Bildungskonferenz im Stader Berufsschulzentrum
Landkreis Stade setzt sich für mehr Bildungschancen bei jungen Menschen ein
- Das Foyer des Stader Berufsschulzentrums (BBS Stade) war gut gefüllt
- Foto: Daniel Beneke/Landkreis Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Wie lernen Kinder und Jugendliche heute das, was sie morgen im Leben wirklich brauchen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Fachleute aus den Bereichen Pädagogik, Verwaltung und Politik bei der Bildungskonferenz des Landkreises Stade im Berufsschulzentrum der Kreisstadt. Im Mittelpunkt stand dabei die Bildung für nachhaltige Entwicklung – kurz BNE. Neben Vorträgen und Workshops ging es vor allem um eines: den Austausch darüber, wie junge Menschen bestmöglich auf ihre Zukunft vorbereitet werden können.
Wissen, handeln und weiterdenken
Unter dem Motto „Wissen – Handeln – Weiterdenken“ hatte das Bildungsbüro des Landkreises eingeladen. Landrat Kai Seefried machte in seiner Begrüßung deutlich, worauf es ankommt: Das Motto beschreibe „sehr präzise die Methodik, mit der wir im Landkreis Stade die Bildungsbiografien und die Zukunftschancen unserer Kinder und Jugendlichen gestalten wollen“. Wissen bedeute eine fundierte Bestandsaufnahme: „Wir blicken sachlich auf Daten, Studien und die konkrete Lebensrealität junger Menschen vor Ort.“ Handeln meine die konsequente Umsetzung dieses Wissens in verlässliche Strukturen, in bedarfsgerechte Angebote und in eine zielgerichtete Unterstützung. Weiterdenken erfordere den vorausschauenden Blick auf die Kompetenzen von morgen. „Die Anforderungen unserer Gesellschaft und Arbeitswelt wandeln sich stetig“, betonte Seefried. „Darauf müssen wir unsere Bildungssysteme vorbereiten.“
- Landrat Kai Seefried hob die Bedeutung des Bildungsbüros des Landkreises Stade hervor
- Foto: Daniel Beneke/Landkreis Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Für erfolgreichen Bildungsweg sorgen
„Wir wollen gemeinsam sicherstellen, dass jedes Kind und jeder Jugendliche in unserer Region die bestmöglichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Lebens- und Bildungsweg erhält“, erklärte der Landrat. Er verwies auf eine Unicef-Studie, wonach Deutschland beim Kindeswohl international nur im unteren Mittelfeld liegt. Laut der Studie besteht ein enger Zusammenhang zwischen sozialem Umfeld, psychischen Problemen und den schulischen Leistungen junger Menschen. Bei Letzterem sei insbesondere das Erreichen von Basiskompetenzen im Lesen und in der Mathematik eine zentrale Baustelle im deutschen Bildungssystem, so Seefried.
Mehr Mitbestimmung
Gleichzeitig hätten Kinder und Jugendliche klare Erwartungen an ihr Umfeld. Sie wünschen sich mehr individuelle Förderung, eine engere Zusammenarbeit von Schule und Jugendarbeit sowie mehr Mitbestimmung. „Ein zentrales Anliegen der jungen Generation ist zudem das Erleben von echter Mitbestimmung und Demokratie im Alltag“, sagte Seefried. Der Landkreis Stade sieht sich dabei auf einem guten Weg. Wohl in diesem Jahr erfolge die Zertifizierung als erster „Kinderfreundlicher Landkreis“ Deutschlands.
Ganzheitliches Lernen
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als international anerkanntes und ganzheitliches Bildungskonzept, das Menschen befähigt, die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen ihres Handelns zu verstehen, könne hier einen sinnvollen Rahmen bilden. „Ein wunderbares Beispiel für das ganzheitliche Lernen ist die enge Kooperation unserer Grundschulen und Kindertagesstätten mit den Niedersächsischen Landesforsten“, sagte Seefried. „Hier wird das Klassenzimmer in die Natur verlegt.“ Kinder lernen im Wald nicht nur ökologische Zusammenhänge, sondern erwerben ganz praktisch Kompetenzen wie Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und ein tiefes Verständnis für Nachhaltigkeit – „Kernkompetenzen, die für ihre Zukunft entscheidend sind“.
Bildungsbüro nimmt Schlüsselrolle ein
Dass erfolgreiche Bildungsarbeit nur gemeinsam gelingen kann, zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei das Bildungsbüro des Landkreises, das Schulen, Kitas, Jugendhilfe, Unternehmen und weitere Partner zusammenbringt. Der Landrat sprach in diesem Zusammenhang von einer "Schlüsselrolle", die das Bildungsbüro einnehme. Auch aus Berlin gab es Lob. Referatsleiterin Dr. Andrea Ruyter-Petznek vom Bundesbildungsministerium bescheinigte dem Landkreis ein "sehr gutes" Zusammenspiel der Akteure. „Bildung schafft Ankerpunkte und Perspektiven — für alle Teile der Bevölkerung und über Schichten hinweg“, erklärte sie.
- Die Beiträge der Referentinnen auf der Stader Bildungskonferenz stießen auf großes Interesse
- Foto: Daniel Beneke/ Landkreis Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Welche Fähigkeiten werden künftig gebraucht?
Einen Blick auf die großen gesellschaftlichen Veränderungen warf Dr. Anika Duveneck von der Freien Universität Berlin. In ihrem Vortrag erläuterte sie die Potenziale von Bildung für nachhaltige Entwicklung für Kommunen im Wandel. Ziel sei es, Menschen zu befähigen, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten und globale Herausforderungen besser zu verstehen. Zum Abschluss diskutierten Experten sowie Schülerinnen und Schüler der Berufsschulen aus Stade und Buxtehude bei einer Podiumsrunde über die Frage: „Souverän im Wandel: Welche Skills brauchen wir?“ Ein Thema, das angesichts der rasanten Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt aktueller kaum sein könnte.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
|
| Webseite von Jörg Dammann | |
| Jörg Dammann auf Facebook | |
| Jörg Dammann auf Instagram | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.