Polizei stellte Sicherheitsbericht vor
Bürger leben im Landkreis Harburg sicher

Thomas Ring (re.) übergab ein Exemplar des Sicherheitsberichtes an Landrat Rainer Rempe
  • Thomas Ring (re.) übergab ein Exemplar des Sicherheitsberichtes an Landrat Rainer Rempe
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Die Polizeidirektion (PD) Lüneburg, zu der auch die Polizeiinspektion (PI) Harburg gehört, hat die zweitgrößte Aufklärungsquote in Niedersachsen. Und die Zahl der Straftaten geht immer weiter zurück. Im vergangenen Jahr um 5,52 Prozent. "Die Zahlen sind derzeit so niedrig, wie seit 40 Jahren nicht mehr", sagte Polizeipräsident Thomas Ring, als er jetzt mit Inspektionsleiter Thomas Meyn im Beisein von Landrat Rainer Rempe und Vertretern der Kommunen im Landkreis den Sicherheitsbericht für das Jahr 2021 im Landkreis Harburg vorstellte.
"Die Bürger können sich auf die Polizei verlassen", so Ring weiter. Dennoch gebe es eine Diskrepanz zwischen der objektiven und der subjektiven Sicherheit. So werde die gefühlte Sicherheit auch durch Posts in den sozialen Medien beeinträchtigt. Ring erinnerte an einem Vorfall vor zwei Jahren am Bahnhof Ashausen, wo eine Gruppe Schwarz-Afrikaner aus dem Zug stieg, um mit dem Bus weiter zu Amazon zu fahren. Im Internet wurden die Arbeiter damals als neu angekommene Flüchtlinge denunziert und schlimm beleidigt.
"Diesem beeinträchtigten Sicherheitsgefühl wollen wir aktiv entgegentreten. Darum wollen wir mit diesem Bericht Transparenz schaffen und Einblicke in unsere Aufgaben und Maßnahmen gewähren", so der Präsident.
Mit eines der größten Ziele der Polizei sei die Aufstockung von Personal und Technik: Im Rahmen einer strategischen Organisationsanpassung seien in den vergangenen Jahren 160 zusätzliche Beamte der PD zugewiesen worden. 20 von ihnen verrichten ihren Dienst in der PI Harburg, die insgesamt 395 Beamte zählt, die rund um die Uhr für die Sicherheit der Bürger da sind. Übrigens: Im Direktionsbereich verrichten 2.520 Beamten ihren Dienst und arbeiten rund 198.000 Einsätze pro Jahr ab.
Im Zuge der Aufstockung wurde u.a. die Verfügungseinheit der PI, die ihren Sitz in Winsen hat, aufgerüstet. Ihr gehören mittlerweile 15 Beamte an. Sie wurden auch für Bedrohungslagen, wie es sie in der Nacht zu Dienstag am Krankenhaus in Winsen gab, ausgebildet und ausgerüstet. Thomas Ring: "Zudem haben wir auch mehr Kontaktbeamte eingesetzt."

Zwangseinweisung nach Bedrohung mit Messer

Die Polizeiinspektion Harburg halte an der Präsenz in der Fläche fest, so Thomas Meyn. So habe man ein Fachkommissariat für Forensik eingerichtet, das sich mit der Beweissicherung und -auswertung beschäftige.
Mit Sorge betrachten Ring und Meyn, dass sich der bisher rückläufige Trend bei Verkehrsunfällen nicht länger fortsetze. Die Zahl der Verkehrstoten stieg im vergangenen Jahr wieder um 4,3 Prozent. Insbesondere die Zahl der Fahrten unter Drogeneinfluss sei im Landkreis Harburg gestiegen: um 35,6 Prozent.
Der Polizeipräsident unterstrich, dass die Polizei für Demokratie und Toleranz einstehe: "Wir zeigen eine klare Haltung gegen Demokratiefeindlichkeit." So würden Führungskräfte wie Mitarbeiter sensibilisiert und geschult, um auch intern reagieren zu können. Große Sorgen bereite Thomas Ring die Zahl der Angriffe auf Beamte: "188 verletzte Beamte haben wir in der Polizeidirektion Lüneburg vergangenes Jahr gezählt", so Ring. "Allein in der Nacht zu Dienstag wurden wieder drei Beamte verletzt." Gesetzesverschärfungen sehe er allerdings nicht als notwendig an. "Es müssen bei solchen Fällen alle rechtsstaatlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Zudem sind unsere Beamten gehalten, jeden Vorfall zur Anzeige zu bringen."
Die PI Harburg hat durch den Einsatz einer Drohne ein Alleinstellungsmerkmal in Niedersachsen. Und arbeitet an einer Verbesserung des Systems. "Wir möchten gerne, dass Drohnen künftig selbst starten, Gebiete überfliegen und von dort Echtzeitbilder senden", beschrieb Holger Guse, Leiter Einsatz bei der PI, die Zukunftsvision. "Das hilft, um bei schwierigen oder unklaren Einsatzlagen einen schnellen Überblick zu bekommen."
 - Der gesamte Sicherheitsbericht für die PI Harburg ist unter www.pd-lg.polizei-nds.de/startseite/kriminalitat/sicherheitsberichte/sicherheitsberichte-der-pd-luneburg-116153.html zu finden.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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