Internetnutzer in Nordkehdingen fühlt sich "digital herabgestuft"

EWE-Kunde Helmut Vermehren neben seinem Wohnhaus in Freiburg   Foto: Vermehren privat
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Vertrags-Hickhack mit EWE: Kunde Helmut Vermehren aus Freiburg ist nach Anbieterwechsel verärgert

 tp. Freiburg. Bei der Internet-Versorgung der EWE-Kunden in Nordkehdingen läuft derzeit nicht alles glatt. Helmut Vermehren (72) aus Freiburg beschwert sich über technische und vertragliche Unstimmigkeiten nach dem Wechsel von der Telekom zur EWE. Erst kürzlich berichtete das WOCHENBLATT über Udo Wiese aus Balje, der von der EWE nur unter Schwierigkeiten ein verbindliches Preisangebot für den Glasfaser-Anschluss seines Mietshauses und einen Ortstermin mit einem Techniker bekam.

Im Nachbarort Freiburg ärgert sich jetzt der pensionierte Polizist Helmut Vermehren über die EWE: Der frühere Telekom-Kunde hatte bei dem Unternehmen bislang einen Vertrag über 25MBit/Sekunde Downloadleistung. Im Juni 2018 habe ihm die Telekom den Vertrag mit der Begründung gekündigt, sie könne diese Datenleistung nicht mehr liefern. Alternativ sei ihm ein Vertrag über 16 MBit angeboten worden, so Vermehren. Er habe dann - wie Udo Wiese - die EWE in Hemmoor aufgesucht und sich nach eingehender Beratung für einen "DSL50 Komfort Vertrag" entschieden, der Mitte September gültig wurde. Nach eigenen Überprüfungen werden ihm "zwischen 30 und 40 MBit/Sekunde Downloadleistung geliefert", womit Vermehren an sich zufrieden war. Doch dann die unangenehme Überraschung: "Ende November teilte mir die EWE mit, dass auch sie diese Leistung nicht mehr liefern kann. Sie bot mir die Kündigung oder einen Vertrag über 16 MBit an." Zur Begründung habe es geheißen, die sich im Haus befindlichen Telekom-Leitungen aus Kupfer ließen keine höhere Leistung zu.

Vermehrens Nachfrage, ob ihm die EWE etwa eine moderne Glasfaserleitung ins Haus legen könne, sei verneint worden.

"Insgesamt wurde dieser Hickhack damit begründet, dass es sich um technische Gründe handelt. Welche  technischen Gründe das genau sein sollen, konnte man mir leider nicht beantworten", wundert sich Vermehren insbesondere Angesichts der Tatsache, dass er zur Zeit noch mit mehr als 30 MBit versorgt werde.

Außerdem frage er sich vor dem Hintergrund, dass für die Digitalisierung mit hochfrequenten Leistungen seitens des Bundes und der Länder Milliarden Euro eingesetzt würden, aber er und andere Kunden in Nordkehdingen "digital herabgestuft werden". Vermehren hegt Zweifel am System: "Geht das noch mit rechten Dingen zu?" Zu seinem Erstaunen erhielt er Anfang Dezember ein Internet-Angebot für seine Adresse, den Karpfenweg 22 mit bis zu 100 MBit/Sekunde Downloadleistung. "Was soll man davon halten?"



Probleme mit dem Kupfernetz

(tp). Laut EWE-Sprecherin Katharina Schütz handelt es sich bei der von Helmut Vermehren bemängelten Service-Einbuße um einen seltenen Einzelfall. "Es handelt sich um das "Vectoring im Nahbereich". EWE habe für 212 Nahbereiche den Ausbauzuschlag erhalten und sei damit berechtigt, an Hauptverteiler-Standorten die Zusatztechnologie anzubieten. Vectoring erbringe höhere Datenübertragungsraten beim Up- und Download (bis zu 100Mbit/Sekunde im Download), so Schütz. "Aus technischen Gründen werden einige sehr wenige Kunden nach der Umstellung leider weniger Bandbreite zur Verfügung haben. Dieses hat physikalische Gründe im Kupfernetz und kann leider nicht vermieden werden. Hemlut Vermehren gehöre bedauerlicherweise zu den Kunden, denen aufgrund der Umstellung derzeit weniger Bandbreite zur Verfügung stünden. "Wir sind im engen Austausch mit dem Kunden, um ihm nach Abschluss der Umstellung wieder höhere Bandbreiten anbieten zu können." 

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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