Gift-Leck am Chemie-Waggon in Stade

Feuerwehrleute legten schweren Atemschutz an
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Zweiter Zwischenfall innerhalb von zwei Wochen: 100 Retter am Güterbahnhof

tp. Stade. Hoffentlich nur ein unglücklicher Zufall: Die giftige Chemikalie Dichlormethan ist am Mittwochvormittag aus einem Leck geschlagenen Kesselwaggon am Güterbahnhof in Stade ausgetreten. Es ist der zweite Vorfall dieser Art innerhalb von zwei Wochen.
Ein Großaufgebot von rund 100 Helfern, darunter Notfallmanager der Deutschen Bahn, des städtischen Ordnungsamtes, Experten aus der Chemie-Industrie, Rettungskräfte sowie Feuerwehrleute und Spezialisten des Umweltzuges des Landkreises Stade waren mehrere Stunden im Einsatz. Zwischenzeitig wurde die Ladung des Chemieunternehmens Olin, das eine frühere Anlage des Dow-Werkes betreibt und Zulieferer des Industriegiganten ist, in einen Ersatzbehälter gepumpt und abtransportiert. 

Der Lokführer eines Güterzuges hatte vormittags nach dem Einfahren in den Stader Bahnhof bemerkt, dass aus einem Waggon Flüssigkeit tropfte und sofort die notwendigen Schritte eingeleitet. Der Bereich um den kaputten Kesselwagen wurde weiträumig abgesperrt, Bauarbeiter einer nahen Baustelle mussten für ca. eine Stunde die Arbeit unterbrechen. Laut Messungen des Umweltzuges bestand jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung.
Das Unternehmen Olin ließ einen Tanklastwagen bereitstellen, der den Gefahrstoff Dichlormethan, der in der Kühlmittelherstellung verwendet wird, noch an Ort und Stelle abpumpte. Der Waggon wurde vor Ort repariert.

Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Die Bundespolizei aus Lüneburg ermittelt.
Erst am Donnerstag, 13. Juli, war, wie berichtet, das ebenfalls von Olin stammende, giftige und hochentzündliche Epichlorhydrin aus einem Kesselwagen mit defekter Dichtung an einer Steigleitung ausgetreten. Nach Angaben von Olin-Pressesprecher Jörg Renken handelt es sich technisch um völlig unterschiedliche Schäden. Beim jüngsten Fall sei die Ursache noch unklar. Der Dichlormethan-Kesselwagen habe das Dow-Werk fehlerfrei, versiegelt und verplombt verlassen. Olin werde jetzt gemeinsam mit der Dow, wo die Substanzen abgefüllt wurden, und dem Bereitsteller der Waggons, Firma VTG, auf Herz und Nieren prüfen und über das Ergebnis die Öffentlichkeit informieren.

Die Mitglieder der ehemaligen Initiative gegen das Industriegleis, über das die Chemiewaggons nah an Wohnhäusern durch das Stadtgebiet gezogen werden, sind angesichts der sich häufenden Zwischenfälle beunruhigt.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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