVB) wurde von IHK-Chefin Maike Bielfeldt moderiert Foto: jab
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  • Die Podiumsdiskussion mit Oliver Grundmann (Bundestagsabgeordneter, v.li.), Benjamin Ney (Raisa), Dr. Jens Schmidt (Dow), Lutz Tesmer (Faun Umwelttechnik) und Dr. Marcel Frank (Geschäftsführer EVB) wurde von IHK-Chefin Maike Bielfeldt moderiert Foto: jab
  • hochgeladen von Jaana Bollmann

jab. Stade. "Wir zeigen hier, was geht", mit diesen Worten eröffnete Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Stade, den zweiten Wasserstofftag in Stade. An der Veranstaltung der IHK Stade nahmen rund 100 Akteure aus Politik und Wirtschaft teil. Es ging vor allem um den Sachstand der Wasserstoffwirtschaft in der Region und das Zukunftspotential als Energieträger besonders für Lasttransporte, aber auch Pkw.

Niedersachsen habe alle Voraussetzungen, um Wasserstoff als Technologie der Zukunft einzusetzen und so eine Vorreiterrolle bei der Nutzung von Wasserstoff einzunehmen, sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann. Das langjährige Know-how im Umgang mit Wasserstoff des ortsansässigen Chemieunternehmens Dow in Stade-Bützfleth ist eine dieser guten Voraussetzungen. Denn Wasserstoff fällt dort als Nebenprodukt bei der Salzwasser-Elektrolyse an. Dr. Jens Schmidt von der Dow zeigte, wie viel Wasserstoff letztendlich jährlich im Betrieb produziert wird. Jedes Jahr erzeugt das Unternehmen 50.000 Tonnen Wasserstoff. Wäre es bereits jetzt im großen Stil möglich, diesen in Strom umzuwandeln, könnte theoretisch der Stromverbrauch der Stadt Stade locker gedeckt werden. Dieser beträgt umgerechnet in Wasserstoff 2.600 Tonnen im Jahr.

Auch mit Hilfe des durch die Windkraftanlagen erzeugten Stroms kann durch Elektrolyse zusätzlich Wasserstoff produziert werden. Da der Transport von Wasserstoff mit hohen Energieverlusten einhergehe, baue Schmidt auf lokale Abnehmer. Gespeichert werden könne der Wasserstoff vor Ort in den stillgelegten Salzkavernen der Dow, so Schmidt.

Die ersten Schritte für die Nutzung von Wasserstoff sind bereits getan. Derzeit fahren zwei Züge der EVB mit Wasserstoffantrieb zwischen Buxtehude und Bremerhaven. Die Probezeit sei auf eineinhalb Jahre begrenzt, sagt Dr. Marcel Frank, Geschäftsführer der EVB. Ab 2021 sollen aber weitere wasserstoffbetriebene Züge eingesetzt werden. Geplant ist auch, dass der emissionsfreie Treibstoff im Lastverkehr eingesetzt wird. Dazu wurde das Projekt Wasserstoffwirtschaft durch Dr. Roland Hamelmann vorgestellt, die für die Koordination und Umsetzung des Leitprojektes "Lastverkehr mit grünem Wasserstoff" sorgt. Ein weiteres, mittelfristiges Ziel sei auch die Nutzung von Wasserstoff im Wärmemarkt, so Hamelmann.

Ein wichtiger Punkt für die verbreitete Verwendung von Wasserstoff ist die passende Infrastruktur auch auf Bundesebene. Bisher gebe es 70 Tankstellen in Deutschland, so der Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann. Bis zum Ende des Jahres werde die Zahl auf 100 erhöht. "Das ist noch wenig, aber irgendwann müssen wir mal anfangen", so Grundmann. Ein weiterer Schritt, der die "Power-Region" an die Spitze bringen werde und bei der Energiewende helfen werde, sei das geplante Terminal für Flüssiggas (LNG) in Stade. "Damit kann Stade ein wichtiger Knotenpunkt werden", so Grundmann.

Die Podiumsdiskussion mit Oliver Grundmann (Bundestagsabgeordneter, v.li.), Benjamin Ney (Raisa), Dr. Jens Schmidt (Dow), Lutz Tesmer (Faun Umwelttechnik) und Dr. Marcel Frank (Geschäftsführer EVB) wurde von IHK-Chefin Maike Bielfeldt moderiert Foto: jab
Dr. Jens Schmidt zeigte unter anderem, wie bei der Dow Wasserstoff erzeugt wird Foto: jab

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