Kreisel-Plan in Himmelpforten: "Denkt an die Fußgänger!"

Luftbild: Die Kreuzung (mitte re.) an der B73 in Himmelforten soll einem Kreisel weichen, der Stubbenkamp (unten li.) wird an das Verkehrsrund angeschlossen   Foto: Martin Woitschek/Schwinge Immoblien
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Anwohner Martin Woitschek sorgt sich um Verkehrssicherheit / Vorschlag: Ampel und Blitzer

tp. Himmelpforten. Im Geest-Dorf Himmelpforten herrscht Verunsicherung, nachdem Anfang August durch den WOCHENBLATT-Artikel "Weg frei für den Millionen-Kreisel" das Mega-Bauprojekt im Ortszentrum bekannt wurde. Der Bund erteilte der Kommune die Planungserlaubnis für den knapp eine Million Euro teuren Kreisverkehrsplatz, der bis zum Jahr 2020 an der jetzigen ampelfreien Kreuzung der viel befahrenen Bundesstraße B73/Bahnhofstraße/Poststraße errichtet werden soll. Von dem neuen Kreisel erhoffen sich die Verantwortlichen einen ruhigen und flüssigen Kraftverkehr auf der Hauptverkehrsader, die das Dorf zerschneidet.

Bedenken äußert Martin Woitschek (47), Anwohner der Wohnstraße Stubbenkamp, die an den neuen, dann vierarmigen Kreisel angeschlossen wird: "Autofahrer sollen stressfreier durch Himmelpforten kommen. Und was ist mit den Fußgängern?", fragt der Familienvater von Zwillingssöhnen (9). Er sorgt sich vor allem um die Kinder aus den Wohngebieten im Süden der Ortes, die die B73 auf dem Weg zur Schule in Richtung Norden überqueren müssen, und um ältere Menschen. Laut Woitschek sei es aktuell ein "Himmelfahrtskommando", die Bundesstraße zu überqueren. Dabei richtet er exemplarisch den Blick auf den benachbarten Ampelübergang an der B73/Marktstraße. Nach Woitscheks Beobachtungen erlebten die Verkehrsteilnehmer dort beinahe täglich, wie rücksichtslose Autofahrer das Rot-Signal an der Fußgängerampel ignorieren würden - trotz leuchtender Tempo-Messtafel und Präsenz des Schülerlotsen.

Woitschek ist skeptisch, ob ein Verkehrskreisel die Sicherheit der Fußgänger erhöhen würde. Er regt an, dass  Politik und Verwaltung als Alternative zum Mega-Kreisel über die Modernisierung der bestehenden Kreuzung nachdenken und diese mit Ampeln und einen Blitzer ausstatten. "Wäre dies nicht eine die bessere Lösung?"

Neben Martin Woitschek hätten viele weitere Bürger mit Besorgnis auf die Kreisel-Planungen reagiert, berichtet Bürgermeister Bernd Reimers, den zu diesem Thema zahlreichen mündliche Anfragen und E-Mails erreichten. Angesichts der Bedenken  kündigt er eine transparente und behutsame Planung des von der breiten politischen Mehrheit getragenen Kreisel-Projektes an. Dabei setzt Reimers auch auf die Expertise des von der Gemeinde beauftragten Planungsbüros SHP Ingenieure aus Hannover.

Gemeinsam mit SHP will Reimers die Öffentlichkeit vor Änderung des Bebauungsplanes an dem Vorhaben beteiligen, das auch in Zusammenhang mit dem künftigen Einkaufszentrum in der Ortsmitte steht. An einem Info-Abend, der rechtzeitig im WOCHENBLATT angekündigt wird, sollen Fragen zur Fußgänger- und Radfahrer-Sicherheit beraten werden.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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