Ausbildungsmesse in Stade
Jetzt müssen auch die Betriebe überzeugen

Ausbildungsmesse im TZH: Thorsten Heinze, Erster Kreisrat (v.li.), Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung, Agentur für Arbeit Stade, Dirk Immken, Leiter Aus- und Weiterbildung, IHK Elbe-Weser, Dr. Anja Wode, Geschäftsführerin, Jobcenter im Landkreis Stade und das Team der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade: Judith Kraus, Abteilungsleiterin Bildungsmarketing, Claudia Teller, Abteilungsleiterin Nachwuchsbewerbung und Ausbildungsberatung, Jürgen Knoll, Abteilungsleiter des Technologiezentrums und Dr. Thomas Felleckner, Geschäftsbereichleiter der Technologiezentren | Foto: sts
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  • Ausbildungsmesse im TZH: Thorsten Heinze, Erster Kreisrat (v.li.), Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung, Agentur für Arbeit Stade, Dirk Immken, Leiter Aus- und Weiterbildung, IHK Elbe-Weser, Dr. Anja Wode, Geschäftsführerin, Jobcenter im Landkreis Stade und das Team der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade: Judith Kraus, Abteilungsleiterin Bildungsmarketing, Claudia Teller, Abteilungsleiterin Nachwuchsbewerbung und Ausbildungsberatung, Jürgen Knoll, Abteilungsleiter des Technologiezentrums und Dr. Thomas Felleckner, Geschäftsbereichleiter der Technologiezentren
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Eine Mauer hochziehen, kostenlos Bewerbungsfotos machen lassen, mit Auszubildenden sprechen oder direkt zur Berufsberatung gehen: Bei der Ausbildungsmesse im Technologiezentrum Stade (TZH) konnten Jugendliche ihren möglichen Berufsstart gleich praktisch testen. Rund 45 Unternehmen präsentierten sich unter dem Motto „Dein Talent – deine Zukunft“ und warben um Nachwuchs.

Organisiert wurde die Messe von der Jugendberufsagentur im Landkreis Stade, der IHK Elbe-Weser und der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Nach dem Auftakt im vergangenen Jahr fand sie erneut im TZH statt.

 Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung, Agentur für Arbeit Stade | Foto: sts
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Ausprobieren statt nur Prospekte sammeln

Das Konzept setzte bewusst auf Praxis. Unter dem Motto „Mitmachen statt nur zuhören! Teste Berufe live – entdecke deine Stärken“ konnten Besucher an verschiedenen Ständen selbst aktiv werden.

Bei der Firma Lindemann etwa wurde gemauert. Anton Sendrowski, 23, dualer Student im Unternehmen, erlebte dabei viel Interesse. „Teilweise sind hier sehr interessierte Leute. Hier kann man eine Mauer bauen, in der Ausbildung lernt man Häuser zu bauen. Den praktischen Teil mit in die Unternehmensvorstellung zu nehmen, macht den Leuten Spaß.“

Anton Sendrowski, (23), dualer Student und Sarah Dankers (22) Auszubildende bei der Firma Lindemann | Foto: sts
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„Wettertechnisch ist heute hier draußen nicht so viel los“, sagte Stefan Sukau, Geschäftsführer von Rieper Jork. Aus den Lautsprechern lief trotzdem passend „It’s a Beautiful Life“.

Zum Angebot gehörten auch kostenlose Bewerbungsfotos. Die Besucher konnten sich vor Ort fotografieren lassen und bekamen ihre Bilder anschließend per QR-Code zugeschickt. Direkt daneben bestand die Möglichkeit zur Berufsberatung.

Professionelle Bewerbungsfotos gab es direkt vor Ort | Foto: sts
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Viele Wege in den Beruf

Wie unterschiedlich die Pläne der Besucher sind, zeigte sich schnell. Aya Abdalla, 15, ist noch offen: „Am liebsten möchte ich Ingenieurin werden oder Schauspiel machen – beides würde mich interessieren.“ Die 16-jährige Elmedina Eleze weiß dagegen schon, wohin es gehen soll: „Ich will gerne in die Pflege gehen.“

Andere sind noch in der Orientierungsphase. Die 14-jährige Mara Berro aus Hammah kann sich eine Zukunft im Handwerk vorstellen, Elham Habibi, 20, sucht nach seinem Hauptschulabschluss eine passende Ausbildung, Hamdullah Haidani, 21, will sich im kommenden Jahr bewerben.

Elham Habibi (20) (v.li.) und Hamdullah Haidani (21) wollen in Kürze Ausbildungen im handwerklichen Bereich beginnen | Foto: sts
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Einen besonderen Neustart plant Pei-Yukum Huang. Der 51-Jährige prüfte in China viele Jahre Automotoren. Weil seine Ausbildung in Deutschland nicht anerkannt wird, arbeitet er derzeit als Koch. Nun möchte er zurück in seinen ursprünglichen Bereich und eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker beginnen. „Ich würde mich sehr freuen, wenn ich wieder mit Autos arbeiten könnte.“

Berufliche zweite Chance: Peiyuan Huang (51) möchte zurück in die Kfz-Branche | Foto: sts
  • Berufliche zweite Chance: Peiyuan Huang (51) möchte zurück in die Kfz-Branche
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Viele Ausbildungsstellen noch frei

Die Chancen für Bewerber sind vergleichsweise gut. Zwar ist die Lage auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt angespannter und die Arbeitslosigkeit gestiegen. Im Landkreis Stade sind aber weiterhin zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt.

Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade, rät deshalb dazu, die vorhandenen Beratungsangebote zu nutzen. „Wer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, sollte sich unbedingt an die Jugendberufsagentur oder die Berufsberatung wenden. Dort können wir sicher noch ein gutes Angebot machen. Die Zeiten, in denen es weniger Ausbildungsstellen als Ausbildungssuchende gab, sind wirklich vorbei.“

Das verändert die Spielregeln: Nicht mehr nur Jugendliche müssen sich bei Betrieben bewerben – auch die Unternehmen müssen zeigen, warum man sich gerade für sie entscheiden sollte.

Dr. Thomas Felleckner, Geschäftsbereichsleiter Technologiezentren der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, sieht darin eine positive Entwicklung. „Es scheint sich herumzusprechen, dass die duale Ausbildung eine belastbare Alternative zur akademischen Ausbildung ist. Wir möchten dieses Bewusstsein gerne weiter stärken. Wenn der heutige Tag dazu beiträgt, sind wir glücklich.“

Ausbildung allein reicht nicht

Wer junge Menschen langfristig im Landkreis halten will, braucht jedoch mehr als gute Ausbildungsplätze. Ausbildung und Lebensqualität müssen zusammenpassen.

Thorsten Heinze, Erster Kreisrat, verwies deshalb vor allem auf die Rahmenbedingungen vor Ort: „Wir müssen für junge Leute ein attraktiver Standort bleiben. Dazu gehören gute Schulen, Kinderbetreuung, ein gutes Straßennetz und ein guter ÖPNV. Gleichzeitig müssen wir für neue Unternehmen attraktiv sein – auch in Bereichen, die Zukunft haben.“

Ein Korb ist keine Option: Thorsten Heinze will junge Fachkräfte für den Landkreis Stade gewinnen und halten | Foto: sts
  • Ein Korb ist keine Option: Thorsten Heinze will junge Fachkräfte für den Landkreis Stade gewinnen und halten
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Die Messe im TZH zeigte: Nicht nur Jugendliche müssen heute überzeugen. Auch Betriebe und Region müssen zeigen, warum es sich lohnt, bei ihnen anzufangen – und zu bleiben.

Redakteur:

Stefanie Schimanski aus Buxtehude

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