Polizei vermutet Fahrlässigkeit als Ursache

tp. Stade. Die Polizei schließt Brandstiftung als Ursache für das Feuer in der Nacht auf Mittwoch, 31. Oktober, in der Stader Altstadt aus. Nach bisherigen Ermittlungen entstand der Brand, der sich von einem Müllcontainer in einem Hinterhof "Bei der Börne" auf das Schuhgeschäft Ney und das griechische Restaurant Dionysos ausbreitete, wahrscheinlich durch fahrlässiges Handeln.

Wie berichtet, brannten beim Eintreffen der Polizei und der Feuerwehr der Müllcontainer sowie Altpapier in einem hölzernen Schuppen in voller Ausdehnung und hatte schon die Hauswand, einen Balkon und den Dachstuhl erfasst. Eigentümer der beiden Gebäude ist Stadtbrandmeister Daniel Ney, der in der Ausnahmesituation das Kommando über den Löscheinsatz an Ortsbrandmeister Stephan Woitera abgab. Mit schweren Tanklöschfahrzeugen und Drehleiter-Fahrzeugen konnten die Feuerwehrleute den akut drohenden Stadtbrand verhindern. 

Der Sachschaden wird von der Polizei auf ca. 500.000 Euro geschätzt. Klaus-Daniel Ney sagt auf WOCHENBLATT-Nachfrage, er sei vom Ermittlungsergebnis zunächst überrascht gewesen, mutmaßt nun aber vorsichtig, dass "der Brand wohl im Restaurant-Bereich seine Quelle haben wird". Laut Polizei ist die Küche des Restaurants im Erdgeschoss erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden und bleibt vorläufig geschlossen. 

Jetzt, wo Brandstiftung ausgeschlossen wird, ist - nach diversen Bränden im Stadtgebiet - die Angst vieler Bürger vor einem Feuerteufel gebannt. Auch Polizeisprecher Rainer Bohmbach atmet auf: "Wir sind froh, dass die Bewohner der historischen Innenstadt nicht davon ausgehen müssen, dass hier ein Brandstifter unterwegs ist."

Unterdessen dankte Klaus-Daniel Ney am Donnerstagabend auf der Sitzung des Ausschusses für Feuerwehr, Sicherheit und Verkehr den Feuerwehrleuten für ihren professionellen Einsatz und der Stadtverwaltung für die anhaltend gute Unterstützung bei der Anschaffung von Fahrzeugen und Ausstattung.

Ney verwies noch einmal auf die glücklichen Umstände hinsichtlich der Verkehrssituation am Brandtag. Entgegen schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit seien die Altstadtgassen nicht von Falschparkern blockiert gewesen. Nichtsdestotrotz stelle man bei der Feuerwehr erste Überlegungen zur Anschaffung kleiner und wendiger sogenannter Voraus-Löschfahrzeuge an, die an den Verkehrshindernissen vorbeifahren können. 

Stadt-Sprecher Oliver Dittmer mahnt: "Der Weg für die Rettungskräfte darf nicht durch falsch parkende Autos blockiert werden." Leider sei dies insbesondere in der Altstadt ein Problem. Die Stadt kontrolliere daher regelmäßig die Straßen und Gassen auf Falschparker und könne nur immer wieder an die Einwohner appellieren, die Wege freizuhalten.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Service

13. April: Die Corona-Zahlen im Landkreis Harburg
72,71: Inzidenzwert deutlich höher

(sv). Der Corona-Inzidenzwert im Landkreis Harburg ist am heutigen Dienstag, 13. April, wieder deutlich angestiegen: von 60,6 am Vortag auf aktuell 72,71. Über Ostern war die Inzidenz zurückgegangen, was laut RKI-Präsident Lothar Wieler unter anderem an weniger durchgeführten Tests lag (das WOCHENBLATT berichtete). Wieler betonte, dass sich erst im Laufe dieser Woche zeigen werde, wie sich die Corona-Zahlen nach den Osterferien tatsächlich entwickeln. Die Zahl der aktiven Fälle steigt...

Politik
Vorsitzender Dr. Lars Teschke (li.) und Gerd Kruse (beide Verein für gesunden Lebensraum) am Rübenberg bei Ohlendorf. Etwa 150 Meter von ihnen entfernt ist eine 200 Meter hohe 
Windkraftanlage geplant

Naturschutz contra Energiewirtschaft
Wirbel um geplantes 200 Meter hohes Windrad bei Ohlendorf

ts. Ohlendorf. Landwirtschaft, Energiewirtschaft, Wohnen, Gewerbe oder Naturschutz - die Konkurrenz um Flächen ist groß. In Seevetal ist deshalb die Absicht der Enertrag AG mit Sitz in Dauerthal (Brandenburg) umstritten, eine 200 Meter hohe Windkraftanlage am Rübenberg bei Ohlendorf zu errichten. Dazu müsste der Landkreis Harburg genehmigen, dass die Anlage näher an Wald, Wegen und Wohnbebauung heranrücken darf, als es geltende Abstandsregeln vorsehen. Im laufenden Genehmigungsverfahren hat...

Service
Ein Schnelltest gibt Aufschluss, ob man das Virus in sich trägt
3 Bilder

Kostenlose Schnelltests in Apotheken oder Testzentren helfen im Kampf gegen die Pandemie
Mehr Sicherheit im Alltag

(sb). Seit dem 8. März hat jeder Bürger einmal pro Woche Anspruch auf einen kostenlosen Coronatest. Er gilt als wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Pandemie. Denn jede frühzeitig erkannte Infektion trägt dazu bei, das Virus einzudämmen. Finanziert werden die Tests und deren Durchführung vom Bund, für den Bürger entstehen keine Kosten. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen wird das Personal bereits seit mehreren Monaten regelmäßig auf eventuellen Virenbefall geprüft. Jetzt gibt es das auch...

Panorama
Manfred Pankop zeigt die ärztliche Bescheinigung, dass er aus 
gesundheitlichen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen muss

Neu Wulmstorfer fühlt sich aufgrund seiner Erkrankung diskriminiert
"Wo darf ich noch ohne Maske einkaufen?"

sla. Neu Wulmstorf. Manfred Pankop ist verzweifelt. Im vergangenen Jahr wurde der 65-Jährige wegen Verdachts auf Lungenkrebs an der Lunge operiert. Zum Glück bestätigte sich der Verdacht nicht, da es sich um einen gutartigen Tumor handelte, der ihm entfernt wurde. Dennoch ist der Neu Wulmstorf seitdem gesundheitlich stark beeinträchtigt und ausgesprochen kurzatmig. Insbesondere das Tragen der Corona-Schutzmaske verursache bei ihm regelrechte Atemnot, verbunden mit extremen Hustenanfällen. "Ich...

Panorama

Corona-Ausbrüche in vier Betrieben: Fälle hängen miteinander zusammen
Inzidenzwert im Landkreis Stade liegt drei Tage hintereinander über 100

jd. Stade. Drei Tage hintereinander eine Sieben-Tage-Inzidenz jenseits der 100er-Marke: Der Landkreis Stade gilt jetzt als Hochinzidenzgebiet. Welche Konsequenzen das haben kann, ist allerdings noch offen. Am Sonntag lag der Inzidenzwert erstmals in diesem Jahr über 100. Gemeldet wurden 113,0 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Am Montag war der Wert mit 112,0 Fällen pro 100.000 Einwohner nur unwesentlich niedriger. Für den heutigen Dienstag wird eine Inzidenz von 113,9...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen