Autos raus aus der Winsener City?

Vor allem im südlichen Teil der Rathausstraße herrscht auch tagsüber viel Autoverkehr Fotos: archiv/SPD Winsen/Lars Wirnhier
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Politik streitet sich um Verkehrsplan / WOCHENBLATT fragt seine Leser

thl. Winsen. Soll die Innenstadt im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes "Winsen 2030" eine autofreie Zone werden? Um diese Frage haben sich jetzt die Mitglieder des Stadtrates heftig gestritten.
Dem voraus gegangen war ein Antrag der SPD. Darin hieß es: "Zur nachhaltigen Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt werden die Such- und Parkverkehre aus den Einkaufsstraßen (Rathaus-, Nordertor-, Markt- und Deichstraße bis Ecke Mühlenstraße) verbannt. Davon ausgeschlossen sind ausdrücklich die direkten Anwohner, aber auch der Busverkehr im Rahmen des ÖPNV." Um den Besuchern der Einkaufsstraßen auch weiterhin Parkmöglichkeiten anzubieten,wollten die Sozialdemokraten das Parkraumkonzept um ein dynamisches "Winsener Parkleitsystem" ergänzt und parallel zur Umgestaltung der Einkaufsstraßen implementiert haben.
"Pro Tag fahren rund 1.200 Fahrzeuge durch die Eckermann- und Rathausstraße sowie etwa 2.000 Autos durch die Markt- und Deichstraße", begründet SPD-Fraktionsvorsitzender Benjamin Qualmann den Vorstoß und befand: "Das ist eindeutig zu viel." Durch das neue Parkleitsystem erhoffe sich die SPD eine erhebliche Verkehrsberuhigung. Dadurch werde die Innenstadt attraktiver und würde mehr Menschen anlocken. Qualmann: "Eine vitale Innenstadt zieht Menschen an und hält sie vor Ort, was letzten Endes auch den Einzelhandel fördert."
Die Grünen würden am liebsten noch einen Schritt weiter gehen und auf dem Schlossring Tempo 30 anordnen lassen. Auch dadurch sollen Autofahrern angeregt werden, die City zu meiden. "Autofreundliche Städte haben keine Zukunft", ist sich Grünen-Ratsherr Eike-Christian Harden sicher. "Größere Sachen, die mit dem Auto transportiert werden müssen, werden heute im Internet gekauft." Menschen würden in Fußgängerzonen gehen, um Freunde und Bekannte zu treffen, gemeinsam Kaffee zu trinken und einzukaufen.
CDU, AfD und FDP sind anderer Ansicht. "Wir haben Amazon vor der Tür, da muss sich die Stadt gegenstellen und kann nur Erfolg haben, wenn sie sich Fußgänger, Auto- und Fahrradfreundlich zeigt", meint AfD-Chef Roderik Pfreundschuh. "Wir müssen bedenken, dass sich das Ärztezentrum auch in der Innenstadt befindet. Sollen die Patienten dort hin humpeln?", gibt Johanna Fast von den Liberalen zu bedenken. Und auch Christdemokrat Jan Jürgens kann sich mit den Vorstellungen von SPD und Grünen (noch) nicht abfreunden: "Die Diskussion kommt zu früh. Wir wollen erst einmal den Rahmenplan verabschieden, damit wir mit dem Konzept weiterkommen."
Das hat auf der Ratssitzung immerhin geklappt - allerdings gegen die Stimmen der Gruppe Grüne/Linke.

WOCHENBLATT fragt seine Leser

Sollen Autos aus der Innenstadt verbannt werden? Was sagen Sie, liebe Leser, zu dem Vorstoß der SPD. Schreiben Sie uns Ihre Meinung unter dem Stichwort "Autofreie City" per Mail an: thl@kreiszeitung.net.

Eine völlig absurde Idee - ein Kommentar

Autos raus aus der City, nur Anwohner sollen einfahren dürfen? Ich finde die Idee ziemlich absurd. Mag sein, dass das in großen Städten funktioniert, aber nicht in einer Kleinstadt wie Winsen.
Schon jetzt leiden die Geschäftsleute unter Kundenschwund, weil immer mehr Leute nach Hamburg oder Lüneburg fahren oder gleich im Internet bestellen. Deswegen muss Winsen attraktiver werden und seinen Besuchern einen Service bieten. Dazu gehört für mich auch die Öffnung der Rathausstraße für den Autoverkehr. Die Fußgängerzonen-Regelung ist durch die zahllosen Anwohner und Anlieger, die dort mit dem Auto durchfahren dürfen, sowieso schon aufgeweicht und kann deshalb auch gleich ganz abgeschafft werden. Dann werden auch wieder mehr Kunden "lokal kaufen".  Thomas Lipinski

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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