"Inflation des Gedenkens"

Dr. Peter Meves wacht mit scharfem Blick über den Umgang der Stader Politik mit dem Nazi-Erbe
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Wirtschaft
Die Visualisierung zeigt das futuristische Gebäude des "BREAK"-Autohofs
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Hotel, Restaurants und Raststätte
Evendorf: Autohof der Zukunft soll Anfang 2023 fertig sein

as. Evendorf. Das Fundament liegt bereits: Die Arbeiten am Autohof an der A7-Abfahrt Evendorf schreiten voran. Laut Thorsten Neumann, Projektentwickler der Nanz-Gruppe, sollen Hotel, Restaurants und Rastanlage im Frühjahr 2023 eröffnet werden. Nach Workshops mit Bürgern, Politik, Verwaltung und Investor wurde im vergangenen Jahr die Änderung des Bebauungsplanes „Thaneberg, Döhle/Evendorf“ beschlossen. Wie berichtet, investiert die Nanz-Gruppe rund 20 Millionen Euro, um auf rund 15 Hektar unter...

Blaulicht
Schon wieder wurden in der Umkleidekabine von Bundesliga-Handballerinnen Kameras versteckt (Symbolfoto)

Spielerinnen finden Kameras in Umkleidekabine
Weiterer Spannerskandal in der Handball-Bundesliga

os. Buchholz/Metzingen. Die Handball-Bundesliga der Frauen wird erneut durch einen Spannerskandal erschüttert: Spielerinnen der TuS Metzingen haben Anfang dieser Woche zwei Kameras im Umkleideraum der Öschhalle in der 23.000-Einwohnerstadt in Baden-Württemberg entdeckt. Erst vor einer Woche war ein ähnlicher Fall beim Ligakonkurrenten Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten bekannt geworden, der den Handballsport in den Grundfesten erschüttert hatte (das WOCHENBLATT berichtete). Parallele in...

Panorama
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Corona-Zahlen am 20. Januar
Inzidenzwert im Landkreis Harburg steigt erstmals über 1.000

(lm). Der Inzidenzwert im Landkreis Harburg hat am heutigen Donnerstag, 20. Januar, das erste Mal den Wert von 1.000 überschritten und liegt nun bei 1.009,7 (976,9 am Vortag). 520 neue Corona-Fälle haben die Behörden heute übermittelt. 2.585 Fälle wurden in den vergangenen sieben Tagen registriert (+84 im Vergleich zum Vortag). Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz ist von 5,6 auf 5,9 gestiegen. Die Intensivbettenbelegung ist dagegen von 5,4 auf 4,9 Prozent gesunken. Seit dem Ausbruch der...

Service

Inzidenz steigt auf 530
Infos über die Corona-Lage an den Schulen und Kitas im Kreis Stade: Fehlanzeige!

jd. Stade. Die Corona-Lage im Landkreis Stade verschärft sich weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Donnerstag, 20. Januar, auf 530,3 gestiegen. In ähnlicher Höhe bewegen sich auch die Inzidenzen in den anderen Landkreisen in der Region zwischen Elbe und Weser. Ausreißer ist nach wie vor der Landkreis Harburg mit einer fast doppelt so hohen Inzidenz. Das dynamische Infektionsgeschehen hat zur Folge, dass das Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung zunehmend überfordert sind. Im Landkreis...

Politik
Rettungshubschrauber können das Elbe Klinikum in Buxtehude nicht anfliegen. Sie landen daher im Jahnstadion

Elbe Klinikum Buxtehude wird nicht angeflogen
Stadt soll Helikopterlandeplatz schaffen

tk. Buxtehude. Die Stadt Buxtehude soll eine befestigte Landefläche für Helikopter ausweisen, die von allen Rettungsdiensten mit ihren Fahrzeugen gut angefahren werden kann. Diesen Antrag stellt Janet Hüsgen (Grüne). Die Ratsfrau, die seit der Wahl im Buxtehuder Stadtparlament sitzt, weiß, worüber sie redet. Sie ist nämlich auch Feuerwehrfrau im Zug II der Freiwilligen Feuerwehren Buxtehude. Ende 2021 sollte ein Patient vom Elbe Klinikum mit dem Rettungshubschrauber in ein anderes Krankenhaus...

Politik
Rednerin Dörte Schnell (rote Jacke) rief dazu auf, den Auftritt rechter Gruppierungen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen nicht zu tolerieren
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Protest-Aktion gegen Corona-Leugner
"Omas gegen Rechts" demonstrieren in Stade gegen Querdenker

jd. Stade. "Impfen statt schimpfen", "Mehr denken statt querdenken", "Eure Freiheit ist Egoismus": Mit Transparenten dieser Art wurde am Montagabend in Stade gegen Impfgegner, Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker protestiert. Rund 140 Menschen fanden sich auf dem Platz Am Sande ein, um darauf hinzuweisen, welche Gefahr für die Demokratie und die freiheitliche Gesellschaft von den sogenannten "Montagsspaziergängen" ausgehen kann. Der Platz in der Stader City war an diesem Abend auch...

Politik
Dr. Bernd Althusmann

Forderung von Minister Dr. Bernd Althusmann
A1-Anschlussstelle Rade umbauen

bim/nw. Rade. Bauliche Veränderungen an der A1-Anschlussstelle Rade fordert Niedersachsens Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann (55, CDU). „Die Verknüpfung der B3 mit der A1 an der Autobahnanschlussstelle Rade ist seit Längerem nicht mehr ausreichend leistungsfähig. In Spitzenstunden führt dies für Verkehrsteilnehmer aus Richtung Hamburg zu längeren Rückstaus, die sich teilweise bis auf den Verzögerungsstreifen der A1 ausweiten. Im Sinne einer funktionsfähigen Infrastruktur sowie der...

Dr. Peter Meves fordert differenzierteren Umgang mit dem Nazi-Erbe in Stade

tp. Stade. Die SPD im Rat der Stadt Stade hat die Gründung einer „Initiative gegen Verdrängungsmechanismen“ hinsichtlich der Spuren von Nazi-Gräueltaten in Gebäude- und Straßennamen im Stadtgebiet angeregt. In die Diskussion schaltet sich jetzt Dr. Peter Meves (79) ein. Er begrüßt im Kern die Initiative, fordert aber einen differenzierteren Umgang mit dem Problem.

Hintergrund: Der SPD-Fraktionschef Kai Holm (45) hatte auf die mögliche absichtliche Falschkennzeichnung der ehemals von den Nazis genutzten "Alten Feuerwache" an der Kleinen Beguinenstraße hingewiesen. Im Keller des Gebäudes, das im Krieg Polizeistation war, soll die Gestapo Menschen gefoltert haben.

Dr. Peter Meves, gebürtiger Stader und Augenarzt im Ruhestand, ist mit Juden und Israelis befreundet und hat sich mit der Errichtung von Stelen auf dem Platz "Am Sande" in Gedenken an die Opfer des Holocaust sowie für die Einzäunung des jüdischen Friedhofes in Stade einen Namen gemacht. Lesen Sie im Folgenden Meves' Statement in redaktionell überarbeiteter Form:

"Bei der 'Alten Feuerwache' handelt es sich im Gedächtnis alter Stader um die 'Polizei', mit sicherlich vorhandenen Arrestzellen. In dem Gebäude waren auch Arbeitsplätze der Gestapo untergebracht. Aufgabe der drei Mitarbeiter war die politische Überwachung der Bevölkerung, wobei sie sich auf die Mitwirkung denunzierender Stader stützen konnten. Als mein Vater mit 'Guten Morgen' statt 'Heil Hitler' den Heizer des Krankenhauses begrüßte, wurde er von der Gestapo vorgeladen. Verhängnisvolle Folgen hatte das für ihn zum Glück nicht. Gelegentlich wandte die Gestapo sicherlich auch physische Gewalt an, wie verlässliche Quellen belegen.

Neben der Polizei gab es - von ihr räumlich getrennt - auch die Wache der Feuerwehr zur Wallstraße hin, mit Garagen für die Feuerlöschwagen. Der Name 'Alte Feuerwache' ist also unvollständig und verschiebt die Akzente hinsichtlich der Bedeutung des Gebäudes.

Aber dieser Verdrängungseffekt war den Verantwortlichen der Stadt sicherlich bewusst und wohl auch beabsichtigt. Die von Kai Holm angeregte Anbringung einer Gedenktafel an der ehemaligen Gestapo-Dienststelle scheint mir nur die sinnlose Inflation eines solchen Gedenkens zu fördern.

Überfällig wäre die Umbenennung der Ostmarkstraße. Die Benennung erfolgte 1938 als Zeichen der Zustimmung der Führung unserer Stadt zur militärischen Expansion Deutschlands durch die Eroberung und Besetzung Österreichs. Trotz dieses historischen Bezuges haben Rat und Verwaltung an dem Namen festgehalten.

Einige andere in der Versenkung entschwundene Ereignisse der NS-Zeit konnte ich gegen Anfeindungen schon der Öffentlichkeit präsentieren. So bleibt für mich nur: Steter Tropfen höhlt den Stein. Wenn die pathetische Namensschöpfung von Herrn Holms 'Initiative gegen Verdrängungsmechanismen' dabei hilft, so sei es denn!"

Dr. Peter Meves wacht mit scharfem Blick über den Umgang der Stader Politik mit dem Nazi-Erbe
SPD-Chef Kai Holm setzte die Diskussion um die missverständliche Benennung der "Alten Feuerwache" (hi.) in Gang
Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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