"Nobbi und ich, wir knallen heute noch die Weiber ab"

Komiker-Urgestein Karl Dall kommt mit dem Ein-Mann-Stück "Der Opa" nach Stade und Buchholz | Foto: Oliver Fantitsch
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Viel Komfort für Camper
Wohnmobilstellplatz für Buchholz

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Neue Technik für die Feuerwehr, neuer Standort in Bargstedt

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Drei Schwerverletzte bei Explosion in Lauenbrück

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Ungebetener Besuch in einem Wohnhaus an der Schulstraße in Todtglüsingen: Am Montag, gegen 15.45 Uhr, überraschte eine Bewohnerin einen unbekannten Mann, der sich offenbar durch eine offen stehende Hintertür Zutritt zum Haus verschafft hatte. Als die Frau vom Erdgeschoss ins Obergeschoss ging, stand ihr der Fremde plötzlich gegenüber. Dieser erklärte, er wolle angeblich ein Grundstück und hätte deshalb den Eigentümer gesucht. Anschließend flüchtete er. Nach ersten Erkenntnissen wurde nichts...

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Starke Rauchentwicklung: Brennender Pkw auf Parkplatz

Am frühen Mittwoch-Nachmittag, 28. Oktober,  wurde die Ortsfeuerwehr Buchholz zu einem brennenden PKW in die Buchholzer Innenstadt gerufen. Auf dem Hinterhof eines Bürogebäudes in der Karlstraße hatte der Motorraum eines Autos Feuer gefangen. Der Fahrer wollte sein Fahrzeug auf dem Parkplatz am Gebäude einparken, als ihm Rauch aus dem Motorraum auffiel. Geistesgegenwärtig stellte der Fahrer das Fahrzeug mit Abstand zum Gebäude und weiteren geparkten Fahrzeugen ab und wählte den Notruf. Bei...

bc. Buchholz/Stade. Karl Dall hat seinen ironischen Humor auch mit 72 Jahren noch nicht verloren. Am Mittwoch, 24. April, gastiert der Komiker mit dem Ein-Mann-Stück "Der Opa" in der Buchholzer Empore, einen Tag später in Stade im Stadeum. Für Kurzentschlossene gibt es noch Karten. Im WOCHENBLATT-Interview demonstriert der gebürtige Ostfriese seine Schlagfertigkeit.

WOCHENBLATT: Herr Dall, Sie spielen auf der Bühne einen Opa. Finden Sie es nicht schade, dass Ihre fünfjährige Enkelin in Kanada lebt und sie nicht öfter sehen kann?

Karl Dall: Natürlich ist das schade, aber Kinder nerven ja auch oft. Ich bin froh, dass wir uns trotz der 10.000 Kilometer Distanz sehr gut verstehen. Es gibt auch Familien, die in Buxtehude und Norderstedt leben und nicht mehr miteinander reden.

WOCHENBLATT: Wie würden Sie sich als Opa beschreiben?

Dall: Gegenüber meiner Familie als altersmilde. Ansonsten habe ich meinen alten Biss noch lange nicht verloren. Meine Neurosen lasse ich auf der Bühne aus.

WOCHENBLATT: Wie bekämpfen Sie Ihr Lampenfieber?

Dall: Lampenfieber habe ich nur, wenn ich meinen Text nicht kann. Nach Buchholz und Stade komme ich aber gut präpariert.

WOCHENBLATT: Können Sie über sich selbst lachen?

Dall: Also, ich klopf mir nicht ständig auf die Schenkel. Aber natürlich freue ich mich, wenn mir zu Hause ein Gag spontan einfällt. Ich habe nur Angst, dass Götz George mir die Rolle als Opa klaut. Jetzt wo er wieder als Schimanski unterwegs ist.

WOCHENBLATT: Sie nehmen auf der Bühne oder im Fernsehen kein Blatt vor den Mund: Haben Sie sich schon mal für einen Witz entschuldigt?

Dall: Nein. Ich bereue nichts. Ich stehe zu meinen Unzulänglichkeiten mit meinem Namen. Wie der Hipp mit der Babynahrung. Die Entschuldigungsgesellschaft, in der wir heute leben, gefällt mir nicht. Erst beleidigt man einen und danach leckt man ihm die Schnauze.

WOCHENBLATT: In Ihren TV-Shows haben Sie immer auf Provokation gesetzt: Zu Roland Kaiser haben Sie mal gesagt: Jetzt singen sie schon, damit wir es endlich hinter uns haben. Was halten Sie von den heutigen TV-Formaten?

Dall: Die sind in großen Teilen austauschbar geworden. Neulich war ich bei dem Florian Silbernagel oder wie der heißt. Es ist erträglicher, da mitzumachen, als sich die Show vor dem Fernseher anzugucken. Oder denken Sie an die Gäste in den vielen Talkshows. Da sitzt zum Beispiel der Lauterbach gestern bei Maischberger, heute in der NDR-Talkshow und morgen im Riverboat. Vielleicht muss man das heutzutage für Werbezwecke machen. Aber da muss ich gerade reden. Wie war das noch: Wer im Glashaus sitzt,....

WOCHENBLATT: Schauen Sie viel Fernsehen?

Dall: Nur wenn ich nicht auf der Bühne stehe. Das war auch ein Grund, zurückzukehren. Ansonsten saß ich schon um 19.30 Uhr im Bademantel auf dem Sofa und habe geguckt, was die Kollegen so treiben.

WOCHENBLATT: Was halten Sie vom Comedy-Nachwuchs? Mögen Sie Joko und Klaas?

Dall: Bei denen war ich sogar neulich zu Gast, als die noch eine Show in einem ZDF-Spartenkanal hatten. Ich war von ihnen nicht so überzeugt. Es ist aber auch schwierig: Heutzutage haben Komiker keine Zeit mehr, in Ruhe zu arbeiten. Wir haben damals mit Insterburg & Co. Jahre gebraucht, um eine Platte zu produzieren und sie zu verkaufen. Im Laden haben wir die Platten heimlich im Regal von hinten nach vorne gestellt.

WOCHENBLATT: Sie haben 1994 den Preis der beleidigten Zuschauer erhalten...

Dall: Ich habe zwei Preise erhalten. Den fürs Lebenswerk habe ich nur angenommen, weil ich dachte, ich bekomme ihn für meine Leberwerte. Den für die beleidigten Zuschauer habe ich bekommen, weil Norbert Blüm zu Gast war bei Jux und Dallerei und ich gesagt habe: 'Nobbi und ich, wir knallen heute noch die Weiber ab'. Das war ein Brüller. Nur ein paar Zuschauer haben sich wohl beleidigt gefühlt.

WOCHENBLATT: Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken. Worauf sind Sie besonders stolz?

Dall: Ich hätte nie gedacht, dass ich nach meiner Insterburg-Zeit eine Karriere als Talkmaster starte. Ich habe viel Glück gehabt, dass ich mit 72 Jahren noch die gleiche Popularität wie mit 31 genieße.

WOCHENBLATT: Ihr Kultfilm "Sunshine Reggae auf Ibiza" steht bei mir im Regal: Sehen wir Sie nochmal auf der Kinoleinwand?

Dall: Puh, den Film kann man eigentlich nur besoffen ertragen. Eine Kino-Karriere ist eher unwahrscheinlich. Der deutsche Film besteht ja nur noch aus Til Schweiger. Ich kann froh sein, wenn ich nochmal eine Engagement bei "Notruf Hafenkante" bekomme.

WOCHENBLATT: Eine Theater-Tournee ist anstrengend: Wie schaffen Sie das gesundheitlich?

Dall: Komischerweise die jetzige gar nicht. Nach dem Auftritt ziehen wir immer noch um die Häuser. Und wenn in Stade keine Kneipe mehr geöffnet hat, stülpe ich mir zur Not die Minibar über den Kopf.

WOCHENBLATT: Als Hamburger haben Sie das Alte Land vor der Tür. Sieht man Sie mal mit dem Rad auf dem Deich?

Dall: Nein, eher nicht. Ich fahre lieber mit dem Auto oder fliege mit dem Helikopter. Aber Stade ist wirklich eine schöne Stadt.

• Tickets für das Stück "Der Opa" in der Buchholzer Empore am Mittwoch, 24. April, 20 Uhr, unter Tel. 04181-287878 und im Stader Stadeum am Donnerstag, 25. April, 19.45 Uhr, unter 04141-409140

Redakteur:

Björn Carstens aus Buxtehude

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