Neues Konzept für die Erinnerungskultur
Stade stärkt das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
- Ort der Erinnerung: Mit diesen Stelen wird in Stade der NS-Opfer gedacht
- Foto: Hansestadt Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Die Hansestadt Stade will die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus dauerhaft stärken. Dafür hat der Rat einstimmig ein neues Gesamtkonzept beschlossen. Es legt fest, wie das Gedenken in Stade künftig gestaltet und weiterentwickelt werden soll. Das Konzept wurde von einer Arbeitsgruppe vorbereitet – bestehend aus Vertretern von Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft.
Ziel ist es, die Geschichte des Nationalsozialismus in Stade stärker sichtbar zu machen. Gleichzeitig sollen das Verständnis für Demokratie und die Bereitschaft gestärkt werden, sich gegen Ausgrenzung und Unrecht einzusetzen. „Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ist und bleibt eine dauerhafte Aufgabe“, sagt Stadtrat Carsten Brokelmann. Das neue Konzept schaffe dafür eine verlässliche Grundlage. Dabei soll auch die Geschichte der eigenen Stadt stärker in den Mittelpunkt gerückt werden.
Jährliche Gedenkveranstaltung
Ein wichtiger Teil des Konzepts ist eine neue städtische Gedenkveranstaltung. Sie soll künftig jedes Jahr am 27. Januar stattfinden. An diesem Datum wird bundesweit an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die erste Veranstaltung soll im kommenden Jahr stattfinden. Dabei wird an die Opfer der sogenannten „Euthanasie“-Morde erinnert werden. Die Nazis hatten gezielt Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen sowie psychisch erkrankte Personen umgebracht.
Für die Veranstaltungen will die Stadt jeweils mit unterschiedlichen Einrichtungen und Gruppen zusammenarbeiten. Auch die Schwerpunkte sollen von Jahr zu Jahr wechseln. Auf diese Weise können verschiedene Opfergruppen und Teile der Stader Geschichte in den Blick genommen werden.
Gedenkorte sichtbarer machen
Auch bestehende Gedenk- und Erinnerungsorte im Stader Stadtgebiet sollen mehr Aufmerksamkeit erhalten. Die Stadt plant zusätzliche Informations- und Erinnerungstafeln an geschichtlich wichtigen Orten. Zudem soll eine digitale Karte entstehen. Auf ihr sollen die verschiedenen Gedenkorte in Stade zu finden sein. Interessierte könnten sich damit leichter darüber informieren, wo in der Stadt an die Opfer des Nationalsozialismus und an die damaligen Ereignisse erinnert wird.
Für das Internet ist eine zentrale Seite mit Informationen über Gedenkorte, Veranstaltungen und die Geschichte des Nationalsozialismus in Stade geplant. Langfristig soll daraus eine größere digitale Sammlung mit Quellen und weiteren Materialien entstehen. Sie soll leicht zugänglich sein und unter anderem von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen genutzt werden können.
Arbeitsgruppe soll dauerhaft bestehen
Die bisherige Arbeitsgruppe zum Thema Gedenken soll ihre Arbeit fortsetzen. Sie wird die Stadt künftig dauerhaft beraten, neue Ideen aufnehmen und bei der Vorbereitung der jährlichen Gedenkveranstaltungen helfen. Dabei setzt die Hansestadt auf eine breite Beteiligung. Schulen, Vereine, Kirchen, Gedenkstätten und weitere Einrichtungen sollen in die Arbeit einbezogen werden.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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