Ein Adventswochenende auf dem Kunstkudder
Urlaub im Stader Lichtermeer

Christian Bellmann und Heidi Stemler an Deck des Kunstkudders beim Stader Fischmarkt | Foto: pau
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  • Christian Bellmann und Heidi Stemler an Deck des Kunstkudders beim Stader Fischmarkt
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Der Abend ist kalt. Auf dem dunklen Wasser schimmern die Lichter des Weihnachtsmarktes, Glühweinduft und Stimmengewirr liegen in der Nachtluft. In Winterjacken sitzen Heidi Stemler und Christian Bellmann im Strandkorb an Deck – direkt neben dem Stader Schwedenspeicher lassen sich die beiden auf dem Wasser treiben.
Ihr Quartier für das dritte Adventswochenende ist der Kunstkudder, eine alte Alsterschute, die seit dem Sommer 2024 fest im Stader Hansehafen liegt. Für Stemler und Bellmann ist es eine besondere Art, die Stadt kennenzulernen.

Ein nicht ganz geplanter Winterbesuch

Stade kennen die beiden Hamburger, doch als Urlaubsziel war die Hansestadt für sie neu. Dass ihr Aufenthalt ausgerechnet in die Adventszeit fiel, war eher Zufall. Als Stemler ihren Besuch buchen wollte, waren viele Termine bereits belegt. Die Winterdaten sagten ihr dennoch zu: „Ich dachte mir, wenn schon, dann richtig. Also haben wir uns für einen Besuch in der Adventszeit mit Weihnachtsmarkt entschieden.“

Ruhiger Schlafplatz, mittendrin

Die Schute, die früher zum Lastentransport genutzt wurde, wurde an diesem Wochenende für Stemler und Bellmann zu einer Unterkunft mit ungewöhnlicher Perspektive auf die Stadt.
Direkt vor der Tür liegt die Hafen-Weihnacht am Fischmarkt. „Es ist ruhig, aber man ist mittendrin“, sagen die beiden. Die Wege sind kurz, das städtische Tempo trotz Weihnachtsmarkttrubel entspannt. Neben Marktbummel mit Glühwein und Bratwurst statteten sie auch dem neuen Wei(h)nachtshaus im ehemaligen Weinhaus einen Besuch ab und erkundeten die festlich beleuchtete Innenstadt mit ihren vielen kleinen Geschäften.

Wenn es draußen kalt wird

Doch nicht alles lässt sich spontan planen. In der Weihnachtszeit war es schwer, kurzfristig Plätze in Restaurants zu bekommen – selbst am Morgen – berichten die Urlauber. Dafür bot der "Kudder" Rückzug, besonders wenn das Wetter wenig Lust auf längere Ausflüge machte. Drinnen ist es modern und gemütlich, draußen liegt das Wasser ruhig. „Morgens war es richtig schön aufzuwachen, das Fenster zu öffnen und mitten in Stade auf dem Wasser zu sein und außer Tauben nichts zu hören“, erzählt Stemler.

Ein Ort mit mehreren Rollen

Der Kunstkudder ist dabei mehr als nur ein besonderer Schlafplatz. Die Schute ist Teil eines städtischen Projekts zur Belebung des Hansehafens und wird zeitweise auch als Wohn- und Arbeitsort für Kunststipendiatinnen und -stipendiaten genutzt. So treffen hier regionale Geschichte, Tourismus und Kultur auf engem Raum zusammen.
Für Stemler und Bellmann wurde der Kunstkudder für ein Wochenende zum Rückzugsort mitten in der vorweihnachtlichen Stadt.

Redakteur:

Pauline Bellmann aus Buxtehude

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