Gibt es wieder Behörden-Pingpong?
Müll-Hotspot in Wiepenkathen: Wer kümmert sich darum?
- In Stade-Wiepenkathen legen seit zwei Wochen ausrangierte Möbel auf dem Grünstreifen
- Foto: privat
- hochgeladen von Jörg Dammann
Es gibt Neues vom Sperrmüll-Hotspot an der B74 in Stade. Am ehemaligen Gasthof "Kutscherstuben" in der Stader Ortschaft Wiepenkathen gammelt schon seit zwei Wochen ein ganz besonderes Möbel-Arrangement vor sich hin. Auf den Grünstreifen neben dem Fußweg wurde offenbar die halbe Inneneinrichtung einer Wohnung gekippt - darunter Schränke, Regale, Teppiche und Sessel, die bestenfalls als Zeitzeugen vergangener Wohnträume durchgehen.
- Hier wurde offenbar eine halbe Wohnungseinrichtung entsorgt
- Foto: privat
- hochgeladen von Jörg Dammann
Ein WOCHENBLATT-Leser hat nach eigener Aussage bereits zweimal schriftlich bei der Stadt Bescheid gegeben – doch bisher: Funkstille. Bereits im vergangenen Jahr war genau dieselbe Stelle Ausgangspunkt für eine Behörden-Posse. Aus dem simplen Anliegen "bitte Wildmüll beseitigen" entwickelte sich ein Pingpong-Spiel, bei dem Stadt und Landkreis den Ball der Zuständigkeit für die Müllentsorgung mehrfach hin- und herspielten. Das WOCHENBLATT berichtete damals darüber hier:
Nun deutet sich eine Fortsetzung der Posse an, die eigentlich eher ein Trauerspiel ist. Der Dialog zwischen Rathaus und Kreishaus könnte nach den Erfahrungen des Vorjahres in etwa so verlaufen:
Stadt: „Das ist außerorts, da muss der Landkreis ran!“
Landkreis: „Moment, das liegt ja direkt am Ortseingang, also klar innerörtlich!“
Stadt: „Na, so ganz aber auch nicht… vielleicht ein Grenzfall?“
Landkreis: „Dann lassen wir es einfach liegen.“
Ob sich dieses Mal jemand findet, der Verantwortung übernimmt und den Schandfleck beseitigt? Man darf gespannt sein. Schließlich droht der Ort zum Symbol eines Zuständigkeits-Streits zu werden, den kein Bürger nachvollziehen kann.
Warum die ausrangierte Einrichtung dort so lange lagert, ist jedenfalls völlig unverständlich. Denn all das Gerümpel könnte kostenlos entsorgt werden – Sperrmüllabholung gibt es schließlich auch in Stade. Der Verursacher dieses Wildmüll-Stilllebens wird hoffentlich zu ermitteln sein - damit er ein ordentliches Bußgeld aufgebrummt bekommt. Denn illegale Müllentsorgung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit, die theoretisch mit bis zu 100.000 Euro Bußgeld geahndet werden kann.
Aber offenbar fehlt der Wille, konsequent hinzuschauen. Stattdessen dürfen Bürgerinnen und Bürger den gleichen Schandfleck wieder und wieder melden, in der Hoffnung, dass sich endlich mal jemand zuständig fühlt.
(MEINUNGSARTIKEL - gibt die persönliche Sicht des Autors wieder)
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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