Verbesserungen dringend notwendig
Forderung nach mehr Verkehrssicherheit am Bildungscampus Riensförde

Der Zebrastreifen vor dem BCR: Hier ist es schon zu gefährlichen Situationen sowie einem Unfall gekommen | Foto: Merle Altmann
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  • Der Zebrastreifen vor dem BCR: Hier ist es schon zu gefährlichen Situationen sowie einem Unfall gekommen
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Seit der Eröffnung des Bildungscampus Riensförde (BCR) im August 2023 ist das Verkehrsaufkommen rund um die neue Kita, Grundschule, Oberschule und Sporthalle gewachsen. Direkt vor dem Gebäudekomplex im jungen Stader Stadtteil scheint es dringenden Handlungsbedarf zu geben: Mehrere Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen berichten von gefährlichen Situationen auf den neuen Radwegen entlang des Stadtwegs. Besonders kritisch ist der Bereich um den Zebrastreifen, an dem sich im Oktober 2024 sogar ein Unfall ereignete, bei dem ein Grundschüler von einem Pkw angefahren wurde.

Christian Ückert, Vorstandsmitglied des Vereins „Stade fährt Rad“, schildert die komplexe Verkehrssituation: Radwege führen aus mehreren Richtungen zum BCR, sie werden in beide Fahrtrichtungen genutzt, enden jedoch versetzt auf beiden Seiten des Stadtwegs. Wer die Straßenseite wechseln will, muss theoretisch absteigen und das Rad schieben, um Vorfahrt auf dem Zebrastreifen zu haben. Radfahrende, die rollend überqueren, genießen diesen Schutz nicht und müssen den Autoverkehr passieren lassen. Doch Hinweise darauf fehlen. „Stoppschilder für Radfahrer könnten hier helfen, die Wartepflicht klarzumachen“, erklärt Ückert. Eine von der Verwaltung diskutierte Alternative, eine rot markierte Radfurt und ein Fahrradpiktogramm am Zebrastreifen anzulegen, hält er für gefährlich: „Dadurch würde der Eindruck entstehen, Radfahrer hätten beim Überqueren Vorfahrt – das Gegenteil ist der Fall. Das verwirrt besonders Ortsfremde und erhöht die Unfallgefahr.“ Zusätzlich erschwert ein dritter Radweg, der direkt durch das BCR-Gelände auf den Zebrastreifen führt, die Lage. Auch hier fehle oft das Bewusstsein, dass Radfahrer beim Überqueren absteigen müssten.

Antrag der Stader SPD
Auch politisch wird die Verkehrssituation am BCR kritisch gesehen. Kai Köser, Vorsitzender der Stader SPD, betont: „Gerade am BCR kommt es öfter zu gefährlichen Situationen, weil dort nicht viel Platz ist. Fußgänger und Radfahrer geraten schnell aneinander.“ Positiv bewertet er, dass am Stadtweg Tempo 30 eingeführt und absolutes Halteverbot verhängt wurde, was die Übersicht verbessert habe. Dennoch sieht die SPD weiteren Handlungsbedarf und hat deshalb einen Antrag gestellt, in der ganzen Stadt ein Konzept für kindgerechte Mobilität zu entwickeln und umzusetzen. Ziel sei es, die Verkehrssicherheit an Schulen und Kitas zu erhöhen, den Rad- und Fußverkehr zu fördern sowie den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu gestalten. Eine mögliche Maßnahme wäre die Einrichtung von klar gekennzeichneten Schulzonen nach niederländischem Vorbild.

Weiteres Problem: Bushaltestellen
Ein weiteres Sicherheitsrisiko sieht Christian Ückert von "Stade fährt Rad" in der Positionierung der Bushaltestellen am Stadtweg vor dem BCR. Dort halten die Busse direkt auf der Fahrbahn, ohne dass eine Barriere das Überholen durch Autos verhindert. „Die Busse verdecken außerdem die Sicht auf den Zebrastreifen“, warnt Ückert. So könnten aussteigende Passanten leicht übersehen werden. Er schlägt vor, die Bushaltestellen etwa 100 Meter zu verlegen, um die Sichtverhältnisse zu verbessern.

Verwaltung macht sich ein Bild – auf dem Fahrrad
Der erste Stadtrat Lars Kolk hatte in den Osterferien Anfang April Verwaltung und Fraktionen zu einer Fahrradtour durch Stade eingeladen, um die Sicherheitslage insbesondere an Schulen zu überprüfen. Dabei wurden u.a. sogenannte „Bettelampeln“ – Fußgängerampeln, die nur auf Knopfdruck schalten und den Grünsignalwunsch der wartenden Person erst nach einer gewissen Zeit berücksichtigen – ins Visier genommen. 
„Während der Fahrradtour fand ein interessanter Austausch zum Thema Bettelampeln in Stade statt, der zu einem besseren Verständnis für die Belange und Sichtweisen aller Beteiligten beigetragen hat“, sagt Stades Pressesprecher Stephan Voigt. So wurde beispielsweise die neue Bettelampel an der Glückstädter Straße zum Burgwiesenradweg als ein sehr positives Beispiel einer sogenannten Dunkelampel (die nur bei Bedarf angeschaltet wird) aufgenommen, während beispielsweise die zu kurze Querungszeit bei der Ampel an der Glückstädter Straße nahe der BBS als optimierungsbedürftig eingestuft wurde. „Das erarbeitete Konzept zur Ampelschaltung in Stade wird im nächsten Bauausschuss am 4. Juni vorgestellt. Einfließen in dieses Konzept werden auch noch die Erkenntnisse aus der Radtour“, so Voigt.

Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

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