Angebot des Landkreises Stade
Hilfe bei häuslicher Gewalt: Frauenberatung Stade unterstützt Betroffene
- In der Frauenberatung hilft Tina Götting Frauen und Mädchen ab 16 Jahren
- Foto: Landkreis Stade / Nina Dede
- hochgeladen von Jörg Dammann
In der Weihnachtszeit geht es besonders harmonisch in den Familien zu: Dieses heimische Idyll gaukeln derzeit Fernsehen und Werbung vor. Doch die Realität sieht oft anders aus. Gewalt in der Partnerschaft gibt es auch im Advent - meist hinter verschlossenen Türen. Hilfe bei körperlicher und psychischer Gewalt in der Partnerschaft bietet die Frauenberatung des Landkreises Stade. Das Angebot ist vertraulich und kostenlos.
Mindestens 80 Prozent der Opfer sind weiblich. Es kann jede Frau treffen - unabhängig von Alter, Bildung oder sozialem Status. Betroffene können sich an das Schutz- und Beratungszentrum für Frauen „Stade Neuwerk“ wenden. Dort setzt sich die Pädagogin Tina Götting mit viel Engagement für Frauen und Mädchen ab 16 Jahren ein, die unter Gewalt leiden. „Es geht immer um Macht, die auf unterschiedliche Weise ausgeübt wird“, erklärt Götting. Die Gewalt äußere sich nicht nur in Schlägen, sondern oft in subtileren Formen wie Beleidigungen, Kontrolle, Stalking oder dem Missbrauch digitaler Medien. Auch Themen wie Zwangsheirat und Trennung nach Missbrauch gehören zum Beratungsalltag.
Auffällig ist laut Götting, dass die Beratungsstelle oftmals von Frauen aufgesucht werde, die gut ausgebildet sind und über eigene finanzielle Ressourcen verfügen. Diese Frauen seien daher nicht durch die Hilfe des Frauenhauses angewiesen. Für diese Gruppe habe es lange kein spezifisches Angebot gegeben. Diese Lücke werde mit der Frauenberatung nun geschlossen.
Besonders schwierig ist die Situation für Mütter: Aus Angst vor einem Sorgerechtsstreit und im Bemühen, Kindern eine Trennung der Eltern zu ersparen, halten viele Frauen an einer Beziehung zu einem gewalttätigen Partner fest. "Immer wieder werden Kinder als Druckmittel eingesetzt", berichtet Götting. Kommt es doch zur Trennung, würden die Täter über den Umgang mit den Kindern versuchen, das Machtgefüge aufrechtzuerhalten. "Außerdem registrieren wir leider einen zunehmenden Antifeminismus, der unsere Arbeit erschwert und – noch viel schlimmer – die Frauen benachteiligt", berichtet Hanne Rathjens, die sowohl das Stader Frauenhaus als auch das Schutz- und Beratungszentrum leitet.
Ziel der Beratung ist es, betroffene Frauen zu stabilisieren, ihnen Selbstbewusstsein zurückzugeben und Wege aus der Gewaltspirale aufzuzeigen. Perspektivisch soll die Präventionsarbeit gestärkt werden: Gemeinsam mit dem Jugendschutz des Amtes Jugend und Familie plant Götting Projekte für Schulen, um Jugendliche frühzeitig für das Thema zu sensibilisieren.
Wer selbst betroffen ist oder jemanden kennt, der Hilfe benötigt, kann sich unter Tel. 04141 - 125551 oder 0159 - 04141-848 an die Frauenberatung wenden oder per E-Mail an frauenberatung@landkreis-stade.de
Kontakt aufnehmen. Weitere Infos online: www.staderfrauenhaus.de/frauenberatung
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Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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