Achtung Wildwechsel
Herbst auf der Straße: Jetzt passieren viele Wildunfälle

Auf Strecken mit starkem Wildwechsel warnen Verkehrsschilder Autofahrer frühzeitig vor der Gefahr | Foto: ADAC / Steve Bauerschmidt
  • Auf Strecken mit starkem Wildwechsel warnen Verkehrsschilder Autofahrer frühzeitig vor der Gefahr
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Im Herbst steigt das Risiko für Wildunfälle. Wildtiere, die in der Morgen- und Abenddämmerung unvermittelt auf die Straße laufen, veränderte Wege durch Erntearbeiten oder Paarungszeiten führen in den Herbstmonaten vermehrt zu Wildunfällen. Hinzu kommen witterungsbedingte Zusammenstöße aufgrund schlechter Sicht bei Nebel oder nasser Fahrbahn. Während sich laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) täglich rund 750 Unfälle im Zusammenhang mit Wild ereignen, steigt diese Zahl in den Herbstmonaten weiter an. 

Unfallprävention: Richtig reagieren

Grundsätzlich gilt es, Wildwechsel-Warnschilder zu beachten und die Geschwindigkeit in diesen Zonen anzupassen. Kommt es zu einer plötzlichen Begegnung mit Wild auf der Fahrbahn, sollten Autofahrer Ruhe bewahren, das Fernlicht abblenden, ihre Geschwindigkeit reduzieren und kontrolliert bremsen. Unbedingt zu verhindern sind riskante Ausweichmanöver. Diese können zu weitaus schwerwiegenderen Unfällen führen als der Zusammenstoß mit einem Tier.

Wenn es kracht: So verhalten Sie sich richtig

Nach einem Wildunfall zählt vor allem, Ruhe zu bewahren. Die LVM Versicherung empfiehlt folgendes Vorgehen:

• Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anlegen und Unfallstelle absichern.
• Bei verletzten Personen den Notruf 112 wählen und Erste Hilfe leisten.
• Die Polizei verständigen (auch wenn niemand verletzt wurde).
• Verletzte Tiere nicht anfassen und ausreichend Abstand halten.
• Bis zum Eintreffen von Polizei oder Jagdausübungsberechtigten an einem sicheren Ort warten.
• Eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen. Sie wird für die Schadenregulierung durch die Versicherung benötigt.
• Unfallort und Fahrzeugschäden mit Fotos dokumentieren.
• Den Schaden zeitnah der Versicherung melden.
• Wichtig: Reparaturen am Fahrzeug sind erst nach der Schadenprüfung durch die Versicherung vorzunehmen.

Wer zahlt den Schaden?

Angesichts steigender Reparaturkosten kann ein Wildunfall schnell zur finanziellen Belastung werden. Laut GDV stieg die durchschnittliche Schadenhöhe 2024 auf rund 4.100 Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 3.850 Euro. Um finanzielle Folgen nach einem Wildunfall abzufedern, lohnt sich ein genauer Blick auf den Versicherungsschutz.

Die Teilkaskoversicherung übernimmt in der Regel Schäden, die durch den Zusammenstoß mit Wild entstehen. Allerdings beschränken einige Tarife den Schutz auf sogenanntes Haarwild, also beispielsweise Marder, Füchse, Luchse, Elche, Rehe oder Hasen. Zusammenstöße mit Kühen, Hunden oder Katzen sind in diesem Fall nicht abgesichert. Wer Wert auf eine umfassende Absicherung legt, sollte darauf achten, dass die Teilkasko Unfälle mit allen Tierarten einschließt.

Ein entscheidender Unterschied in den Leistungen zeigt sich zudem zwischen Teil- und Vollkaskoversicherung: Kommt es beispielsweise zu einem Zusammenstoß mit einem Reh, übernimmt die Teilkaskoversicherung den Fahrzeugschaden in der Regel. Die Vollkaskoversicherung schließt diesen Schutz ein und bietet darüber hinaus Leistungen für weitere Schäden am eigenen Fahrzeug, etwa wenn der Fahrer einem Tier ausweicht und dabei verunglückt. Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch ein solches Ausweichmanöver entstehen, sind über die Teilkasko häufig nicht versichert.

Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

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