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Landkreis Stade rät, den Impfschutz zu überprüfen
Keuchhusten-Fälle an Harsefelder Schule: Diese Warnzeichen dürfen Eltern nicht ignorieren

Bei Verdacht auf Keuchhusten sollten Eltern mit ihren Kindern unbedingt einen Arzt aufsuchen | Foto: KI-generiert
  • Bei Verdacht auf Keuchhusten sollten Eltern mit ihren Kindern unbedingt einen Arzt aufsuchen
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Mehrere Keuchhusten-Fälle an einer Schule in der Samtgemeinde Harsefeld sorgen derzeit für erhöhte Aufmerksamkeit beim Gesundheitsamt des Landkreises Stade. Die Behörde appelliert an Eltern, den Impfstatus ihrer Kinder zu überprüfen und bei anhaltendem Husten aufmerksam zu werden. Panik sei zwar nicht angebracht, Vorsorge aber umso wichtiger.

Tröpfcheninfektionen als Grundlage
Keuchhusten, medizinisch Pertussis genannt, gehört zu den ansteckendsten Atemwegserkrankungen überhaupt. Ausgelöst wird die Krankheit durch Bakterien, die über Tröpfcheninfektionen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen werden. Besonders gefährlich kann eine Infektion für Säuglinge werden, die noch keinen vollständigen Impfschutz aufgebaut haben. Nach Angaben des Gesundheitsamtes müssen etwa zwei Drittel der erkrankten Neugeborenen im Krankenhaus behandelt werden.

Impfung als bester Schutz
„Die beste Präventionsmaßnahme ist ein vollständiger Impfschutz“, betont Dr. Ilka Hedicke, Leiterin des Amtes Gesundheit im Landkreis Stade. Eltern sollten deshalb ihren Impfpass beziehungsweise den Impfpass ihrer Kinder überprüfen lassen. Haus- und Kinderärzte können schnell feststellen, ob notwendige Impfungen oder Auffrischungen fehlen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Keuchhusten-Impfung bereits im Säuglingsalter. Dabei kommt heute in der Regel eine sogenannte Sechsfach-Impfung zum Einsatz, die gleichzeitig gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung (Polio), Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Hepatitis B schützt. Dadurch werden mehrere wichtige Schutzimpfungen mit nur einer Injektion kombiniert.

Zusätzlich empfiehlt die STIKO Auffrischimpfungen im Kindes- und Jugendalter. Auch Erwachsene sollten ihren Impfschutz überprüfen, denn die nächste fällige Tetanus-Diphtherie-Auffrischung kann gleichzeitig mit einer Pertussis-Komponente verabreicht werden.

Hohe Impfquote bietet "Herdenschutz"
Dabei geht es nicht nur um den Schutz des eigenen Kindes. Impfungen tragen auch zum sogenannten "Herdenschutz" bei. Dieser schützt insbesondere Menschen, die selbst noch nicht oder nicht ausreichend geimpft werden können – etwa Säuglinge, Menschen mit bestimmten Erkrankungen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Wer sein Kind - etwa aus ideologischen Gründen - nicht impfen lässt, profitiert letztlich ebenfalls von diesem Gemeinschaftsschutz. Man muss sich darüber aber im Klaren sein, dass man sich damit auf die hohe Impfbereitschaft anderer Eltern verlässt, die Verantwortung übernehmen und ihre Kinder entsprechend den medizinischen Empfehlungen impfen lassen. Sinken die Impfquoten jedoch, gerät dieser Schutz für besonders gefährdete Menschen ins Wanken.

Diese Symptome sollten Eltern kennen

Keuchhusten beginnt häufig unscheinbar und wird zunächst mit einer gewöhnlichen Erkältung verwechselt. Gerade deshalb ist es wichtig, typische Warnzeichen zu kennen. 

Besonders tückisch: Bei Jugendlichen, Erwachsenen und sogar bei geimpften Kindern kann sich Keuchhusten lediglich als langanhaltender Husten äußern. Die klassischen Hustenanfälle fehlen dann häufig.

Krankheitsphase Dauer Typische Symptome
Erkältungsstadium 1 bis 2 Wochen • Schnupfen
• Leichter Husten
• Müdigkeit und Abgeschlagenheit
• Gelegentlich leichtes Fieber
Hustenstadium 4 bis 6 Wochen • Krampfartige Hustenanfälle
• Serien von Hustenstößen hintereinander
• Keuchendes Einatmen nach den Hustenanfällen
• Zäher Schleim in den Atemwegen
• Häufig nächtliche Beschwerden
• Erbrechen nach Hustenanfällen
Erholungsstadium Mehrere Wochen • Langsames Abklingen des Hustens
• Weiterhin erhöhte Empfindlichkeit der Atemwege
• Erneute Hustenanfälle bei Infekten möglich
Besonderheit bei Jugendlichen und Erwachsenen Variabel • Oft nur langanhaltender Husten
• Die typischen Hustenanfälle können fehlen
• Erkrankung wird daher häufig spät erkannt

Bei Verdacht zum Arzt
Das Gesundheitsamt empfiehlt, bei länger anhaltendem Husten oder typischen Hustenanfällen frühzeitig eine Arztpraxis aufzusuchen. Wer Kontakt zu einer nachweislich erkrankten Person hatte, sollte dies bei der Terminvereinbarung unbedingt angeben.

Eine frühzeitige Diagnose hilft nicht nur den Betroffenen selbst. Sie kann auch dazu beitragen, weitere Ansteckungen im familiären Umfeld, in Schulen oder Kindertagesstätten zu verhindern.

Weitere Informationen zu Keuchhusten und den aktuellen Impfempfehlungen gibt es unter www.infektionsschutz.de. Das Gesundheitsamt des Landkreises Stade steht zudem telefonisch unter 04141/12-5300 für Fragen zur Verfügung.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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