Kein Weihnachtsmärchen
Ein Jahr voller Unsicherheiten für Buchholzer Vereine

Ein kleines Weihnachtsmärchen im Fenster der Steenbeeker
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sv. Buchholz. Nachdem die Steenbeeker Ende März schon die plattdeutsche Komödie "Nonnenpoker" absagen mussten, hatte die Buchholzer Theatergruppe alles in ihr Weihnachtsmärchen gesteckt. Kostüme und Bühnenbau standen für Dezember bereit und alle Bedingungen der Behörden wurden erfüllt: 45-minütige Vorstellungen in zwei Gruppen mit jeweils nur acht Leuten auf der Bühne und genügend Abstand. Nur vier statt neun Aufführungen vor gerade einmal 178 Zuschauern. Und dennoch, das Weihnachtsmärchen, eine der wichtigsten Einnahmequellen der Theatergruppe, wurde nun ebenfalls abgesagt.
Das ist nicht nur finanziell gesehen ein enormer Tiefschlag für die Steenbeeker, auch für die Kinder des Theaterstücks ist die Absage tragisch. Jedes Jahr würden die Kinder durch die Proben eng zusammenwachsen, so Presse-Beisitzer Gerd Kuhn. Aufgrund des Shutdowns können momentan gar keine Proben stattfinden.
Genauso geht es auch dem Parabol-Theater. Mangels Proben im November und aufgrund der vielen Einschränkungen steht für das Parabol-Theater bereits fest, dass eine Aufführung von "Der kleine Prinz" weder in der Empore noch online über das digitale Veranstaltungszentrum Streammax auf der Groh-P.A.-Veranstaltungstechnik-Bühne in Buchholz möglich ist. Zukünftige Stücke und Termine zu planen sei genauso schwer.
Die meisten Vereine mussten sich in diesem Jahr mit finanziellen Schwierigkeiten und auch der Unsicherheit ihrer Mitglieder auseinandersetzen. So rief die Freiwilligenagentur "F.e.e.", die Ehrenamtliche an Vereine vermittelt, zwar eine erfolgreiche Telefonkette für isolierte Menschen ins Leben und unterstützte die Buchholzer Stadtbücherei mit einem Lieferdienst im Frühjahr, für den Großteil ihrer anderen Projekte fanden sich aber erst nach dem Sommer wieder mehr interessierte Freiwillige. Andererseits war für den Weißen Ring, Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten, eine Einarbeitung von vermittelten Freiwilligen kaum möglich, so Christina Peters, Verwaltungsangestellte von "F.e.e".
Auch die Steenbeeker bekamen diese Unsicherheiten zu spüren. So wurde es zwei Mitgliedern vom Arbeitgeber schlichtweg verboten, an den Proben teilzunehmen.
Ob die Steenbeeker das Weihnachtsmärchen im Dezember noch online über Streammax übertragen können, wissen sie nicht. Alles hängt davon ab, ob sie im Dezember wieder proben dürfen.
Ebenfalls schwer abzuschätzen sei, ob sich eine solche virtuelle Vorstellung tatsächlich finanziell lohnt, sagt Christin Marquardsen, Vorsitzende der Steenbeeker. Schließlich würde jede Familie nur noch ein Ticket benötigen, um das Theaterstück online anzusehen und die Bühne bei Groh-P.A. müsse ebenfalls bezahlt werden.
Ende Oktober hatten die Steenbeeker 4.000 Euro von der Haspa bekommen. Die sind allerdings an den Bau eines Carports im nächsten Jahr gebunden, das der Gruppe einen größeren Raum für den Bühnenbau bieten soll. Brechen wollen sie diese Abmachung nicht, sagt Christin Marquardsen. Ohne Aufführungen reichen ihre Rücklagen jedoch nur noch bis ins Frühjahr 2021. Dabei feiert der Verein nächstes Jahr sein 38-jähriges Bestehen. Die Steenbeeker hoffen auf einen Zuschuss der Stadt Buchholz, vor allem wünschen sie sich aber, möglichst bald wieder auftreten zu dürfen.
Das nächste Theaterstück ist nämlich schon in Arbeit. Mit dem "Trickser", der Gestalt aus dem Jesteburger Märchenwanderweg, bringen die Steenbeeker im nächsten Dezember ein Märchen aus der Region auf die Bühne. Das Drehbuch hat Buchholzerin und Musical-Schauspielerin Ulrike Barz-Murauer geschrieben.
Weitere Infos unter:

  • https://steenbeeker.de
  • https://parabol-theater.com
  • https://weisser-ring.de
  • https://fee-buchholz.de
Ein kleines Weihnachtsmärchen im Fenster der Steenbeeker
Christin Marquardsen und Gerd Kuhn von den Steenbeekern vor der Kulisse, die sie wohl nicht verwenden können
Autor:

Svenja Adamski aus Buchholz

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