Gemeinsame Andacht vor der Abreise
Ukrainische Kinder erleben bewegende Tage im Landkreis Stade
- Die Gäste aus Mykolajiw und einige Helfer im Kids Planet in Harsefeld
- Foto: Daniel Beneke
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Für einige Tage sollten Luftalarm, Raketenangriffe und die Sorgen um Angehörige möglichst weit in den Hintergrund rücken: Zum zweiten Mal hat der Landkreis Stade Kinder und Jugendliche aus der südukrainischen Region Mykolajiw zu einer Ferienfreizeit eingeladen. Ausflüge, Spiele und viele Begegnungen boten der 50-köpfigen Gruppe eine kurze Auszeit vom Kriegsalltag – bevor es nach einer bewegenden Abschiedsandacht zurück in die Ukraine ging.
Konsulin eröffnet Kinderfest in Stade
Während der Freizeit besuchte die ukrainische Konsulin Olha Novytska die Gruppe. Gemeinsam mit Landrat Kai Seefried eröffnete sie beim Technologiezentrum des Handwerks in Stade ein Kinderfest. Dort waren die Gäste während ihres Aufenthalts im Gästehaus untergebracht. „Wir hoffen, dass die Menschen in der Ukraine bald in Frieden leben können“, sagte Novytska. Sie dankte für das Engagement im Landkreis Stade und äußerte die Hoffnung, dass nach dem Krieg neben einer offiziellen kommunalen Partnerschaft auch ein Schüleraustausch entstehen könne. Seefried erwiderte: „Wir hoffen mit Ihnen darauf. Es gibt keinen Tag, auf den wir uns mehr freuen.“ Die Kinderfreizeit sei ein Zeichen für den Frieden in der Ukraine und in Europa.
- Landrat Kai Seefried mit Übersetzerin Viktoria Kirn, Konsulin Olha Novytska und einigen Helferinnen und Helfern der Ukraine-Kinderfreizeit
- Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
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Ermöglicht wurde der Besuch der ukrainischen Kinder und Jugendlichen durch ein breites Bündnis aus Hilfsorganisationen, Kirche, Vereinen und zahlreichen Ehrenamtlichen. Für das Kinderfest hatten die sogenannten Blaulichtorganisationen ein buntes Programm vorbereitet. Das Deutsche Rote Kreuz brachte eine Hüpfburg mit und bot Kinderschminken an. Bei der Feuerwehr gab es Slush-Eis, Popcorn und einen Blick von der Drehleiter, am Stand der DLRG wurde gebastelt. Hinzu kam ein Parcours mit Geschicklichkeitsspielen. DRK-Kreisgeschäftsführer Kai Schulz überreichte einen großen Korb mit Süßigkeiten, das Unternehmen Dussmann spendete ukrainische Kinderbücher.
Ausflüge auf die Elbe und in den Heide-Park
Auch an den übrigen Tagen wartete ein abwechslungsreiches Programm. Die Kinder und Jugendlichen waren mit dem Tidenkieker auf der Elbe unterwegs, besuchten das Natureum, den Heide-Park und einen Bauernhof. Die Erlebnisse sollten vor allem eines ermöglichen: unbeschwerte Stunden fernab der täglichen Bedrohung in ihrer Heimat. Einen Tag vor der Abreise führte ein Ausflug nach Harsefeld. Pastor Hermann Heinrich zeigte den Gästen die Kirche, Kirchenvorsteher Hermann Fitschen überreichte Harsefeld-Souvenirs und Fotos von einem Spendenlauf. Bei der Aktion hatte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde fast 16.000 Euro für die Kinderfreizeit gesammelt. Anschließend ging es noch in den Indoor-Spielplatz Kids Planet. Nach dem Mittagessen konnten die Mädchen und Jungen dort toben, klettern und hüpfen.
- Ein ukrainischer Kinderchor trat bei der Andacht auf
- Foto: Daniel Beneke
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Kerzen für vermisste und verstorbene Angehörige
Den emotionalen Abschluss bildete eine Andacht in der Stader Kirche St. Wilhadi. Superintendent Dr. Marc Wischnowsky und die aus der Ukraine stammende Albina Chmel, pädagogische Geschäftsführerin des evangelischen Kindertagesstättenverbandes, verbanden eine Bildergeschichte mit Gebeten, Musik und Mitmachangeboten. Der Kinderchor „Chance“ aus Buxtehude unter der Leitung von Oksana Cherkez sang ukrainische Lieder. Zu Orgelklängen zündeten die Besucher Kerzen für verstorbene oder vermisste Angehörige an.
- Landrat Kai Seefried mit der Ukrainerin Albina Chmel, die Landkreis Stade als pädagogische Geschäftsführerin des kirchlichen Kindertagesstättenverbandes tätig ist
- Foto: Daniel Beneke
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Landrat Kai Seefried dankte allen, die die Freizeit mit Spenden und persönlichem Einsatz ermöglicht hatten. Besonders hob er das Engagement der Harsefelder Kirchengemeinde hervor. Diese Hilfe stehe „beispielhaft für so viele, die im Landkreis Stade an die Ukraine und an die Menschen in der Ukraine denken“. An die jungen Gäste gewandt sagte Seefried: „Mit dieser Reise macht ihr deutlich, worum es geht: Es geht um Frieden. Ihr seid die Botschafter für den Frieden in Europa. Eure Reise ist unser gemeinsamer Auftrag — für ein Leben in Frieden.“
Spenden für die nächste Kinderfreizeit können unter dem Verwendungszweck „Kinderfreizeit Ukraine Landkreis Stade“ auf folgende Konten eingezahlt werden:
DRK-Kreisverband Stade gGmbH, IBAN: DE12 2415 1116 0000 1131 18
Johanniter-Unfall-Hilfe – Regionalverb. Bremen-Verden, IBAN: DE16 3702 0500 0004 3107 18
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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