Sinkende Geburtenzahlen
Kita-Bedarf im Wandel: Weniger Kinder, mehr freie Plätze?
- Die Geburtenzahlen sinken wieder. Das hat viele freie Plätze in den Kitas zur Folge
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In Kranenburg werden Kita-Plätze frei, in Fredenbeck entstehen neue. Während die eine Gemeinde wegen sinkender Kinderzahlen eine Gruppe schließen muss, investiert die andere weiter in zusätzliche Betreuung. Zwei Orte im Landkreis Stade, zwei unterschiedliche Entwicklungen – und eine Frage, die viele Kommunen beschäftigt: Wie viele Kitaplätze werden künftig tatsächlich noch gebraucht?
Noch vor wenigen Jahren war die Richtung eindeutig. Vielerorts fehlten Betreuungsplätze, Kommunen bauten neue Kitas oder erweiterten bestehende Einrichtungen. Inzwischen hat sich das Bild verändert. Sinkende Geburtenzahlen sorgen mancherorts dafür, dass Plätze frei bleiben. Doch längst nicht überall ist der Bedarf rückläufig.
Kranenburg schließt eine Kita-Gruppe
Das zeigt das Beispiel Kranenburg in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. Dort hatte die Gemeinde ihre Kita „Spatzennest“ mehrfach erweitert. Die Kinderzahlen stiegen, gleichzeitig nahm vor allem die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für unter Dreijährige zu. 2021 kam deshalb sogar ein zusätzlicher Anbau in Modulbauweise hinzu.
- Der Anbau der Kita in Kranenburg steht inzwischen wieder leer
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Nur wenige Jahre später hat sich die Situation deutlich verändert. Während in den Jahrgängen 2019/2020 bis 2021/2022 jeweils zwischen zehn und dreizehn Kinder geboren wurden, leben jetzt nur noch sechs Kinder unter zwei Jahren in der Gemeinde. Die Folge: Ab diesem Sommer würden rund 25 Betreuungsplätze unbesetzt bleiben.
Die Gemeinde reagiert darauf und reduziert die Zahl der Kita-Gruppen von drei auf zwei. Drei Erzieherinnen mussten verabschiedet werden. „Das war keine leichte Entscheidung“, sagt Bürgermeisterin Margitta Bertram.
Auch für den erst 2021 errichteten Anbau stellt sich damit eine neue Frage. Die Räume könnten künftig für die Dorfgemeinschaft genutzt werden. Dank der Modulbauweise wäre sogar ein Verkauf möglich.
Fredenbeck setzt weiter auf neue Plätze
Nur wenige Kilometer entfernt zeigt sich ein ganz anderes Bild. In der Samtgemeinde Fredenbeck wird weiter in die Kinderbetreuung investiert. Am Baugebiet Sonnenkamp West entsteht mit dem „Haus der kleinen Entdecker“ eine neue Kita mit zwei Elementar- und einer Krippengruppe. Die Planungen lassen sogar Raum für eine spätere Erweiterung.
Dabei gehen auch in Fredenbeck die Geburtenzahlen tendenziell zurück. Ist der Neubau also noch notwendig?
- In Fredenbeck wird trotz sinkender Geburtenzahlen eine neue Kita gebaut
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Für die Verwaltung ist die Antwort klar. „Fredenbeck verzeichnet nach wie vor eine hohe Nachfrage nach Betreuungsplätzen“, sagt Ralph Löblich, Erster Samtgemeinderat und Fachbereichsleiter für Bildung und Inneres. Zwar sei die Bevölkerungsentwicklung laut Sozialplanung leicht rückläufig, gleichzeitig steige aktuell jedoch die Nachfrage nach Elementarplätzen.
Dabei spielt auch die weitere Entwicklung der Samtgemeinde eine Rolle. Insgesamt sieben Neubaugebiete sollen neuen Wohnraum schaffen und insbesondere Familien sowie Paare anziehen, die in den kommenden Jahren Kinder bekommen könnten.
Aus Sicht der Verwaltung bleibt der Kita-Neubau deshalb eine notwendige Investition. Dabei geht es nicht allein darum, den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zu erfüllen. Fredenbeck möchte auch dann noch reagieren können, wenn Familien erst nach Beginn des Kitajahres einen Platz benötigen.
„Wir wollen vor die Welle kommen“, sagt Löblich. Deshalb sollen zu Beginn eines Kitajahres bewusst einige Plätze in den Gruppen frei bleiben.
Und selbst wenn der Bedarf langfristig geringer ausfallen sollte, sollen die Räume nach dem Willen der Samtgemeinde weiter der Kinderbetreuung dienen. Freie Kapazitäten könnten dann beispielsweise für Vorschulangebote, Sprachförderung oder andere pädagogische Angebote genutzt werden.
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