Freiwillige Feuerwehren Kreis Stade
Tolle Leistung bei 2.977 Einsätzen im Jahr
- Landrat Kai Seefried, Feuerwehrmann Ricard Globuschütz, DRK-Notfallsanitäter Stephan Reitz und Kreisbrandmeister Henning Klensang (v.li.)
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Die Freiwilligen Feuerwehren versammelten sich zur gemeinsamen Orts- und Gemeindebrandmeister-Dienstversammlung in Agathenburg. Die Kameraden und Kameradinnen blickten zusammen zurück auf das vergangene Einsatzjahr, schauten auf zukünftige Ereignisse, stellten den neuen Fachzug "Energie und Technik" vor und verliehen Ehrenmedaillen an Einsatzkräfte - insbesondere Feuerwehrmann Ricard Globuschütz und DRK-Notfallsanitäter Stephan Reitz.
250 Vertreter und Vertreterinnen der 92 Freiwillige Feuerwehren im Landkreis Stade kamen zur Dienstversammlung in die Mehrzweckhalle Agathenburg. Nach der Begrüßung und Vorstellung der neuen Orts- und Gemeindebrandmeister sowie deren Stellvertreter, gaben Kreisbrandmeister Henning Klensang und sein stellvertretender Kreisbrandmeister Thorsten Hellwege einen Rückblick auf die Arbeit der Feuerwehr.
Insgesamt wurden die Freiwilligen Helfer zusammen mit den AED-Einsätzen zu 2.977 Einsätzen gerufen. Eine Steigerung zum Vorjahr, so Hellwege. Die Einsatzzahlen setzen sich aus Reanimationen, Brandmeldungen, Umwelteinheiten, Bootseinsätzen, Bahnunfälle, Verkehrsunfälle, Technische Hilfeleistung, Personensuche, Sicherheitswachen, verschiedene Überprüfungen, Vegetationsbrände und weitere kleine, mittlere und große Feuereinsätze.
Besonders in Erinnerung bleiben der Unfall eines Wasserstoffzuges mit einem Trecker in Kutzenholz sowie das Großfeuer in Dollern bei dem zwei Wohngebäude und ein Wirtschaftsgebäude - zwei davon mit Reet bedeckt - abbrannten und mehrere weitere Reetdach-Häuser in gefährlicher Nähe des Brandes waren.
Die Feuerwehren blieben auch im aktuellen Einsatzjahr immer auf dem neusten Stand und bildeten sich fort: Im Landkreis nahmen insgesamt 130 Ortswehren an 36 Alarmübungen teil. Hier überprüfen die Feuerwehren die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte, Alarmierungswege und interne Abläufe. So arbeiteten bei einer MANV-Übung - eine Übung zur Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten - die Kameradinnen und Kameraden mit der Leitungsgruppe des Landkreises, hauptamtliche Rettungsdienste und ehrenamtliche Sanitätskräfte zusammen.
Besonders positiv hervorzuheben ist der aktuelle Stand bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren im Landkreis. "Die 37 Jugendfeuerwehren sind weiterhin sehr gut besucht", so Klensang. Hier bilde die Feuerwehr die Einsatzkräfte von morgen aus. Ab Januar gibt es bereits 15 Kinderfeuerwehren im Landkreis. Weitere Überlegungen zur Gründung von neuen Kinderfeuerwehren gebe es bereits in zwei Kommunen, freute sich Klensang.
Weiterhin berichtete der Kreisbrandmeister über das fertige Hygienekonzept, das Drohnenkonzept und über die Katastrophenvorsorge - ein immer größer werdender Stellenwert in dem täglichen Handeln der Feuerwehr. Hier kommt besonders der neue Fachzug "Energie und Technik" unter der Leitung von Jens Westphal zum Einsatz. Der Fachzug kann bei Maßnahmen bei längerem Stromausfall einleiten, die Einsatzkräfte, Krankenhäuser und Dialyse Zentren mit Notstrom versorgen, elektrische Infrastruktur für Einsätze bereitstellen sowie beim Hochwasserschutzeinheit mit einer eigenen Sandsackfüllanlage helfen.
Auch über Veränderungen wurde gesprochen. So wird es ab dem kommenden Jahr neue Einsatzstichworte geben, die sicherstellen sollen, dass bei Alarmierung die Einsatzkräfte mit dem richtigen Equipment in ausreichender Anzahl zum Einsatz fahren, erklärte der Kreisbrandmeister. Eine weitere Änderung gibt es bei den Dienstgeraden und den Uniformen der Feuerwehr - eine Neuerung, die nicht jedem bei der Dienstversammlung gefiel. Doch: "Es mag uns passen, oder auch nicht. Tatsache ist aber, dass es bei der Feuerwehrverordnung um eine Rechtsverordnung handelt, die wir zu befolgen haben", sagte Klensang über die Veränderungen. Die Umstellung der Dienstgrade solle im November 2026 passieren, danach folgen die neuen Uniformen.
Nach den Grußworten des Landrates Kai Seefried, Samtgemeinde-Bürgermeister von Horneburg, Knut Willenbockel und dem Bürgermeister von Agathenburg, Stefan Heins, ging es an die Beförderungen und Ehrungen. Nils Trucewitz aus Dollern wurde mit dem Feuerwehrehrenzeichen am Bande des Landes Niedersachsen für seine Verdienste ausgezeichnet.
Für ihren Rettungs-Einsatz einer im Keller eingeklemmten Person unter lebensgefährlichen Bedingungen - durch eine beschädigte Rohleitung strömte unkontrolliert Gas aus - erhielten Feuerwehrmann Ricard Globuschütz das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber und der DRK-Notfallsanitäter Stephan Reitz die Deutsche Feuerwehr Ehrenmedaille unter Applaus der anwesenden Kameradinnen und Kameraden. Ein Einsatz, der weit über die Grenze des normalen und alltäglichen Engagements herausginge, so Klensang. Denn durch das ausströmende Gas bestand akute Explosions- und Lebensgefahr. Trotzdem setzen die zwei ihre Arbeit fort und befreiten die verunfallte Person aus dem Keller.
Redakteur:Saskia Corleis |
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