IHK-Umfrage: Wirtschaft in Niedersachsen tritt auf der Stelle
Die wirtschaftliche Lage in Niedersachsen bleibt angespannt. Der IHK-Konjunkturklima-Indikator für das vierte Quartal 2025 stagniert bei 85 Punkten. Erste Maßnahmen der neuen Bundesregierung zeigen bisher kaum Wirkung. „Für ein stärkeres Wachstum braucht es spürbare Entlastungen – bei Steuern, Lohnnebenkosten und Bürokratie“, so Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen.
Rund 2.200 Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage: 18 Prozent als gut, 54 Prozent als befriedigend und 28 Prozent als schlecht. Auch die Erwartungen bleiben zurückhaltend. Nur zwölf Prozent rechnen mit besseren Geschäften. Investitions- und Personalplanungen sind entsprechend vorsichtig.
In der Industrie zeigen sich erste positive Impulse durch steigende Auftragseingänge, besonders im Auslandsgeschäft. Die Bauwirtschaft bleibt gespalten: Während der Tiefbau gut ausgelastet ist, leidet der Hochbau weiter unter Auftragsmangel. Öffentliche Investitionen erreichen die Branche nur langsam.
Der Einzelhandel spürt Kaufzurückhaltung, besonders im Lebensmittel- und Bekleidungshandel. Der Großhandel stagniert, das Verkehrsgewerbe leidet unter schwacher Nachfrage und hohen Arbeitskosten. Das Gastgewerbe verzeichnet gute Übernachtungszahlen, kämpft aber im Restaurantbereich mit rückläufigen Umsätzen.
Positive Entwicklungen gibt es bei Finanzdienstleistern: Das Kreditgeschäft und das Versicherungsgeschäft legen zu. Der Dienstleistungsbereich verzeichnet leichte Verbesserungen, erwartet aber keine dynamische Entwicklung.
Der leichte Aufwärtstrend ist vor allem auf höhere Staatsausgaben zurückzuführen. „Diese können Reformen nicht ersetzen“, betont Bielfeldt.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.