Bürgermeister geben Sozialministerium die Schulnote 6

Winsens Bürgermeister Andrè Wiese   Foto: Stadt Winsen
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Blaulicht
Konstantin Keuneke (40) übernahm vor zwei Jahren die Leitung der damals neu geschaffenen Abteilung für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis Harburg

Auf den Ernstfall vorbereitet
Konstantin Keuneke leitet seit zwei Jahren die Abteilung Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Harburg

(nw/tw). Manchmal ist das Leben schneller, als man Pläne schmieden kann. Als Konstantin Keuneke (40) vor zwei Jahren die Leitung der damals neu geschaffenen Abteilung für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz übernommen hatte, stand eines ganz oben auf der To-do-Liste: zu prüfen, in welchen Bereichen und durch welche Projekte Rettungsdienste, Brand- und Katastrophenschutz weiter gestärkt werden können. „Dabei kam auch der Gedanke auf, den bestehenden Pandemie-Plan zu erneuern“, erinnert...

Politik
Nimmt den Prüfbericht gelassen: Hollenstedts Bürgermeister Jürgen Böhme
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In Hollenstedt
Verstößt Bürgermeister gegen geltendes Recht?

bim. Hollenstedt. Der Tagesordnungspunkt "Jahresabschluss" in einer Ratssitzung ist eigentlich eine Regularie, die per Handzeichen abgenickt und in der Öffentlichkeit nicht wirklich wahrgenommen wird. Zumal es sich in der Regel um länger zurückliegende Jahresabschlüsse handelt. Die für die Jahre 2015 und 2016 sorgt in der Gemeinde Hollenstedt für einigen Zündstoff - und Kritik an Bürgermeister Jürgen Böhme durch die Wählergemeinschaft Hollenstedt (WGH). Hintergrund sind u.a. vom...

Politik
Rettungshubschrauber können das Elbe Klinikum in Buxtehude nicht anfliegen. Sie landen daher im Jahnstadion

Elbe Klinikum Buxtehude wird nicht angeflogen
Stadt soll Helikopterlandeplatz schaffen

tk. Buxtehude. Die Stadt Buxtehude soll eine befestigte Landefläche für Helikopter ausweisen, die von allen Rettungsdiensten mit ihren Fahrzeugen gut angefahren werden kann. Diesen Antrag stellt Janet Hüsgen (Grüne). Die Ratsfrau, die seit der Wahl im Buxtehuder Stadtparlament sitzt, weiß, worüber sie redet. Sie ist nämlich auch Feuerwehrfrau im Zug II der Freiwilligen Feuerwehren Buxtehude. Ende 2021 sollte ein Patient vom Elbe Klinikum mit dem Rettungshubschrauber in ein anderes Krankenhaus...

Service

233 Neuinfektionen in 24 Stunden
Landkreis Stade: Inzidenzwert schnellt am Dienstag auf fast 500 hoch

jd. Stade. Bis zur 500er-Marke fehlt nicht mehr viel: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Stade ist am Dienstag, 18. Januar, auf 491,3 hochgeschnellt – von 422,2 am Vortag. Aktuell sind 1.596 Personen mit dem Coronavirus infiziert (positiver Corona-Test). Innerhalb von 24 Stunden wurden 233 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten im Landkreis Stade ist auf 11.314 gestiegen. Die Inzidenzwerte in der Region mit Stand vom 18. Januar sehen wie folgt aus: •...

Wirtschaft
Die Tiefbauarbeiten für den Autohof an der A7-Anschlussstelle Evendorf sind bereits abgeschlossen. Auf 15 Hektar sollen ein "Auto Reise Center" und ein Gewerbegebiet entstehen
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Hotel, Restaurants und Raststätte
Evendorf: Autohof der Zukunft soll Anfang 2023 fertig sein

as. Evendorf. Das Fundament liegt bereits: Die Arbeiten am Autohof an der A7-Abfahrt Evendorf schreiten voran. Laut Thorsten Neumann, Projektentwickler der Nanz-Gruppe, sollen Hotel, Restaurants und Rastanlage im Frühjahr 2023 eröffnet werden. Nach Workshops mit Bürgern, Politik, Verwaltung und Investor wurde im vergangenen Jahr die Änderung des Bebauungsplanes „Thaneberg, Döhle/Evendorf“ beschlossen. Wie berichtet, investiert die Nanz-Gruppe rund 20 Millionen Euro, um auf rund 15 Hektar unter...

Politik
Rednerin Dörte Schnell (rote Jacke) rief dazu auf, den Auftritt rechter Gruppierungen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen nicht zu tolerieren
Video 8 Bilder

Protest-Aktion gegen Corona-Leugner
"Omas gegen Rechts" demonstrieren in Stade gegen Querdenker

jd. Stade. "Impfen statt schimpfen", "Mehr denken statt querdenken", "Eure Freiheit ist Egoismus": Mit Transparenten dieser Art wurde am Montagabend in Stade gegen Impfgegner, Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker protestiert. Rund 140 Menschen fanden sich auf dem Platz Am Sande ein, um darauf hinzuweisen, welche Gefahr für die Demokratie und die freiheitliche Gesellschaft von den sogenannten "Montagsspaziergängen" ausgehen kann. Der Platz in der Stader City war an diesem Abend auch...

Blaulicht
Der Pkw wurde bei dem Unfall völlig zerstört

Zeugen gesucht
Lebensgefahr nach Unfall auf der A1 bei Hollenstedt

thl. Hollenstedt. Bei einem Verkehrsunfall auf der Hansalinie A1 ist am Montagnachmittag ein 23-jähriger Rotenburger lebensgefährlich verletzt worden. Der junge Mann war gegen 15 Uhr mit seinem BMW auf dem linken Überholfahrstreifen laut Zeugen mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Hamburg unterwegs. Bei einem Bremsmanöver verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und schleuderte über alle drei Fahrstreifen nach rechts in einen Lärmschutzwall. Dann überschlug sich der Pkw mehrfach und kam...

Panorama
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Corona-Zahlen im Landkreis Harburg am 18. Januar
Mittlerweile drei Kommunen mit einem Inzidenzwert über 1.000

(lm). Nachdem am Wochenende erfahrungsgemäß weniger auf Corona getestet wird und die Zahlen am gestrigen Montag verhältnismäßig niedrig waren, sind sie im Landkreis Harburg am heutigen Dienstag, 18. Januar, stark angestiegen. 517 neue Corona-Fälle wurden von den zuständigen Behörden übermittelt, in der Vorwoche waren es 205 Fälle. 2.299 Corona-Erkrankungen wurden in den vergangenen sieben Tagen registriert (+312), 1.508 waren es noch vor einer Woche.  Nach der Stadt Winsen (1.262,3) haben heute...

Winsens Bürgermeister André Wiese redet Klartext gegen das Sozialministerium

thl. Winsen. "Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast lachen über so viel Inkompetenz", sagt Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU) und fügt hinzu: "Die Leistung des Niedersächsischen Sozialministeriums zur Information der über 80-Jährigen zu den bevorstehenden Impfungen ist in Schulnoten eine glatte Sechs!"
Ein Bürgermeister redet Klartext. Auslöser ist die Aussage des Ministeriums, dass man dort, um alle Bürger der betroffenen Gruppe über die anstehende Möglichkeit der Corona-Impfung zu informieren, Adressen von einem Dienstleister kaufen werde. Wiese: "Wer um Himmels Willen kommt auf die Idee, für viel Geld Adressen zusammenzukaufen und sehenden Auges damit nur rund jede zweite betroffene Person anschreiben zu können?" Dabei könne man auch im Ministerium wissen, dass es Einwohnermeldeämter gibt, wo tatsächliche Daten vorliegen. Die Kommunen hätten bereits mehrfach angeboten mitzuwirken, aber das habe das Sozialministerium bis heute nicht interessiert. "Jetzt hat man einen Dienstleister, der anhand des Vornamens Vermutungen anstellt, ob die Person wohl in die Zielgruppe der über 80-Jährigen gehört", schimpft Wiese. "Ich würde sagen, dass das Sozialministerium die Info zum Impfen mit Karacho gegen die Wand gefahren hat." Jetzt müsse man vor Ort versuchen, den Karren wieder flott zu machen. Das mache man für die Sache und vor allem für die Bürger aber gern.
In Winsen arbeitet man bereits und will im Laufe dieser Woche selbst alle über 80-jährigen Bürger anschreiben und informieren. "Dafür werden wir auch so genannte 'Impfpaten' suchen, die denjenigen Senioren hilfreich zur Seite stehen, die keine Unterstützung aus der Familie oder von engen Freunden haben, um die Anmeldung und das Drumherum zu organisieren", erklärt Wiese.
Nicht nur André Wiese ist stinksauer auf das Sozialministerium. Auch bei Bürgermeistern anderer Kommunen und beim Landkreis ist der Unmut über "fehlende Kompentenz" der handelnden Personen in Hannover groß.

"Es werden falsche Erwartungen geweckt"

Weil das Ministerium aber bei der Planung der Kampagne nach Worten von Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU) "völlig versagt hat", sollen die Kommunen jetzt unterstützen.
"Das mache wir natürlich gerne", sagt Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse. "Allerdings sehe ich das sehr kritisch." Allein in der Nordheidestadt gibt es rund 3.000 Betroffene. "Wenn die nun alle den Brief bekommen und zum Hörer greifen, bricht die sowieso schon überlastete Hotline ganz zusammen." Das Schreiben würde Erwartungen wecken, die nur schwer erfüllt werden könnten. Röhse: "Wer bei der Hotline durchkommt, erfährt, dass es zu wenig Impfstoff gibt und niemand weiß, wann welcher zur Verfügung steht." Dadurch würden die Kommunen vor Ort in die Kritik geraten, obwohl sie gar keinen Einfluss auf den Impfstoff haben.
"Inhaltlich stimme ich André Wiese zu, rhetorisch nicht", erklärt Salzhausens Samtgemeinde-Bürgermeister Wolfgang Krause auf WOCHENBLATT-Anfrage. "Das Ergebnis des Ministeriums überrascht mich nicht, denn es lehnt auch noch heute eine Abstimmung mit den Landkreisen bzw. Kommunen kategorisch ab. Das Kind ist mal wieder in den Brunnen gefallen. Ist ja kein Einzelfall, da die Basis, um die es jetzt geht, regelmäßig kaum oder kein Gehör findet", so Krause weiter. "Es macht jetzt aber keinen Sinn, das Thema Schuld und Schuldzuweisung weiter in den Fokus zu nehmen. Es geht hier jetzt um schnelle und erfolgreiche Impfungen im ersten Schritt für die Hochrisikogruppe 80 plus. Darauf gilt es sich jetzt zu konzentrieren."
• Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt versteht den Unmut ihres Winsener Kollegen. Es gehe schließlich gar nicht anders, als dass die Kommunen, die über die Daten der Meldeämter verfügen, aktiv werden. Im Landkreis Stade habe man sich jetzt darauf geeinigt, dass mit den Anschreiben auch der Hinweis verbunden wird, dass es noch keine genauen Termine für die Impfung gebe. "Das Land muss erst einmal genug Impfstoff beschaffen."

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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