War es ein Meteorit, der verglühte?
Abendlicher Feuerblitz über Stade löst Großeinsatz aus
- In Stade meldeten Bürger einen Feuerschweif am Nachthimmel. Zunächst wurde ein Flugzeugabsturz vermutet
- Foto: Adobe Stock/Nazarii
- hochgeladen von Jörg Dammann
Ein heller Feuerstreif über Stade hat am Sonntagabend (8. März) für reichlich Aufregung gesorgt - und einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. "Explosion" und "Verpuffung" lauteten die Stichworte in der Alarmierung, die um kurz nach 19 Uhr an die Einsatzkräfte rausging. Vermutet wurde zunächst der Absturz eines Kleinflugzeugs oder eines Hubschraubers auf einem Acker nahe der Schwingewiesen bei Wiepenkathen. Die Suchaktion verlief aber ergebnislos. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich beim leuchtenden Objekt am Himmel um die Bruchstücke eines Meteoriten gehandelt haben dürfte. Entsprechende Beobachtungen wurden am Sonntagabend aus verschiedenen Region Westdeutschlands gemeldet.
- Besprechung der Einsatzleiter
- Foto: Feuerwehr
- hochgeladen von Jörg Dammann
Auch mit einer Drohne wurde gesucht
Die Stader Einsatzkräfte starteten zunächst eine umfangreiche Suche rund um den Stader Ortsteil Groß Thun. Mitglieder der Ortsfeuerwehren aus Wiepenkathen und Hagen sowie beiden Züge der Stader Feuerwehr durchkämmten das Gebiet. Die Wiesen beiderseits der Schwinge wurden abgesucht. Zusätzlich überflog ein Marinehubschrauber mit Wärmebildkamera die betroffene Gegend. Außerdem kam eine Drohne der DLRG Horneburg/Altes Land zum Einsatz. Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. Doch trotz des großen Aufgebots wurde nichts entdeckt - weder ein Wrackteil noch eine Absturzstelle. Kurz vor 21 Uhr wurde der Einsatz schließlich beendet. Auch die Flugsicherung konnte keine Hinweise liefern. Damit blieb als wahrscheinlichste Erklärung das, was manche Augenzeugen ohnehin schon vermutet hatten: ein Meteorit, der spektakulär am Nachthimmel verglühte.
- Nächtliche Suche der Feuerwehrleute
- Foto: Feuerwehr Wiepenkathen
- hochgeladen von Jörg Dammann
Meteoriteneinschläge sind extrem selten
Wenn ein Meteroit in die Erdatmosphäre eintritt, zerbricht er häufig in viele kleine Stücke. Ein Großteil davon verglüht vollständig, bevor überhaupt etwas den Boden erreicht. Und selbst wenn Bruchstücke die Reise überstehen, sind sie oft schwer zu finden. Wer also in Groß Thun mit einem Metalldetektor über den Acker läuft, braucht neben Geduld vor allem eines: sehr viel Glück. Denn Meteoritenfunde sind extrem selten. Schätzungen von Experten zufolge erreichen weltweit nur sieben dieser kosmischen Besucher pro Jahr tatsächlich den Boden. Dass jemand genau dort steht, wo ein solcher Brocken landet, ist statistisch ungefähr so wahrscheinlich wie ein sehr gut getimter Lottogewinn.
Dass es dennoch passieren kann, zeigt ein Blick nach Schleswig-Holstein: Vor drei Jahren sorgte ein Meteorit im Garten einer Familie in Elmshorn für Schlagzeilen. Der rund 3,7 Kilogramm schwere Brocken aus dem All wurde später zum begehrten Sammlerobjekt – mit Interessenten aus aller Welt und einem möglichen Verkaufspreis von mehr als 200.000 Euro. Auch im aktuellen Fall von Sonntagabend schaffte es ein Meteoritentrümmer offenbar bis zur Erdoberfläche. Er soll in Koblenz (Rheinland-Pfalz) in ein Hausdach eingeschlagen sein.
So weit ist es in Stade bislang nicht gekommen. Noch hat niemand einen außerirdischen Fund im Vorgarten gemeldet. Die Polizei rät allerdings: Sollte in den nächsten Tagen irgendwo ein ungewöhnlicher Stein auftauchen, der verdächtig kosmisch aussieht, bitte nicht anfassen – sondern lieber den Notruf wählen.
KREISZEITUNG WOCHENBLATT
Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy.
Jetzt abonnieren
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
|
| Webseite von Jörg Dammann | |
| Jörg Dammann auf Facebook | |
| Jörg Dammann auf Instagram | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.