Tipps der Polizei für den Landkreis Stade
Warnung vor Betrug bei Gartenarbeiten

Gartensaison lockt Betrüger: So schützen Sie sich | Foto:  serhiibobyk/Adobe Stock
  • Gartensaison lockt Betrüger: So schützen Sie sich
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Mit den ersten warmen Tagen beginnt im Landkreis Stade wieder die Gartensaison – Hecken werden geschnitten, Beete vorbereitet, Wege gereinigt. Doch genau in dieser Zeit warnt die Polizei vor einer Betrugsmasche, die jedes Jahr aufs Neue auftaucht.

Denn während viele Hausbesitzer überlegen, ob sie die Arbeiten selbst erledigen oder Hilfe holen, klingeln plötzlich vermeintliche Handwerker an der Tür. Sie bieten spontan ihre Dienste an – vom Heckenschnitt bis zum Pflastern der Einfahrt, oft verbunden mit scheinbar hilfreichen Verbesserungsvorschlägen für Haus und Garten.

Was zunächst praktisch klingt, entpuppt sich häufig als Betrug. Nach Erfahrung der Polizei sind solche unangekündigten Angebote in der Regel unseriös. Ziel ist es oft, schnell Aufträge zu erhalten, später überhöhte Preise zu verlangen oder sich Zugang zum Haus zu verschaffen, um Wertgegenstände zu stehlen.

Die klare Empfehlung der Polizei lautet deshalb: Solche Angebote konsequent ablehnen, sich nicht unter Druck setzen lassen und keine spontanen Vereinbarungen treffen. Wer Unterstützung benötigt, sollte selbst aktiv nach einem geeigneten Betrieb suchen.

Doch auch dabei ist Vorsicht geboten. Immer wieder berichten Betroffene von plötzlich steigenden Preisen, aggressivem Verhalten oder Diebstählen. Deshalb gilt: Anbieter genau prüfen.

Ein Blick ins Detail hilft: Seriöse Unternehmen verfügen über eine nachvollziehbare Internetpräsenz mit vollständigem Impressum. Auch die angegebene Adresse sollte überprüft werden – etwa über Kartendienste. Zudem empfiehlt es sich, mehrere Kostenvoranschläge einzuholen und Preise zu vergleichen. Ungewöhnlich günstige oder unklare Angebote sollten skeptisch machen.

Bereits beim ersten Kontakt sollte klar sein: Die Arbeiten erfolgen mit ordnungsgemäßer Rechnung. Wird stattdessen eine Barzahlung ohne Beleg vorgeschlagen oder argumentiert, der Preis sei „mit Rechnung deutlich höher“, ist Vorsicht geboten. Häufig steckt dahinter der Versuch, Schwarzarbeit zu vereinbaren.

Auch zeitliche Verfügbarkeit kann ein Hinweis sein: Seriöse Betriebe sind oft ausgelastet. Wer sofort oder am nächsten Tag umfangreiche Arbeiten anbietet, sollte zumindest genauer hinterfragt werden.

Sind Handwerker bereits beauftragt und vor Ort, kommt es auf klare Absprachen an. Der vereinbarte Preis sollte noch einmal eindeutig festgehalten werden, zusätzliche Kosten nur nach Rücksprache akzeptiert werden. Eine Visitenkarte und eine Quittung gehören ebenso dazu wie Transparenz bei der Abrechnung.

Wichtig ist zudem das Widerrufsrecht: Verträge, die außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen werden, können grundsätzlich ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Haben die Arbeiten noch nicht begonnen, entstehen keine Kosten. Wurde bereits gearbeitet, muss nur das bezahlt werden, was nachvollziehbar geleistet wurde – auf Basis einer ordnungsgemäßen Rechnung. Voraussetzung ist, dass der Dienstleister korrekt über das Widerrufsrecht informiert hat.

Eine solche Rechnung sollte alle wesentlichen Angaben enthalten – vom vollständigen Firmennamen über Steuernummer und Rechnungsnummer bis hin zu einer genauen Leistungsbeschreibung, Arbeitszeiten und Materialkosten. Fehlen diese Angaben oder wird auf Barzahlung ohne Beleg gedrängt, ist höchste Vorsicht geboten.

Ein weiteres Warnsignal sind Anzahlungen, bevor überhaupt mit der Arbeit begonnen wurde. Bei kleineren Projekten ist das unüblich. Ebenso sollten Alarmglocken läuten, wenn während der Arbeiten plötzlich höhere Preise verlangt oder Druck aufgebaut wird. In solchen Fällen empfiehlt die Polizei, den Vertrag zu widerrufen und die Zusammenarbeit zu beenden.

Verändert sich das Verhalten der Arbeiter – etwa von freundlich zu aggressiv oder einschüchternd – sollte nicht gezögert werden, die Polizei zu verständigen. Wichtig ist auch, sich nicht allein zu lassen: Eine weitere Person vor Ort kann helfen, die Situation besser einzuschätzen. Wenn möglich, sollten Kennzeichen notiert werden – jedoch nur, wenn die eigene Sicherheit nicht gefährdet wird.

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Schutz vor Diebstahl. Fremde Personen sollten niemals unbeaufsichtigt im Haus sein. Auch bei mehreren Arbeitern ist darauf zu achten, dass niemand unkontrolliert Räume betritt. Selbst bei scheinbar harmlosen Situationen – etwa bei der Nutzung der Toilette – empfiehlt es sich, die Person zu begleiten.

Die Botschaft der Polizei ist klar: Wer den Garten auf Vordermann bringen möchte, sollte wachsam bleiben. Unangekündigte Angebote an der Haustür gehören abgelehnt, Aufträge sollten nur nach sorgfältiger Prüfung vergeben werden. Mit klaren Absprachen, Transparenz und einem gesunden Maß an Aufmerksamkeit lassen sich viele Risiken vermeiden.

Bei Fragen zu Betrugsmaschen rund ums Haus steht die Polizei zur Verfügung unter Tel. 04141-102 109

Redakteur:

Stefanie Schimanski aus Buxtehude

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