Berufung nach Horrorcrash in Neu Wulmstorf: Landgericht Stade mindert Strafe gegen Audi-Raser

Justitia ließ Milde walten | Foto: tp
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Polizei sucht Zeugen
29-Jähriger bei Messerangriff in Stade schwer verletzt

Im Bürgerpark am Stader Bahnhof ist ein 29 Jahre alter Mann bei einer Auseinandersetzung schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Täter flüchtete. Die Polizei Stade bittet Zeugen um Hinweise. Streit im Bürgerpark eskaliert Eine gewalttätige Auseinandersetzung am Samstagmorgen gegen 11.40 Uhr zwischen zwei jungen Männern in Stade im Bürgerpark am Bahnhof: Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei waren die beiden Männer aus Stade miteinander in Streit geraten. Im Verlauf der Auseinandersetzung...

Blaulicht
 Beide Züge der Stader Feuerwehr waren im Einsatz | Foto: Stefan Braun / FFW Stade
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15-Tonner droht in Stade umzukippen
Feuerwehr räumt Spielplatz

Weil ein 15-Tonner am heutigen Montagvormittag in Stade umzukippen drohte, räumte die Feuerwehr vorsorglich einen nahe gelegenen Spielplatz. Der mit Reifen beladene war in der Altländerstraße vom befestigten Weg abgekommen und in Schräglage geraten.  Der Fahrer hatte mit dem Lastwagen eine Halle der Firma May & Olde umfahren wollen. Dabei rutschten die Räder auf der Fahrerseite vom gepflasterten Weg ab und sanken in den weichen Untergrund ein. Das Fahrzeug blieb anschließend in deutlicher...

Blaulicht

Buchholz
Polizei kann Altmetalldiebe stellen

Der Polizei ist es gelungen, zwei Altmetalldiebe zu stellen. Über den Geschäftsführer einer Firma in der Ritscherstraße in Buchholz wurde am Sonntag, 2. August 2026, gegen 6 Uhr mitgeteilt, dass er über eine Videoüberwachungsanlage derzeit zwei Personen erkennen würde, die sich unberechtigt auf dem Firmengelände aufhalten würden. Die sofort entsendeten Polizeibeamten konnten kurz darauf einen verdächtigen weißen Transporter auf der B75 feststellen und kontrollieren. Bei der anschließenden...

Blaulicht

Polizeimeldungen aus dem Landkreis Stade
Einbruch in Harsefeld und fünf Alkoholfahrten

Einbrecher haben am Samstagabend einen Bungalow in Harsefeld durchsucht und Schmuck sowie Bargeld gestohlen. Zudem registrierte die Polizei im Landkreis Stade am Wochenende fünf Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluss. Die gemessenen Werte lagen teilweise deutlich über zwei Promille. Einbrecher hebeln Badezimmerfenster in Harsefeld auf Unbekannte sind am Samstag zwischen 17.40 Uhr und 23.25 Uhr in einen Bungalow im Harsefelder Wohngebiet Redderbusch eingebrochen. Nach Angaben der Polizei...

Blaulicht
Foto: Feuerwehr
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Strohpresse brennt in Sauensiek
Feuer greift auf 12.000 Quadratmeter Stoppelfeld über

Erneuter Vegetationsbrand in der Samtgemeinde Apensen: Nachdem erst vor wenigen Tagen bei der Getreideernte in Beckdorf eine große Fläche abgebrannt war, wurden die Feuerwehren am Samstag zu einem weiteren Flächenbrand nach Sauensiek gerufen. Dort war eine Strohpresse auf einem abgeernteten Getreidefeld in Brand geraten. Feuerwehren aus vier Orten im Einsatz Die Feuerwehren aus Apensen, Goldbeck, Sauensiek und Wiegersen wurden am Samstag, 1. August, zu dem Vegetationsbrand in Sauensiek...

Blaulicht

Zeugensuch in Tostedt
Mann belästigt junge Frauen am Jugendzentrum

Mehrere junge Frauen, die auf einer Sitzbank vor dem Tostedter Jugendzentrum in der Dieckhofstraße saßen, wurden am Sonntag, 2. August 2026, gegen 20 Uhr von einem Mann sexuell belästigt. Der etwa 45- bis 50- jährige Mann soll die Jugendlichen angesprochen und zu sexuellen Handlungen aufgefordert haben. Nachdem diese das verneinten und drohten, die Polizei zu alarmieren, ging der Mann zunächst weiter in Richtung Himmelsweg. Dort entblößte der Mann dann sein Gesäß und sein Geschlechtsteil....

Blaulicht
Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Mägdrescher bereits in Flammen | Foto: T. Esch / Feuerwehr Buxtehude
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Mähdrescher brennt lichterloh
Feuer auf einem Stoppelfeld bei Buxtehude

Schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Stunden hat im Landkreis Stade ein landwirtschaftliches Gerät auf einem Stoppelfeld gebrannt: Am Montagabend stand ein Mähdrescher an der K 73 bei Buxtehude-Immenbeck in Flammen. Die Feuerwehr verhinderte, dass sich das Feuer auf das Feld ausbreitete. Um 20.53 Uhr wurden der 1. Zug der Feuerwehr Buxtehude sowie die Ortsfeuerwehren Immenbeck und Ovelgönne/Ketzendorf alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte auf dem Feld zwischen Immenbeck und...

Blaulicht

Ramelsloh / Seevetal
Schwerverletzt: Rennradfahrer bremste und stürzte

Ein 61-jähriger Rennradfahrer befuhr am Samstagnachmittag, 1. August, die Ohlendorfer Straße in Richtung Ramelsloh. Er führte aus bisher unbekannten Gründen ohne Einwirkung anderer Verkehrsteilnehmer ein Bremsvorgang durch und stürzte infolgedessen. Durch den Sturz verletzte er sich schwer und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Eine Lebensgefahr bestand nicht. Für die Dauer der Unfallaufnahme wurde die Ohlendorfer Straße kurzzeitig komplett gesperrt.

Blaulicht

Sprötze / Holm-Seppensen
Motorradfahrer tödlich verunglückt

Am Samstagabend, 1. August, gegen 18.05 Uhr kam es zwischen den Ortschaften Sprötze und Holm-Seppensen zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Ein 22-Jährige Fahrer eines Motorrads befuhr die K 72 in Richtung Sprötze, überholte zunächst eine andere Kradfahrerin und geriet danach auf die Gegenfahrspur, wo er mit einem entgegenkommenden Pkw frontal zusammenstieß. Der 22-Jährige Motorradfahrer verstarb noch an der Unfallstelle. Die 47-Jährige Pkw-Fahrerin blieb unverletzt. Die Kreisstraße war bis ca....

Blaulicht

Raser riskiert Menschenleben
Das ist Wahnsinn: Mit Tempo 113 statt 50 durch Brest gerast

Mehr als doppelt so schnell wie erlaubt: Ein Autofahrer ist am Montagabend mit 113 Stundenkilometern durch das Dörfchen Brest (Samtgemeinde Harsefeld) gerast. Erlaubt waren 50 km/h. Wer derart aufs Gaspedal tritt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern nimmt schwerste Unfälle mit Verletzten oder Toten in Kauf. Andere europäische Länder reagieren auf solche Exzesse erheblich härter als Deutschland. Spitzenreiter bei der Geschwindigkeitskontrolle Drei Stunden lang kontrollierte der Landkreis...

Richterin mahnt: "Schluss mit dem Tempo-Rausch"

tp. Stade. Strafmilderung für den Raser: Das Landgericht Stade verurteilte einen Audi-Quattro-Fahrer (27), der bei einem Unfall in Neu Wulmstorf eine damals 57-Jährige Frau lebensgefährlich verletzte (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach), zu zwei Jahren Gefängnisstraße auf Bewährung. Somit endete die Berufungsverhandlung zumindest für den reuigen und geständigen Angeklagten mit einem Erfolg. Entsprechend atmete der bei der Urteilsverkündung auf. Die Geschädigte aus Neu Wulmstorf hingegen leidet bis heute an den psychischen und körperlichen Folgen des Horror-Crashs.

Zunächst hatte das das Schöffengericht am Amtsgericht Tostedt den Unfallfahrer aus Hamburg im vergangenen Februar zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung und einem vierjährigen Führerscheinentzug verurteilt. Der junge Familienvater soll im August 2015 an einem Freitagmittag in Neu Wulmstorf mit einem Audi innerorts mit rund 135 km/h unterwegs gewesen sein und einen Ford gerammt haben, dessen Fahrerin infolge ihrer Verletzungen zehn Tage im Koma lag und fünf Monate im Krankenhaus verbrachte, ihren linken Unterschenkel verlor, ihre linke Hand nicht mehr einsetzen kann und arbeitsunfähig ist.

An die Geschädigte, die als Nebenklägerin auftrat, muss der Veururteilte in Monatsraten eine Geldstrafe von 19.200 Euro entrichten: "Bleibt zu hoffen, dass es ihr zumindest den Alltag ein wenig erleichtert", sagte die Richterin, von einer Wiedergutmachung könne hier aber nicht die Rede sein. Dem Audi-Fahrer, dem die Fahrerlaubnis weiter entzogen bleibt, sagte sie: "Ich hoffe, Sie haben ihre Affinität zu Autos überwunden und aus Ihren Fehlern gelernt."

Bei dem neu bemessenen Strafmaß hielt die Stader Richterin dem Angeklagten zugute, dass er geständig und nicht vorbestraft sei, in stabilen familiären Verhältnissen lebe, ihm die Zugehörigkeit zu einer Raser-Szene nicht nachweisbar sei, eine feste Arbeit habe und Reue zeige. Das alte Bild aus der Tostedter Hauptverhandlung, in der der Richter ihm noch Selbstmitleid vorhielt, sei nicht mehr erkennbar gewesen, so die Richterin. Unter anderem rechnete sie dem Unfallfahrer positiv an, dass er sich bei dem Opfer, dem er "erhebliches Leid" zugefügt habe, schriftlich und mündlich glaubhaft entschuldigte und um Vergebung bat, ihr seine persönliche Unterstützung im Alltag anbot, gegenüber seiner Familie und Arbeitgeber offen mit der Tat umgehe und zur Schadenregulierung Überstunden mache.
"Wir haben durchaus eine empathische Haltung des Angeklagten festgestellt und Mitleid mit der Nebenklägerin wahrgenommen", sagte die Richterin.

Sie behielt aber einen Rest Skepsis: "Wir können nicht in Ihr Herz und hinter Ihre Stirn schauen, es könnte durchaus auch kluges vorbereitetes Verhalten sein." Abschließend warnte sie den Verurteilten davor, das Vertrauen des Gerichts zu missbrauchen und mahnte: "Schluss mit dem Geschwindigkeitsrausch!"

Lars Zimmermann, Rechtsanwalt der Geschädigten, die bei der Urteilsverkündung nicht dabei war, hält weiter das alte, vom Amtsgericht Tostet verhängte Strafmaß für angemessen. Seine Mandantin, für die die Entschuldigung des Rasers "zu spät" kam, könne voraussichtlich nie wieder in ihren Beruf in der Altenpflege zurückkehren.

Redakteur:

Thorsten Penz aus Stade

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