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125 neue Betreuungsplätze in Stade

Kommt bei Eltern und Kindern gut an: die "Container-Krippe" in Hammah in Modulbauweise Fotos: tp

Stadt baut Container-Kita im Altländer Viertel / Erzieher zu finden ist die größte Hürde

tp. Stade. Erst kürzlich schlug Erster Stadtrat Dirk Kraska im Fachausschuss wegen des sich abzeichnenden Mangels an Kinderbetreuungsplätzen in Stade Alarm, die SPD-Fraktion reagierte mit einem Eilantrag (das WOCHENBLATT berichtete) - und jetzt machen Verwaltung und Politik Nägeln mit Köpfen: In der Stadt werden auf einen Schlag rund 125 neue Betreuungsplätze für Mädchen und Jungen im Krippen- und Kindergartenalter geschaffen.

"So schnell wie möglich", sagte Bürgermeisterin Silvia Nieber am Dienstag in einem Pressegespräch, solle am Rand des Bolzplatzes im Altländer Viertel eine Einrichtung in Modulbauweise geschaffen werden, die Kindern aus dem gesamten Stadtgebiet zur Verfügung steht. Erster Stadtrat Kraska führte Anfang der Woche bei einem Ortstermin bereits erste Erörterungsgespräche. Er verweist auf die inzwischen guten Gestaltungsmöglichkeiten bei der Container-Bauweise. Dafür gibt es Vorbild-Beispiele, wie die "Container-Krippe" in Hammah. Die Interims-Lösung, die außen nur ein schlichter weißer Kasten ist, präsentiert sich innen als "kunterbuntes Kinderparadies in der Box". Die Kosten für die Container-Burg mit rund 30 Krippenplätzen kostete die Geest-Gemeinde 310.000 Euro.

Über die Investition in die neue Stader Container-Kita, die die Stadt als "Pavillon" bezeichnet, will Dirk Kraska öffentlich noch keine Einschätzungen geben. Die Finanzierung soll aus Haushaltsresten dieses Jahres und durch Einstellungen in den Etatplan 2019 sichergestellt werden. Angesichts der guten Konjunktur auf dem Bau, die den Fachfirmen volle Auftragsbücher beschert, wagt die Verwaltungsspitze noch keine Prognosen über den Zeitrahmen für das Bauprojekt.

Und: Die größte Hürde ist noch zu nehmen: Die Stadt muss geeignetes Fachpersonal finden. Für die Kita mit voraussichtlich zwei Krippen- und drei Elementargruppen für Kinder bis drei bzw. von drei bis sechs Jahren werden etwa sieben Erzieherinnen, zwei davon als Leitung, sowie fünf bis sieben Sozialassistentinnen benötigt. Auf dem nahezu leergefegten Stellenmarkt in dieser Branche wirbt die Stadt im Rahmen des "Stader Modells" mit besonderen Ausbildungsvergütungen für Erzieherinnen und Sozialpädagogische Assistentinnen.

In diesem Zusammenhang appelliert Bürgermeisterin Silvia Nieber auch an die Landesregirung, einen Masterplan zur Beseitigung des Fachkräftemangels im Erziehungswesen, in der Altenpflege und in den Kliniken mit "vernünftiger Vergütung" in diesen Sozialberufen zu entwickeln.

Für die Planung der Stader Container-Kita muss der Rat auf seiner Sitzung am Montag, 18. Juni, 18 Uhr, im Ratssal noch grünes Licht geben. Danach kann die Ausschreibung beginnen.