Gegen das Stadtbrand-Risiko: Alarmordnung für Altstädte in Stade und Buxtehude

Stadtbrandmeister Klaus Daniel Ney im Hinterhof seiner Altstadtgebäude mit der Schuhmacherwerkstatt (li.), dem Restaurant (Mitte) und einem Nachbar-Wohnhaus   Fotos: tp/Polizei
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  • Stadtbrandmeister Klaus Daniel Ney im Hinterhof seiner Altstadtgebäude mit der Schuhmacherwerkstatt (li.), dem Restaurant (Mitte) und einem Nachbar-Wohnhaus Fotos: tp/Polizei
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Zwei Standard-Notfall-Szenarien: Feuerwehren sind für Katastrophen gerüstet

tp. Stade. Um diese Lage beneidete ihn niemand: Bei einem vermutlich von einem Brandstifter gelegten Feuer am frühen Mittwochmorgen war Stades Stadtbrandmeister Klaus-Daniel Ney der seltenen Situation, dass sein eigenes Hab und Gut in Gefahr war. Nur durch schnelles Eingreifen seiner Feuerwehrkollegen konnte ein Stadtbrand von verheerendem Ausmaß verhindert werden. Das Feuer brach in einem Müllcontainer in einem geschlossenen Holzschuppen im Innenhof hinter Neys Schuhhaus und dem von ihm vermieteten Restaurant Dionysos aus. Brandgefährlich: In dem Verschlag direkt an der Hauswand lagerte auch schnell brennbares Altpapier.

In diesem Fall erwies sich die für Stadtbrände in der Kreisstadt Stade ebenso wie in der Buxtehuder Altstadt geltenden Alarm- und Ausrücke-Ordnung als wirkungsvoll. Der Einsatz-Spielplan richtet sich nach zwei Grund-Szenarien: einem Klein- und einen Großbrand. Schon beim einfachen Auslösen eines Brandmelders - Szenario 1 - rückt unverzüglich der gesamte Zug 1 der Feuerwehr in Stade mit mindestens 30 Einsatzkräften und einem schweren Tanklöschfahrzeug aus. Das Szenario 2 - wie am vergangenen Mittwoch mit Rauchentwicklung und offenem Feuer - ruft gleich zwei Züge auf den Plan.
Die besondere Lage mit dicht beieinander stehenden Häusern und Flammen im Dachstuhl machte zudem den Einsatz von drei der insgesamt vier Drehleiterfahrzeugen im Landkreis Stade erforderlich, die das Feuer von drei Himmelsrichtungen bekämpften. Lokaler Vorteil: Der Innenhof mit Parkplatz ist für Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge befahrbar.

Nach ähnlichem Schema wie in Stade würden die Brandschützer bei einem Feuer in der Buxtehuder Altstadt vorgehen, so Ney.

Während das Traditions-Schuhgeschäft Ney, das gerade fertig modernisiert wurde, kaum Schaden nahm, wurde das griechische Restaurant stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Sachschaden, u.a. an der Küche und dem Sozialraum im hinteren Hausteil, muss erst noch ermittelt werden. Insgesamt ist Ney, der die Einsatzleitung in der Ausnahmesituation Stadtbrandmeister Stephan Woitera überließ, froh, dass niemand verletzt wurde und ein Ausbreiten der Flammen auf Nachbargebäude verhindert wurde.

Nach persönlicher und nicht amtlicher Beurteilung geht Ney von Brandstiftung aus. Ob es sich um die Fortsetzung einer möglichen Serie (siehe Info-Text "Brandserien in Stade" unten) eines Feuerteufels handelt, vermag Klaus-Daniel Ney nicht zu einzuschätzen.

Unterdessen mahnt der Stadtbrandmeister Bürger angesichts des latenten Risikos zur Achtsamkeit und bittet, auch kleinste Auffälligkeiten - z.B. Rauch aus einem kleinen Abfalleimer - sofort der Polizei oder Feuerwehr oder Polizei zu melden. 

Als langfristigen Schutz vor Stadtbränden habe sich laut Klaus-Daniel Ney die Investition in moderne Brandschutztechnik bewährt. Für Neubauten gelte u.a. die Vorschrift einer stabilen und hitzebeständigen Brandschutzwand als Abgrenzung zu Nebengebäuden. Für Altbauten sei dies keine Pflicht, die Vorschrift komme jedoch bei einer größeren Sanierung - und dann in Abstimmung mit der Bauaufsicht - zum Tragen.

Brandserien in Stade

(tp). Der Altstadtbrand am Halloween-Morgen in Stade ist bei Weitem kein Einzelfall: Bereits im Frühjahr gab es eine Brandserie in der Altstadt: In einer Mai-Nacht brannten in mehreren Gassen Mülltonnen. In letzter Sekunde wurde ein Großfeuer verhindert. Als Brandstifter ermittelte die Polizei einen Tatverdächtigen (25) aus der Samtgemeinde Fredenbeck. Eine weitere Brandserie ereignete sich im ersten Halbjahr 2018 im Stadtteil Hahle, wo wiederholt Autos, Schuppen und Müllcontainer in Flammen standen. Zudem brannten in  den Schwingewiesen mehrfach nachts Parkbänke und Mülleimer. Die Polizei hat den Täter ermittelt.  
Im Juni und im August drohte in der Altstadt ein Inferno. Hier soll ein psychisch kranker Hausbewohner fahrlässig mit Zigarettenkippen hantiert haben.
Und: Zwei Mal setzten Unbekannte im Dezember 2017 einen Kleiderständer bei H&M in Stade in Brand.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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